Bürgerentscheid für Fahrradbahn

Erstellt: 16. März 2009
Bürgerentscheid für Fahrradbahn Auf dem Vaihinger Marktplatz startete am Samstag die Unterschriftensammlung für ein Bürgerbegehren. Erreicht werden soll eine Fahrradbahn. Foto: Bögel

Vaihingen (ub) – Die Homepage wurde in der Nacht ins Netz gestellt, am Samstag ging es auf dem Vaihinger Marktplatz an die Öffentlichkeit. Die Initiative „Fahrradbahn Vaihingen“, ein Zusammenschluss von einem Dutzend Bürger, will auf der stillgelegten Bahntrasse einen Fahrradweg. Dazu wird ein Bürgerentscheid beantragt.
Die ehemalige Nebenstrecke der WEG ist seit dem Jahr 2002 stillgelegt und seit vier Jahren im Eigentum der Stadt. Doch bahnbrechende Entscheidungen gab es in dieser Zeit nicht – im Gegenteil. Viel bewegt wurde nicht, aber eine Entwidmung der sieben Kilometer langen Trasse steht auch nicht zur Debatte. Rudolf Reuter aus Kleinglattbach legte bereits vor zwei Jahren Pläne über einen möglichen Radweg auf der Gleisanlage vor, doch bei der Verwaltung und im Gemeinderat stieß er nach eigenen Angaben auf taube Ohren. „Jetzt habe ich keine Lust mehr auf Briefe“, sagt Reuter.
Das Aktionsbündnis „Fahrradbahn Vaihingen“ hat deshalb beschlossen, über einen Bürgerentscheid zu einer Entscheidung zu kommen. Den Bürgern wird deshalb folgende Frage vorgelegt: „Sind Sie dafür, dass auf der stillgelegten Bahntrasse von Enzweihingen (Bhf) nach Kleinglattbach (früherer Nordbhf) ein Fahrradweg eingerichtet wird?“ Mit den Unterschriften, rund 2000 sind nötig, wird nicht über das Anliegen, die Bahntrasse zum Radweg umzubauen, entschieden, sondern nur befürwortet, dass dieses Anliegen den Vaihinger Bürgern zur Entscheidung vorgelegt wird. Nach einem erfolgreichen Bürgerbegehren müsse die Stadtverwaltung umgehend den Bürgerentscheid einleiten.
Um ungenutzt liegen gelassen zu werden, dafür sei die Trasse quer durch die Stadt zu wertvoll, argumentiert die Initiative. Die Bahnlinie sei über mehr als 100 Jahre die Entwicklungsachse der Stadt gewesen. „Fast alle Schulen liegen wie aufgereiht an dieser Strecke. Mit dem Umbau zum Radweg könnte auf einen Schlag die innerstädtische Lücke im Radwegnetz geschlossen werden“, heißt es.
Ein Kostenschätzung ergebe für die gesamte Strecke von sieben Kilometern (inklusive der Instandsetzung oder dem Neubau der Brücke im Fuchsloch) einen Betrag von 720000 Euro. Die laufenden Unterhaltungskosten dürften rund 7000 Euro pro Jahr betragen. Möglich seien auch diverse Zuschüsse wie es sie beispielsweise für den Umbau der Kochertalbahn zwischen Jagstfeld und Ohrnberg gegeben habe.
„Mit dem Umbau der Trasse zum Radweg können wir zu einer Fahrradmodellstadt werden“, ist sich Rudolf Reuter sicher. Bei einem Radweg setzt die Initiative „Fahrradbahn Vaihingen“ auf vier Personengruppen, die profitieren würden. So könnten auf dem neuen Radweg Schüler aller Vaihinger Schulen, die an der Strecke liegen, sicher und schnell in die Schule kommen. Einkaufende mit dem Ziel Kernstadt könnten aus den meisten Stadtteilen per Rad schneller als mit dem Pkw unterwegs sein, da die zurückzulegenden Entfernungen größtenteils unter sechs Kilometern liegen. Berufspendler könnten über die Fahrradbahn den Vaihinger Bahnhof bequem und ohne Parkgebühren erreichen. Und die Touristen vom Enztalradweg könnten in die Stadt geführt werden – seither bleibt Vaihingen eher links liegen.
Mit der Information und Unterschriftensammlung (400 Bürger haben am Samstag bereits unterschrieben) auf dem Vaihinger Marktplatz wurde der Startschuss betätigt. Weitere Unterschriften sollen noch vor den Schulen bei Elternabenden gesammelt werden.

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