Deponieflächen werden erschlossen

Erstellt: 12. Dezember 2012
Deponieflächen werden erschlossen Auf dem Burghof zwischen Horrheim und Gündelbach werden weitere Deponieflächen erschlossen. Foto: Kuhnle

Vaihingen/Horrheim (ub). Die Deponie Burghof zwischen Horrheim und Gündelbach liegt in der Regel nicht im Fokus der Öffentlichkeit. Die Ablagerung von Abfällen findet hinter Zäunen und Bäumen statt. Doch jetzt gibt es sichtbare Veränderungen: Im genehmigten Bereich werden über sechs Hektar an Fläche erschlossen. Das sind umgerechnet die Ausmaße von über acht Fußballplätzen. Drei Hektar an Wald müssen gerodet werden.
 Genehmigt werden muss dieses Projekt nicht, da es im planfestgestellten Bereich der Deponie liegt. Eigentümerin der Deponieflächen ist die Stadt Vaihingen, die das Areal an den Landkreis Ludwigsburg verpachtet hat. Betrieben wird der Burghof von der Abfallverwertungsgesellschaft des Landkreises Ludwigsburg (AVL). Albrecht Tschackert, Leiter der Abteilung Deponie und Energietechnik bei der AVL, informierte am Montagabend den Technischen Ausschuss des Vaihinger Gemeinderats über die anstehenden Projekte auf der Deponie Burghof. Bereits vor vier Wochen wurde dem „Müllausschuss“ mit den Ortschaftsräten aus Horrheim, Gündelbach und Ensingen die Entwicklungen vorgestellt.
Bestimmte Abfallarten müssen wegen der besonderen Belastung ihrer Sickerwässer in sogenannten Monobreichen gelagert werden. Dazu gehören vor allem gipshaltige Abfälle, von denen Monat für Monat rund 1500 Tonnen auf den Burghof gekarrt werden. Auch mechanisch-biologische Reststoffe, die aus der Nachbehandlung von Feinkorn aus der Sortierung von Baustellenmischabfällen entstehen, müssen auf gesonderten Bereichen gelagert werden. In diesen Bereich kommen auch teerhaltige Abfälle vom Straßenaufbruch und Bodenaushub mit polyfluorierten Tensiden. Das sind in aller Regel verunreinigte Böden nach großen Löscheinsätzen.
Die AVL rechnet mit einem jährlich zu erwartenden Abfallvolumen von 49 000 Kubikmetern. Das Problem: Monobereiche stehen auf der Deponie Burghof kaum noch zur Verfügung. Deshalb will die Abfallverwertungsgesellschaft im planfestgestellten Bereich bisher nicht genutzte und teilweise noch bewaldete Flächen erschließen. Auf dieser Fläche von über sechs Hektar könnte ein Volumen von 1,2 Millionen Kubikmeter geschaffen werden. Die AVL rechnet mit Baukosten von 4,7 Millionen Euro.
Auf der Deponie zwischen Horrheim und Gündelbach soll – wenn die immissionschutzrechtliche Genehmigung des Regierungspräsidiums Stuttgart vorliegt – ein Deklarationszwischenlager eingerichtet werden. Tschackert rechnet damit, dass Mitte 2013 dieses Lager, ein zusätzlicher Service für die Bauwirtschaft, genutzt werden kann. Die Fläche hat eine Größe von rund 5000 Quadratmetern und soll einfach mit Schotter befestigt werden. Dazu kommt noch eine kleine, asphaltierte Fläche für Bigbags.
Auf den Baustellen fehlt
der Platz für die Lagerung
Abfälle dürfen erst deponiert werden, wenn Deklarationsanalysen vorliegen. So steht es in der Deponieverordnung. Abfall-erzeuger haben vor der Anlieferung verschiedene Analysen zu besorgen, das heißt, dass beispielsweise der Aushub von Baustellen beprobt werden muss. Doch oft fehlt bei den Baustellen der Platz, um die verschiedenen Sektionen zu lagern und abzuwarten, bis das Ergebnis der Probe nach einer Woche vorliegt. Nun soll auf der Deponie Bauhof ein sogenanntes Deklarationszwischenlager geschaffen werden, wo das Material eingelagert und dann beprobt wird.
In das Zwischenlager „nur für nicht gefährliche Abfälle“, so Tschackert, werden vor allem Erdaushub, Boden von Gleisunterbau, Gießereisand und Straßenaufbruch angekarrt. Es sei zu erwarten, dass nahezu alles Material, das dort gelagert wird, auch auf dem Burghof deponiert wird, es deshalb nicht zu Mehrbelastungen komme. „Die Bauwirtschaft hat einen erheblichen Bedarf für dieses Deklarationslager. Wenn wir es anbieten, ist es ein weiterer Service“, so Tschackert am Montagabend in der Sitzung des Technischen Ausschusses.
Neu auf der Deponie wird auch die Optimierung des Grundwasser-Messstellenetzes sein. Im Klartext: Es werden zwei neue Messstellen in Tiefen von 25 beziehungsweise 40 Metern gebaut. „Wir haben leicht erhöhte Chloridwerte im Grundwasser. Das ist im Bereich einer Deponie untypisch“, sagt Albrecht Tschackert, der Technikchef der AVL. Mit diesen zwei neuen Messstellen soll eine bessere Überprüfung des Grundwasserabstroms erfolgen. Tschackert: „Das ist pure Vorsorge.“ Negative Auswirkungen werde es durch die erhöhte Chloridkonzentration nicht geben. Tschackert hat auch bereits die Vermutung, dass das vermehrte Auftauchen der Salze im Grundwasser durch die Winrterdienstpraxis herrührt.

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