250 Jahre Hardt- und Schönbühlhof

Erstellt: 1. Juni 2010
250 Jahre Hardt- und Schönbühlhof Der Ort mit den zwei Muttergemeinden. Foto: Rücker

Hardt- und Schönbühlhof (sr). Die Anfänge des besonderen Dorfes waren durch Elend und Zank geprägt. Im Jahr 1760 wurde das erste Gebäude des Hardt- und Schönbühlhofs auf Schwieberdinger Markung erbaut. Heute ist der 330-Seelen-Ort modern und von Zusammengehörigkeit geprägt.
 Der Weiler, direkt an der Bundesstraße 10 gelegen, ist ein außergewöhnlicher Ort. Hier wird der letzte Anwalt Württembergs gewählt, der in Person von Helmut Beck die Interessen der Einwohner vertritt. Außerdem hat das Dorf mit Schwieberdingen und Markgröningen zwei Muttergemeinden. Die Gemarkungsgrenze führt sogar mitten durch ein Haus (die VKZ hat berichtet).
Am Wochenende wird auf dem Hardt- und Schönbühlhof, kurz Hof genannt, Geburtstag gefeiert. Vor 250 Jahren gründeten zwei mutige Familien den Hardthof am Rande der Ortsflur von Schwieberdingen. Johannes Schettler habe mit seinem Weibe Appolonia samt sechs Kindern sowie dem Schwager mit Familie „das neu gebaute Haus auf der Hardt vor zwei Wochen bezogen“, ist im Schwieberdinger Kirchenkonventsprotokoll zu lesen.
Nur kurz nach dem Umzug werden die Eheleute Schettler allerdings schon beim Schwieberdinger Pfarrer vorstellig. Die sechsfache Mutter klagt ihr Leid und auch ihr Gatte, von Beruf Leinenweber, sagt, er wolle lieber sterben, als in solchem Elend mit seinem Weibe zu leben. Doch die Schwieberdinger Häuser von Schettler und Schwager Johann Georg Beck sind verkauft.
Zehn Jahre lang leben die beiden Familien mit insgesamt 14 Kindern isoliert auf dem Hardthof. Durch harte Arbeit und Zukauf von Land etablierten sie „zwei überlebensfähige Bauernhöfe“, wie es in der Chronik der Gemeinde heißt. Drei Markgröninger Bürger stoßen schließlich hinzu und gründen im Jahr 1770 ihre Höfe, wodurch eine weitere Schwester zu Appolonia und Sophie hinzukommt. Der Grundstein für den Schönbühlhof auf Markgröninger Markung war nun gelegt. Bald lebten fünf Hofstellenbesitzer dicht beieinander und gerieten in kürzester Zeit aneinander. Dreimal mussten die Hofherren beim Markgröninger Gericht vorstellig werden. Der Zugang zur Schwieberdinger Markung und ein Brunnen waren unter anderem Anlass für die Unstimmigkeiten.
Mittlerweile leben rund 330 Menschen in dem besonderen Ort. Vom Bauerndorf in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts sind noch fünf Vollerwerbslandwirte übrig. Einer von ihnen ist Anwalt Helmut Beck. In seiner Funktion möchte Beck den Ort vorwärts bringen. Die ehemalige Römerstraße, an welcher der Doppelweiler liegt, hatte immer eine große Bedeutung für die Gemeinde. Einerseits brachten Fuhrleute Neuigkeiten und Gerüchte zeitnah unters Volk, andererseits musste in Kriegszeiten Soldaten- und Söldnerheeren Tribut gezollt werden.
Im Jahr 1957 konnte die Umgehungsstraße, die „neue“ B 10, ihrer Bestimmung übergeben werden. 1999 wurde die kreuzungsfreie Einfahrt auf die Bundesstraße in Richtung Stuttgart eingeweiht. „Neben dieser Beseitigung eines großen Gefahrenpunktes hat auch die mittlerweile den gesamten Hof umfassende Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Kilometer pro Stunde die Lebensqualität hier nachhaltig verbessert“, wird in der Chronik gelobt.
Geboren sei der Ort vor 250 Jahren auf der einen Seite aus der Not heraus, da die Parzellen durch Erbteilung zu klein geworden waren. Auf der anderen Seite habe Wagemut die Gründerfamilien bewegt. Heute prägt der Gemeinschaftssinn das Gemeindeleben, das zeige sich nicht zuletzt in den Vereinen und Gruppierungen.
Der Hof sei ein „zweigeteilter Ort und dennoch eine Einheit“, sagt der Anwalt, der im juristischen Sinne keiner ist.
Termine der 250-Jahr-Feier:
Freitag (4. Juni): 20 Uhr – Besser live
Samstag (5. Juni): 14 Uhr – Kinderfest und bunter Nachmittag, 20 Uhr – Die Auwälder
Sonntag (6. Juni): 9.45 Uhr – Gottesdienst,
11 Uhr – Frühschoppen mit Oldiekapelle Musikverein Schwieberdingen, 14 Uhr – Festzug mit über 400 Teilnehmern, anschließend Musikverein Unterriexingen und Musikverein Schwieberdingen im Festzelt, 20 Uhr – Stadtkapelle.

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