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Wie entsteht eine Zeitung?
Die VKZ ist eine Lokalzeitung, die ihren überregionalen Teil von den Stuttgarter Nachrichten bezieht.
Zeitungen sind gegliedert in den Anzeigenteil und in den redaktionellen Teil.
Anzeigen:
Der überwiegende Erlös für die Finanzierung einer Zeitung stammt aus den Anzeigen. Geschäfte, Unternehmen, Privatleute geben gegen Bezahlung Anzeigen auf. Den Inhalt (Text) der Anzeigen können sie selbst bestimmen. Ebenso den Erscheinungstag.
Der Preis für eine Anzeige richtet sich nach der Druckauflage: Je höher die Auflage, um so teurer die Anzeige. Ansprechpartner für die Anzeigen ist die Anzeigen-Abteilung.
Zu erreichen bei der VKZ unter der Telefon-Nummer 07042/91940.
Inzwischen kommen viele Anzeigen per Mail und per Fax und sind auch von den Kunden selbst gestaltet. Die Gestaltung erfolgt ansonsten durch die Technik der VKZ. Kunden können selbstverständlich einen Korrekturabzug erhalten. In der Technik der VKZ werden die Anzeigen auf den Seiten zusammengefasst.
Man achtet dabei auf eine Gliederung, z.B.
- Stellenangebote
- Immobilien
- Privatanzeigen
- Automarkt
- Veranstaltungen
- usw.
Anzeigen können auch „unter Text“ gebucht werden. Das bedeutet: Sie stehen auf einer Seite, auf der oben Text aus der Redaktion steht. Anzeigen unter Text sind teurer. Grundsätzlich ist jede Anzeige auch farbig möglich (Preisaufschlag).
Redaktion:
Die Redaktion sammelt und schreibt Berichte.
Zu erreichen ist die Redaktion unter der Telefon-Nummer 07042/91950.
Bei der VKZ wird der Lokalteil in Vaihingen erstellt, der überregionale Teil („Mantel“ genannt) wird von den Stuttgarter Nachrichten bezogen (gekauft). Es ist für eine kleine Zeitung nicht machbar, alle Ressorts zu besetzen.
Bei der VKZ gibt es (Stand Mai 2007): Vier Redakteure, eine fest angestellte Journalistin und eine Volontärin (Azubi). Ein Redakteur ist für den Sport zuständig. Die Sekretärin betreut Aufgaben wie: Termine, Kinokalender, Glückwünsche, Honorarabrechnungen....
Ein Redakteur ist jeweils für eine Woche der „Chef vom Dienst“. Er koordiniert die Berichte in der Zeitung und baut sie am Abend auch am Bildschirm zusammen.
Montags ist Terminbesprechung für die ganze Woche: Es wird eingeteilt, welche Termine man besetzt. Dazu liegen in der Regel Einladungen vor. Natürlich kann immer etwas dazwischen kommen. Es brennt, es ereignet sich ein großer Unfall, es gibt ein unerwartetes Ereignis. Die Polizei und die Feuerwehr rufen auch in der Nacht an, wenn etwas passiert ist. Die Polizei schickt zum Beispiel jeden Tag einen Pressebericht, in dem die Unfälle aufgeführt sind. Außerdem müssen eigene Geschichten die Zeitung füllen. Jeden Tag gibt es eine Planung für die kommende Ausgabe. Was kommt morgen in die Zeitung? Was ist der so genannte Aufmacher? (Thema auf der ersten Lokalseite oben).
Redakteure und Techniker müssen regelmäßig am Wochenende arbeiten, sonntags entsteht die Ausgabe für Montag. Für Sonntagsarbeit gibt es einen freien Tag unter der Woche. Redakteure erhalten ein festes Gehalt vom Verlag. Sie haben in der Regel ein Studium und ein Volontariat absolviert.
Auf die Mitarbeit von „freien Mitarbeitern“ ist eine Lokalzeitung dringend angewiesen. Sie schreiben zum Beispiel Fußballberichte, Berichte über Versammlungen, Artikel über Schulfeste usw. Feste freie Mitarbeiter werden nach abgedruckten Zeilen bzw. nach abgedruckten Fotos bezahlt. Die Vergütung richtet sich nach der Größe der Zeitung und nach dem Können der Mitarbeiter. Jeder Artikel muss redigiert werden. Darunter ist die journalistische und redaktionell verantwortliche Bearbeitung mit dem Ziel, ihn faktisch richtig, sprachlich verständlich, grammatikalisch korrekt und rechtlich unanfechtbar zu machen. Beim Redigieren entstehen auch die Überschrift und der Untertitel.
Technik, Zusammenfügen von Anzeigen und Text:
Da die Zeitung in der Regel nur in Schritten von vier Seiten gedruckt werden kann, erfolgt im Laufe des Vormittags eine Abklärung. Wie viele Seiten liefern die Stuttgarter Nachrichten? Wie viele Seiten braucht die Anzeigenabteilung?
Wie viele Textseiten braucht die Redaktion? Daraus ergibt sich ein Seitenplan, der an die Druckerei gemeldet wird. Dabei müssen die Farben angegeben werden, damit sich die Druckerei darauf einstellen kann.
Der lokale Teil beginnt auf Seite 9 (bei 24 Seiten und mehr), auf Seite 11 bei 20 Seiten. Am späten Nachmittag werden die Seiten in der Redaktion (Text) und in der Setzerei (Anzeigen) zusammengebaut. Das geschieht im so genannten Ganzseitenumbruch am Bildschirm. Jeder Artikel, der im Laufe des Tages geschrieben und bearbeitet wurde (die Redakteure schreiben ihre Artikel selbst ins System, Artikel von freien Mitarbeitern kommen per E-Mail und werden in einen Artikel umgewandelt bzw. von Schreibkräften erfasst) hat eine Job-Nummer, die notiert werden muss. Durch diese Nummern bzw. auch durch andere Faktoren (Erfassungsdatum, Name des Erfassers) können die Artikel aufgerufen werden.
Die Artikel sind verschieden groß. Kleinste Form ist der Einspalter (er geht in der Breite über eine von insgesamt fünf Zeitungsspalten). Bilder werden fast ausschließlich digital aufgenommen. Sie werden auf einem Chip gespeichert. Die Redakteure geben in der Technik an, wie groß das Bild sein muss. Hier wird es bearbeitet (schwarz-weiß oder farbig) und mit einem Namen in die Tagesproduktion gestellt. Von hier kann es abgerufen werden. Bis gegen 20 Uhr sind in der Regel die Seiten komplett fertig.
Druck:
Die Blei-Ära ist im Zeitungsdruck längst Vergangenheit. Begriffe wie Bleiwüste, für eine Seite voller Buchstaben und ohne Bilder, sind lediglich Relikte aus jener Zeit des Bleisatzes. Heute werden Druckplatten einfach wie ein Foto entwickelt und sie sind fast genauso leicht. Innerhalb weniger Minuten sind sie auf die Walzen in der Druckmaschine aufgezogen.
Besuch im Druckzentrum Waiblingen, wo die Vaihinger Kreiszeitung zusammen mit anderen Zeitungen hergestellt wird. Die in Vaihingen gefertigten Lokalseiten sind im Laufe des Abends übermittelt worden, die Mantelseiten von den Stuttgarter Nachrichten sind da. Der Seitenplan liegt der Crew vor. Wo wird farbig gedruckt? Wie werden die Seiten platziert?
Überall riecht es nach einem Mix aus Farbe, Lösungsmittel und Schmierfett. Drei Lagen Papier, durch Umlenkwalzen nur wenige Zentimeter voneinander getrennt, sausen durch ein dreistöckiges Monster aus Stahl. Gut acht Meter geht es in der Sekunde vorwärts. Dadurch, dass alle Seiten parallel gedruckt werden, sind in einer Sekunde acht Exemplare der Vaihinger Zeitung fertig. Zumindest dann, wenn die Maschine auf Hochtouren läuft.
Anfangs wird natürlich noch geschaut, ob alles stimmt. Da läuft der Druck nur mit einem Drittel der möglichen Geschwindigkeit. Aber auch hier darf nichts schief gehen, sonst sind innerhalb nur einer Minute knapp 180 Ausgaben reif für den Mülleimer.
Wenn aber alles soweit passt, wird Vollgas gegeben. Aufgereiht wie eine endlose Schlange Dominosteine laufen die fertigen Zeitungen aus der Druckmaschine, schon fertig gefaltet und in der richtigen Reihenfolge zusammengesetzt. Alle paar Sekunden wird per Knopfdruck ein Probeexemplar entnommen und noch einmal genau unter die Lupe genommen.
Nach 20 Minuten ist der ganze Spuk vorbei. Wer schnell ist, schafft es jetzt noch, im Versand die letzten Exemplare über die schier endlosen Förderbänder in die Maschine, in der die Werbeprospekte einsortiert werden, laufen zu sehen. Danach geht es noch einmal kreuz und quer in der Warteschleife unter der Hallendecke bis zur Sortier- und Verpackungsmaschine. Fünf Minuten nachdem die letzte VKZ die Druckmaschine verlassen hat, liegt sie aber normalerweise schon auf der Palette und wird verladen.
Nach einer knappen halben Stunde deutet quasi nichts im Druckhaus Waiblingen mehr darauf hin, dass gerade die VKZ produziert wurde. Nur wer genau hinschaut, findet irgendwo im Abfall noch ein Exemplar aus dem Probedruck oder im Recycling-Container eine verbrauchte Druckplatte.
Vor der Halle wartet schon der Fahrer. Er verstaut die Pakete mit den exakt abgezählten Zeitungen für die einzelnen Bezirke nach einem bewährten Routenplan. Je nach Wetterverhältnissen dauert es jetzt noch maximal zwei bis drei Stunden, bis alle Pakete bei den Austrägern sind. Und pünktlich zum Morgenkaffee sollte dann auch ein druckfrisches Exemplar in Ihrem Briefkasten stecken.
Vertrieb:
Die Abonnenten werden in der Vertriebsabteilung erfasst. Hier gibt es einen Stamm von festen Austrägern, die nach zugestellten Zeitungen bezahlt werden. Die Lieferung der Zeitungen erfolgt nach einem exakt definierten Stückplan. Abbestellungen oder Neubestellungen gehen über den Vertrieb, Urlaubsunterbrechnung sollten hier rechtzeitig gemeldet werden.


