Drei-Sterne-Seen

Erstellt: 10. August 2012
Drei-Sterne-Seen Der Untere Seewaldsee in Horrheim. Foto: Rücker

Vaihingen (sr). Wer das Schwimmen in wilder Natur liebt, hat in der Region Stuttgart relativ wenig Auswahl. Im Landkreis Ludwigsburg sind nur die zwei Seewaldseen in Horrheim als offizielle Badegewässer ausgewiesen. Dort wird dem Wasser aber ausgezeichnete Qualität bescheinigt.
Seit 30 Jahren kommen Rosa und Theodor Tunk aus Bietigheim zu den Seewaldseen in Horrheim. „Zum Schwimmen, zum Grillen und gerne auch mit Freunden oder den Enkelkindern“, erzählt Rosa Tunk. Manchmal fährt sie von Bietigheim aus mit dem Fahrrad zum Badesee in Horr-heim. Immer wenn sie da ist, schwimmt sie eine große Runde im Unteren Seewaldsee. Mit ihren 75 Jahren hält sie sich außerdem durch Walking und Seniorengymnastik fit. „Das Wasser ist super“, lobt die sportliche Seniorin, es habe auch drei Sterne bekommen. Tatsächlich bescheinigt das Schild am „Eingang“ zum See dem Wasser mit den drei Sternen eine „ausgezeichnete Qualität“ – besser geht es nicht.
Seit einigen Jahren, seit es diese Kategorien gibt, ist das so, sagt Dr. Thomas Schönauer. Vorher habe es auch keine Probleme gegeben, so der Gesundheitsdezernent vom Landratsamt Ludwigsburg. Das Gesundheitsamt ist unter anderem für die Überwachung der Wasserqualität bei Badegewässern, Schwimmbädern und beim Trinkwasser zuständig. Im Landkreis Ludwigsburg sind die beiden Seewaldseen in Horrheim die einzigen offiziell ausgewiesenen natürlichen Badegewässer. Laut Badegewässerverordnung Baden-Württemberg werden die beiden Seen einmal vor und fünfmal während der Saison von einem Mitarbeiter des Gesundheitsamts beprobt, erläutert Schönauer. Hierbei werde eine Sichtkontrolle gemacht und eine Wasserprobe genommen. Diese wird dann auf Verunreinigungen durch Fäkalkeime untersucht.
Im Internetauftritt der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg haben die beiden Horrheimer Seen mit blauer Farbe ebenfalls die beste Qualitätsplatzierung. In der Liste der überwachten Badestellen kann auch die Ehmentsklinge in Zaberfeld mit Blau punkten, ebenso der Tiefe See in Maulbronn.Die Liste zeigt die Bewertung der Wasserqualität der vergangenen Badesaison an.
Vom Baden in Fließgewässern raten das Gesundheitsamt und die übergeordneten Behörden ab, sagt Gesundheitsdezernent Schönauer. „Unsere Fließgewässer in Baden-Württemberg sind samt und sonders Vorfluter für Kläranlagen“, so der Leiter des Dezernats Umwelt und Verbraucherschutz. Das bedeutet, dass das gereinigte Abwasser in diese Fließgewässer geleitet wird. In heißen Sommern könne zum Beispiel das Wasser des Neckars bis zu drei Vierteln aus dem Wasser der Kläranlagen bestehen. Die Kläranlagen entsprächen den Vorgaben und seien okay, „es besteht aber die Möglichkeit, dass Krankheitserreger nicht im erforderlichen Maß reduziert werden“. Besonders Eltern sollten ihre kleinen Kindern nicht in Fließgewässern planschen lassen, findet Schönauer. Und auch Erwachsene, die in Flüssen baden, sollen sich des Risikos bewusst sein, dass Krankheitserregern lauern können.
Eine Augenweide für naturbegeisterte Spaziergänger können Fischteichanlagen sein. 50 solcher Anlagen gibt es im Landkreis Ludwigsburg, vier davon auf Vaihinger Markung. Dazu zählen zum Beispiel der Ensinger See und der Fischteich in Aurich. Beide werden im Nebenschluss mit einem Fließgewässer verbunden. Das bedeutet, dass ein gewisser Anteil an Wasser abgezweigt und dem Teich zugeführt wird und ein gewisser Abfluss wieder in den Bach fließt. In einer wasserrechtlichen Erlaubnis sind dabei – in der Regel befristet auf 20 Jahre – unter anderem die Menge an Zu- und Ablauf geregelt, sagt Carsten Scholz, Leiter des Fachbereichs Umwelt beim Landratsamt Ludwigsburg.
Im Auricher Fischteich ist das Wasser zurzeit sehr trüb und Schlieren treiben auf der Oberfläche. Schadet das Einleiten des Teichwassers dem Kreuzbach? Entscheidend sei hierbei das Mischungsverhältnis, also die Wassermenge Auslauf Teich zur Wassermenge im Kreuzbach. „Es wird auch bei diesen Witterungsverhältnissen der Anteil des Kreuzbachwassers deutlich über dem Anteil des Teichwassers liegen. Wir gehen davon aus, dass es keine negative Beeinflussung gibt“, so Scholz. Sollten sauerstoffzehrende oder toxische Substanzen in dem Wasser sein, so könnte es eine solche Beeinflussung geben. Zuvor würden aber die Fische im Teich Schaden nehmen.
Am Unteren Seewaldsee in Horrheim sitzen derweil am Mittwochmittag zum ersten Mal Britta und Martin Sieber aus Oberriexingen. Seit eineinhalb Jahren wohnen sie in der kleinen Enzstadt. Auf der Suche nach einer netten Grillstelle sind sie im Internet auf die Seen in Horrheim gestoßen, erzählt Martin Sieber. „Ursprünglich wollten wir wandern, aber jetzt bleiben wir sitzen“, beschreibt er die Lage. Würstle haben sie dabei, nur Badekleidung nicht. „Wir sind bestimmt morgen wieder da, dann mit Badesachen“, stellen die beiden in Aussicht.
Badegewässerkarte im Internet unter www.lubw.de

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