Baubeginn für Gemeindezentrum in Sersheim

Erstellt: 15. Oktober 2008
Baubeginn für Gemeindezentrum in Sersheim Baubeginn für das Gemeindezentrum an der Großsachsenheimer Straße in Sersheim. Foto: Bögel

Sersheim (ub) – Im aktuellen Gemeindebrief der evangelischen Kirchengemeinde Sersheim wird das Ereignis mit großen Buchstaben bejubelt: „Jetzt geht es los“ heißt es auf dem Titel. Und eine Seite weiter: „Der Bagger ist da“. Sichtbar beginnen jetzt die Arbeiten am neuen Gemeindezentrum, das auf der Fläche der alten Zehntscheuer, die abgerissen wurde, entsteht.
Für Pfarrer Johannes Rau beginnt damit der zweite Teil des Großprojekts. Denn in den letzten Monaten wurden wichtige Gruppenräume im alten Pfarrhaus renoviert. Der Raum für die Jugend im Dachgeschoss wurde in Eigenregie zum Schmuckstück.
Nun fiel auch der sichtbare Startschuss für den Neubau des 1,466 Millionen Euro teuren Gemeindezentrums. Zentral ist ein zweigeschossiges Glasfoyer, das das neue Gemeindehaus, das alte Pfarrhaus und die Kirche verbindet. „Das ist ein Zeichen für das gemeinsame Leben“, so Pfarrer Rau. Entstehen sollen Räume, in denen auch nach dem Gottesdienst Leben herrscht. Angedacht sind ein Kirchcafé, ein Büchertisch, die Gelegenheit für ein Mittagessen. Rau: „Wir brauchen in Sersheim einfach Räume zur Begegnung.“
Nach dem Zeitplan soll das Gemeindezentrum an der Großsachsenheimer Straße bis August nächsten Jahres bezugsfertig sein. Inzwischen ist die Tiefengründung für das Fundament bereits abgeschlossen. Der Baugrund besteht aus weichem Schwemmland, deshalb mussten zunächst zahlreiche brunnenartige Bohrungen von bis zu fünf Metern Tiefe vorgenommen werden, die dann mit Beton ausgefüllt wurden. Auf diesen Säulen wird dann das Strebenfundament aufgebracht, das die Bodenplatte und das Gebäude tragen muss. Die Planung sieht vor, dass bis zum Winter die Mauern der neuen Zehntscheuer stehen und das Dach aufgezogen ist, so dass auch während der kalten Monate die Arbeiten weitergehen können.
Doch bis jetzt die Bagger anrollten, verging wieder lange Zeit. Johannes Rau: „Viele Gemeindeglieder sind in den letzten Monaten vom Glauben abgefallen! Natürlich nicht von unserem christlichen Glauben, sondern vom Glauben daran, dass das mit unserem Gemeindezentrum zu ihren Lebzeiten noch mal was wird.“ Das Gezerre um unzählige förmliche Dinge sei sehr langwierig gewesen. Nicht nur der Denkmalschutz und der Oberkirchenrat wollten überzeugt zufrieden gestellt werden, auch die Baubehörde und eine Controller-Firma, der Statiker und der Geologe, der Hochwasserspezialist und der Bauphysiker redeten mit. Rau: „So hatten wir am Ende mit nicht weniger als sechs Architekten und ungezählten Fachingenieuren zu tun. Und durch die Entscheidung für einen Generalunternehmer im Neubauteil mussten vor der Vergabe sämtliche Details entschieden sein.“ Der Kostenrahmen wird mit 1,466 Millionen Euro angegeben; den Anteil, den die Kirchengemeinde noch aufbringen muss, beträgt 230000 Euro.
Mit dem Bau des Gemeindezentrums geht ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung – immerhin ist Sersheim die einzige Kirchengemeinde im Bezirk ohne eigenes Gemeindehaus. Bis es aber grünes Licht für das Großvorhaben gab, war ein „harter Kampf“ angesagt. Nur „häppchenweise“ konnte beispielsweise die alte Zehntscheuer aufgegeben werden. Das Landesdenkmalamt forderte zuerst den Erhalt des Dachstuhls, dann den Erhalt der 70 Zentimeter dicken Mauern. Dann stellte der Oberkirchenrat Hürden auf – die Kirchengemeinde solle nicht mehr so groß bauen.

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