80 Teilnehmer bei Heiße-Herzen-Fahrt

Erstellt: 20. Dezember 2010

Roßwag/Vaihingen (elf). Spätestens dann, wenn der Vaihinger Kanuclub seine Heiße-Herzen-Fahrt auf der Enz veranstaltet, weiß man, dass Weihnachten vor der Tür steht. Am Samstag erfreuten sich wieder zahlreiche Teilnehmer am kalten Paddelspaß und die Zuschauer an den fantasievoll verkleideten Paddlern.
Es ist ja eigentlich eine reine Sommerangelegenheit, das Kanufahren auf der Enz. Bei heißen Temperaturen und Sonnenschein flussabwärts zu paddeln und dazwischen eine Grillpause einzulegen, ist eine feine Angelegenheit für die ganze Familie. Kann so etwas auch im Winter Spaß machen, bei Temperaturen um minus acht Grad? Die Antwort fällt kurz aber deutlich aus: Ja, es kann!
Den Beweis lieferten am Samstag 80 Personen, die in rund 50 Booten an der zwölften Auflage der Heiße-Herzen-Fahrt teilgenommen haben. Warm eingepackt in dicke Klamotten trotzten sie der kühlen Witterung und erwärmten die Gemüter mit ihren fantasievollen Kostümen. Da sah man eine Gruppe des Schützenvereins Aurich als Ritter verkleidet mit einer Kanone am Bug, die Familie Beukmann aus Ensingen funktionierte drei Boote zum Zirkus-Zug mit Lokomotive und Anhängern um, das Haus Johanni aus Eberdingen bastelte sich das Rentier Rudolph mit der roten Nase aufs Boot… Kein Wunder, dass sich beim Start in Roßwag, auf der Enzbrücke in Vaihingen sowie am Ziel bei der Anlegestelle beim Freibad zahlreiche Zuschauer eingefunden haben, um die verkleideten Paddler mit ihren geschmückten Booten zu bestaunen.
Mit dabei war auch der Leiter des Vaihinger Polizeireviers, Polizeirat Markus Bauder, der ganz in zivil, dafür mit Schwimmwesten ausgestattet, mit seiner Familie teilnahm. Offenbar setzt auch die SPD bereits voll auf Wahlkampf für die bevorstehenden Landtagswahlen in Baden-Württemberg im kommenden März. Denn Landtagsabgeordneter Wolfgang Stehmer aus Hemmingen und sein Zweitkandidat Lars Barteit aus Eberdingen machten in einem roten Boot Werbung in eigener Sache. Die jüngste Teilnehmerin war nach Angaben des Veranstalters fünf Jahre alt und fuhr als Passagier in einem Kanadier mit. Vier Personen war die fünf Kilometer lange Strecke von Roßwag bis Vaihingen offenbar nicht lang genug. Sie paddelten bereits ab Mühlacker los.
Bei einem Wasserstand von 1,36 Meter war die Heiße-Herzen-Fahrt ohne Bedenken durchzuführen. „Bis vor kurzem hatten wir wegen des hohen Pegels in der Enz noch Bedenken, ob die Fahrt stattfinden kann“, sagte Wolfgang Nagel vom Kanuclub CJD Schloss Kaltenstein Vaihingen. Ab 1.80 Meter wäre es kritisch geworden. „Mit dieser Veranstaltung wollen wir Aufmerksamkeit erregen“, sagte Nagel. Damit meinte er allerdings weniger den eigenen Club als den guten Zweck, der mit der Heiße-Herzen-Fahrt verfolgt wird. So wird der Erlös der Veranstaltung in diesem Jahr der Lebenshilfe Vaihingen-Mühlacker zukommen. Alleine durch die Startgelder und zusätzliche Spenden sind bereits 450 Euro zusammengekommen. Hinzu kommt noch der komplette Erlös aus der Après-Paddel-Party des Jugend-Rot-Kreuz Vaihingen. Auch die Freiwillige Feuerwehr Vaihingen leistete ihren Beitrag zur Veranstaltung. Sie sicherte die Veranstaltung mit zwei Booten, zwei Fahrzeugen und elf Kräften ab.

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