Agfa-Werk wieder verkauft

Erstellt: 7. Februar 2008
Agfa-Werk wieder verkauft Mitarbeiter bringen das neue Firmenschild am Briefkasten an. Foto: Elsässer

Vaihingen (elf) – Die Mitarbeiter des ehemaligen Agfa-Werks in Vaihingen müssen sich einmal mehr an eine neue Unternehmensbezeichung gewöhnen. Connect Chemicals Production & Services GmbH heißt die Firma, die sich derzeit in der Gründungsphase befindet und deshalb noch den Zusatz „i. Gr.“ tragen muss. Die 44 Mitarbeiter wurden komplett in den neuen Betrieb übernommen.
„Die Einsicht, dass die Geschäftsidee nicht funktioniert hat“, hätten Handlungsschritte erforderlich gemacht, sagt Werksleiter Manfred Reichrath. Erst im November 2005 übernahm die a&o imaging solutions GmbH die Chemische Fabrik in der Steinbeisstraße. Die Geschäftsidee sei damals gewesen, den technischen Service für Fotolaborgeräte mit dem Vertrieb eigener Fotochemikalien zu verknüpfen. Doch das Unternehmen hatte keine Erfahrungen im Vertrieb von Chemikalien, so dass nach zwei Jahren unerfüllter Umsatzerwartungen nun der Verkauf anstand. Bereits im November 2007 verkaufte a&o imaging den technischen Service in Neuss an ein englisches Unternehmen und firmiert jetzt unter der Bezeichnung CMS.
Für die Fabrik in Vaihingen fand sich als Investor und Gründer des neuen Unternehmens die Connect Chemicals GmbH mit Sitz in Ratingen. Das mittelständische Mutterunternehmen agiert international und ist überwiegend im Handel für Spezialchemikalien tätig. Es besitzt Verkaufsbüros in den wichtigsten Industrieländern sowie Produktionsstätten in China. Mit dem Erwerb der Chemischen Fabrik in Vaihingen hat sich die Connect Chemicals GmbH ein europäisches Standbein mit eigener Fertigung geschaffen.
Die bisherige Fotochemikalienfertigung bleibt in Vaihingen auch unter neuer Flagge erhalten, der Vertrieb erfolgt über einen Exklusiv-Partner mit langjähriger Erfahrung im Foto-Geschäft. Hohe Erwartungen setzt das neue Unternehmen in die Ausweitung des Nicht-Foto-Sortimentes. Basar Karaca, einer der neuen Geschäftsführer, ließ auf der ersten Betriebsversammlung in der Fabrik am 1. Februar keinen Zweifel am wirtschaftlichen Sinn des Engagements aufkommen: „Mit dem Erwerb der Fabrik und der Übernahme des Personals verfügen wir nun in Europa über eigene Produktionskapazität mit langjährigem Fertigungs-Know-how. Dies ergänzt unsere Erfahrungen und Möglichkeiten im Chemiehandel und -vertrieb in hervorragender Weise. Das ist für uns ein logischer Schluss, das passt schon.“
Bis zur Ausgliederung im November 2005 hatte die Chemische Fabrik in Vaihingen über Jahrzehnte zur Agfa-Gruppe gehört und war dann Teil der verselbständigten AgfaPhoto GmbH geworden. Diese hatte nach knapp sieben Monaten Insolvenz angemeldet, ein großer Teil der Arbeitsplätze ging verloren.

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