25 Jahre „Die kleine Tierschau“

Erstellt: 1. Oktober 2014
25 Jahre „Die kleine Tierschau“ "Die kleine Tierschau" in Sersheim. Foto: Arning

Sersheim (aa) – Das Wunder von Heubach lebt. Und wie! 25 Jahre „Die kleine Tierschau“ – das sind 25 Jahre große Unterhaltung. Am Samstag war die Truppe in der Sersheimer Sport- und Kulturhalle zu erleben. Und gut 800 Besucher waren aus dem Häuschen.
25 Nummern aus 25 Jahren waren angesagt. Waren es 25 Nummern? Hat jemand mitgezählt (vielleicht auch beim Krankenschwestern-Strip von Michael Gaedt)? Egal. Was die inzwischen reifen Herren auf der Bühne der Sersheimer Halle boten, hat noch kaum etwas vom jugendlichen Schwung der Gründerjahre verloren, als die Truppe von der Ostalb noch als „Alternative zum guten Geschmack galt“. Schon 1984 war das Trio in der Vaihinger Peterskirche zu erleben. Damals half es beim von der Vaihinger Kreiszeitung, der Volksbank und der Stadt Vaihingen initiierten „Kulturado“ mit, die damalige Vaihinger Kulturwüste zu bewässern.
Zweieinhalb Stunden dauert die Schau, die gespickt ist mit Nummern aus den Erfolgsprogrammen eines Vierteljahrhunderts. Das Billard-Spiel mit dem badekappengeschmückten Publikum darf nicht fehlen. Darüber hat man sich vor 24 Jahren in der Peterskirche schon gekugelt vor Vergnügen. „Sind wir hier in eine illegale Spielhölle geraten? Ihr steckt ja alle unter einer Decke.“ Die Gags sind nicht totzukriegen. Wenn Michael Gaedt „Eye of the tiger“ als „Die Eier des Tigers“ übersetzt, brüllt der Saal. Wenn Ernst Mantel die schwäbisch-alemannische Guggenmusik mit Einkaufstaschen zelebriert („I soll hier jetzt ein Lidl singen…“), sind die Schenkelklopfer garantiert. Wenn Michael Gaedt aus der Mülltonne auftaucht, sich in einer anderen Nummer zu „Fever“ entblättert, steigt die Spannung – bis zum blendenden Blitzlicht. Dafür liegt Schulig auf dem Rücken und spielt den Bass.
In der ersten Reihe geht die Angst um. Wer muss auf die Bühne? Vorläufig niemand. Das Trio spielt auch noch das Publikum in Form der Polizeisportgruppe Göppingen. Aber der Abend ist ja noch lang. Sicher kann niemand sein. Die Nummer mit den Mini-Motorrädern darf nicht fehlen. Und dabei klappt auch der todesmutige Stunt: Gaedt schafft den Sprung über zwei Motorräder. Wär’ doch gelacht.
Die drei Herren steppen, tanzen, singen, legen aber auch „besinnliche“ Momente ein, während es hinter dem Vorhang rumort. Unzählige Requisiten werden benötigt für die Schau. Kleine Bühnen sind nicht geeignet für die kleine Tierschau. Im Playmobil-Outfit wird bei der Village-People-Persiflage aus „YMCA“ eine Hymne an den ADAC. Die Schrecken einer Tüv-Abnahme werden an einem Boxauto zelebriert. Scharfe Hunde sind das, die da in ihren blauen Kitteln zu Werke gehen. „I hab’ letzte Woch’ net mol mein eigene Zafira durchlassa.“ Das Lied auf die Schwaben, die Pfundskerle sind, die aber niemand leiden kann, darf nicht fehlen. Und dann erwischt es doch noch einen. Hinterhältig grinsend marschiert Gaedt ganz nach hinten in den Saal und greift sich Axel. Er muss unter die original indische Turban-Wickel-Maschine.
22.20 Uhr. Die Top-Ten der Rockmusik („Born to be wild“, „Satisfaction“…) erklingen im weichgespülten Bossa-Nova-Sound. Und dann: „Wer hat an der Uhr gedreht?“ Ein untrügliches Zeichen zum Finale – natürlich mit den Hits über „Gaby“ und von „Campari pur“. Das Publikum macht die Welle, die Matrosen Schulig und Mantel blicken in die tobende See, Gaedt lässt sich durch den Saal treiben. Ein wehmütiges „Alo Ahe“. Das war’s. Die Gäste trampeln, johlen, feiern.
Der veranstaltende Sport- und Kulturverein (SKV) hat wieder einmal einen Volltreffer gelandet. Wer noch nicht genug hat: „Die kleine Tierschau“ ist in diesem Jahr noch einmal im Raum Vaihingen zu erleben. Am 29. November ist das „Schbieldesle“ in der Vaihinger Stadthalle der Gastgeber.

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