50 Jahre Ensinger Grundschule

Erstellt: 20. Oktober 2008
50 Jahre Ensinger Grundschule Der Ensinger Grundschulchor. Foto: Bögel

Ensingen (ub) – Die einzige „Ungereimtheit“ an diesem Nachmittag waren die zwei verschiedenen Zahlen. Vaihingens Oberbürgermeister Gerd Maisch rechnete vor, dass fast 2000 Schüler das Ensinger Schulgebäude in den letzten 50 Jahren besucht hätten, Ortsvorsteher Werner Rohloff kam dagegen auf 7000 Schüler. Beim Nachrechnen scheinen die Informationen von Rohloff zu stimmen.
Das störte die Harmonie aber nicht: Am Samstag wurde mit Gesang, Theater, einer Modenschau und Reden das 50-jährige Bestehen der Ensinger Schule am Schwalbenweg gefeiert. Von allen Seiten wurde das runde Jubiläum gewürdigt – Rektorin Heide Bolter: „Eine gut funktionierende Grundschule ist für den Charakter eines Dorfes wichtig“, OB Maisch: „Damals wie heute ist die Ensinger Grundschule etwas Besonderes“, Ortsvorsteher Rohloff: „Trotz zurückgehender Schülerzahlen ist der Bestand nicht gefährdet.“
Einen Rückblick in die Zeit um 1958 gab es bei der Feier von Werner Schmid und drei Schülern: Viele Buben und Mädchen waren damals beim Kartoffelkäfersammeln, man durfte nur rechts schreiben („links schreiben ist verboten“) und wer nicht parierte, musste eine halbe Stunde mit erhobenen Armen in der Ecke stehen. Für die damals noch selbstständige Gemeinde Ensingen mit Bürgermeister Konrad Mack (heute 88 Jahre) war es zu jener Epoche aber eine mutige Entscheidung, das heutige Schulgebäude am Ortsrand zu bauen. Bevor es am 10. Mai 1958 eingeweiht wurde, fand der Unterricht an zwei verschiedenen Gebäuden – so auch im Rathaussaal – statt. Ortsvorsteher Rohloff: „Um die laute Stimme von Konrad Mack zu übertönen, stimmten die Schüler immer ein Lied an.“
Der Gemeinderat sei damals stolz gewesen, so gebaut zu haben. Um das Schulgebäude zu schonen, mussten Schüler und Lehrer Filzpantoffel tragen. Erst Ende der 60er Jahre wurde dieses Gebot nach einer Besichtigung aufgehoben.
„Damals wie heute kann sich die Ensinger Schule sehen lassen“, freute sich Rektorin Heide Bolter. Auch das Lehrschwimmbecken – 1958 war Ensingen die erste Schule im damaligen Landkreis Vaihingen mit einem Lehrschwimmbecken – passe hervorragend zu dem sportlich-musischen Profil, das sich die Schule gegeben habe.
Ein erneutes Bekenntnis für die Grundschulen vor Ort gab es am Samstagnachmittag von Oberbürgermeister Maisch. „Die Schulen sind unsere Zukunft.“ Die Stadt wisse um ihre Aufgabe und führe laufend Renovierungsmaßnahmen an den Gebäuden in den Stadtteilen durch. In den vergangenen Jahrzehnten sei schließlich mehrmals überlegt worden, das Lehrschwimmbecken und die gesamte Schule zu schließen. 50 Jahre Grundschule in Ensingen sei, so Maisch, auch eng mit dem Namen Rohloff verbunden. Sibylle Rohloff war 20 Jahre Schulleiterin, bis sie vor einem Jahr von Heide Bolter abgelöst wurde. Maisch sicherte zu, dass sich der Gemeinderat im November mit der Finanzierung der jetzt bestehenden Bläserklasse (die VKZ berichtete am Samstag) beschäftigen werde. „Das Ziel ist, dass sie nachhaltig bestehen bleiben kann.“
Apropos Geld: Heiko Welz, Vorsitzender des Fördervereins, mahnte eine lecke Umwälzpumpe beim Lehrschwimmbecken an. Bei anstehenden Kosten von 1250 Euro gab es am Samstag bereits ein zustimmendes Nicken des Stadtoberhauptes.
Pfarrer Sieghard Blanc sagte, dass bei diesem Jubiläum die Menschen an erster Stelle stehen, die Schüler, Lehrer und Eltern, die das Schulgebäude mit Leben erfüllen. Die christlichen Werte würden hier noch vermittelt. Elternbeiratsvorsitzender Peter Schönweitz machte sinkende Schülerzahlen, aber steigende Anforderungen aus. „Die Schüler müsssen auf das lebenslange Lernen vorbereitet werden.“
Während es zum musischen Profil der Schule gehört, dass der Schulchor unter der Leitung von Annette Klär-Klaschka souverän seine Auftritte meisterte, gab es zum Schluss der Feier eine Premiere: Ein Eltern-Lehrerinnen-Chor (natürlich auch mit Rektorin Heide Bolter) würzten das Schuljubiläum mit alten Schnulzen. „Pack die Badehose ein“ durfte ebenso nicht fehlen wie die „zwei kleinen Italiener“. Auch die Verköstigung an diesem Nachmittag basierte aus Rezepten aus den 50er Jahren.

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