Großglattbacher Rathaus zu verkaufen

Erstellt: 23. Juni 2010
Großglattbacher Rathaus zu verkaufen Das Großglattbacher Rathaus an der Vaihinger Straße soll verkauft werden, weil die Stadt Mühlacker kein Geld für die Sanierung hat. Foto: Küppers

Großglattbach (rkü). Die Stadt Mühlacker muss sparen, wo immer sich eine Möglichkeit bietet. Darum will sie sich auch vom Großglattbacher Rathaus trennen, das an einen privaten Investor verkauft werden soll – eine Sanierung des Gebäudes ist aus dem Stadtsäckel nicht zu bezahlen.

Die städtischen Einrichtungen, die bisher im Stadtteilrathaus Großglattbach untergebracht waren, sollen nach dem Willen der Stadtverwaltung in das frisch sanierte Gebäude Ritterweg 21 verlagert werden, das alte Schulhaus. Betroffen von dem Umzug sind die Außenstelle des Rathauses, die Kinderbücherei und das Arztzimmer. Das Thema stand gestern auf der Tagesordnung des Gemeinderats.

Die Sanierung des alten Schulhauses soll Anfang September abgeschlossen sein. Unter anderem entstehen dort zwei Wohnungen. Eine davon soll vermietet, die andere für die städtischen Einrichtungen genutzt werden. Ausreichend Platz und auch ein DSL-Anschluss sind vorhanden, außerdem sollen zwei Toiletten und vor dem Arztzimmer ein kleiner Wartebereich eingerichtet werden. Als problematisch könnte sich erweisen, dass es keinen barrierefreien Zugang zu den Räumen im ersten Obergeschoss gibt. Allerdings gibt es diesen auch jetzt im alten Rathaus nicht.

Das Rathaus selbst hätte nach der Verlagerung keine Nutzung mehr. Weil es zudem stark sanierungsbedürftig ist, die Stadt hierfür aber keine Mittel zur Verfügung hat, empfiehlt die Verwaltung den Verkauf. Ein Einwohner von Großglattbach habe bereits Kaufinteresse bekundet, erklärt Gottfried Kautter, der bei der Stadtverwaltung für Grundstücks- und Gebäudemanagement verantwortlich ist. Der potenzielle Käufer würde das Rathaus in Eigenregie sanieren. Im Obergeschoss solle eine Wohnung entstehen. Für das Erdgeschoss plane er die Einrichtung eines Cafés als Treffpunkt für die Großglattbacher Bürger. Verkauft werden sollen in diesem Zug auch die vier Stellplätze im rückwärtigen Bereich des Rathauses, deren Bau aus Sanierungsmitteln des Landes gefördert wurde. Die Stadt Mühlacker muss beim Verkauf anteilig 27 300 Euro zurückzahlen. Die Ortskernsanierung ist Ende 2009 ausgelaufen, so dass der neue Investor nicht auf eine staatliche Förderung hoffen darf.

Bei einem Verkauf des Rathauses entfallen auch die Unterstellmöglichkeiten an der dort eingerichteten Bushaltestelle. Bislang können sich Wartende im Eingangsbereich des Rathauses unterstellen. Darum will die Stadt westlich des Rathauses einen etwa sechs Quadratmeter großen Teil des Grundstücks behalten, um dort eine neue Unterstellmöglichkeit an der zentral gelegenen Haltestelle zu schaffen.

Um dem Gemeinderat die Entscheidung für einen Verkauf zu erleichtern, hat die Stadtverwaltung die jährlichen Unterhaltungskosten für die Verwaltungsstelle an den beiden Standorten im Rathaus und im alten Schulhaus gegenübergestellt. Im Rathaus fallen demnach durchschnittlich 2300 Euro für Heizung, Strom und Wasser, 2100 Euro für Reinigung und 170 Euro für Versicherungen an. Die 63-Quadratmeter-Wohnung im alten Schulhaus lasse sich dagegen für 880 Euro heizen und auch die Reinigung sei mit 1200 Euro deutlich günstiger zu haben. Unterm Strich stehen demnach künftig Kosten von 2200 Euro gegen 4570 Euro bei der bisherigen Lösung.

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