Donnerstag, 09. Februar 2012

Nachwuchssänger zieht es nach Ensingen


Laura Walter singt ihren ersten eigenen Song ein. Foto: Schmid

Ensingen – In der Musikwelt groß rauskommen, das ist der Traum vieler junger Frauen und Männer in der Republik. Auch die 18-jährige Laura Walter hat diesen Wunsch. In einem professionellen Ensinger Tonstudio hat sie deshalb ihren ersten eigenen Song aufgenommen. Die Vaihinger Kreiszeitung hat dabei hinter die Kulissen geschaut.

Die großen Weltstars geben sich die Klinke in Ensingen noch nicht in die Hand. Dafür tummeln sich in dem kleinen verträumten Vaihinger Stadtteil jede Menge Nachwuchshoffnungen der Musikindustrie. Zu finden sind sie in einem unscheinbaren Haus an einem Sträßchen mitten im Ortskern. Darin hat Ralf Lehanka im Erdgeschoss ein professionelles Tonstudio eingerichtet.

Zuletzt arbeitete er mit Mareike Reetz alias Mary – eine der Finalisten beim Songcontest „Baden-Württembergs Beste“ des Stuttgarter Radiosenders „Hit-Radio Antenne 1“. Aber auch die Sängerin der deutschen Schlagerband Fernando Express ging bei Lehanka bereits ein und aus. Insgesamt haben bei ihm bisher rund 100 Sänger Lieder aufgenommen – manche waren gut, andere weniger. Eine seiner aktuellen Hoffnungen ist die 18-jährige Laura Walter aus Enzberg. Die junge Frau hat zwar schon einige Aufnahmen gemacht, professionell waren die aber nicht. Das möchte Ralf Lehanka ändern, denn er meint, dass er in Laura Walter ein echtes Gesangstalent aufgespürt hat.

„Ich singe heute meinen ersten richtigen Song ein“, erläutert die 18-jährige Nachwuchssängerin stolz. Kein Playback, kein Remix, ein Song, der extra für sie geschrieben wurde. Die Musik hat Studiobesitzer Ralf Lehanka selbst komponiert – er spielt seit seinem zehnten Lebensjahr Klavier, war zwei Jahre lang an einer Jazz-Schule in München und tourte als Musiker durch die Schweiz und Süddeutschland. Die Texte schreibt ein Kompagnon aus Mannheim.

Nach einigen Probedurchgängen verschwindet Laura Walter in einer spärlich eingerichteten Kammer: Mikrofon, Kopfhörer, Notenständer. Lehanka macht es sich an seinem Arbeitsplatz im Zimmer nebenan gemütlich, schiebt ein paar Regler seines schwarzen Mischpultes nach oben. Eine flotte Melodie erklingt. Wenige Sekunden später kommt dazu die Stimme von Laura: „Like a walk over the rainbow, like a journey to mars.“ Der Refrain des Songs klingt modern, spritzig, hat Ohrwurmcharakter.

Bis das kurze Stück des Liedes gut genug aufgenommen ist, dauert es eine ganze Weile. Immer und immer wider singt die 18-Jährige den Refrain neu ein. „Wir machen das so lange, bis die Aufnahme perfekt ist“, sagt Ralf Lehanka. Die Arbeiten für einen Song im Studio könnten sich manchmal über Tage hinziehen. „Manchmal passt aber auch schon alles nach einem Treffen.“

Für das Projekt mit Laura hat der Musikproduzent mehrere Tage angesetzt. Ihre Stimme sei zwar gut, aber noch nicht genügend trainiert. „Das dauert noch ein bisschen“, sagt er. Laura Walter macht das nichts aus: „Ich will, dass mein erster Song gut wird. Das darf auch etwas länger dauern.“
Das komplette Lied am Stück wird bei den Aufnahmen nie eingesungen. Ralf Lehanka nimmt kleine einzelne Stücke auf und speichert sie auf seinem Computer. Später werden die Liedstücke kombiniert und ergeben das fertige Werk. „Das ist die größte Arbeit“, sagt Lehanka. Es komme nicht nur darauf an, das Lied zusammenzusetzen. Es werden Effekte hinzugefügt, Übergänge gestaltet und Bässe geregelt. Die fertige Version des Songs wird dann auf eine CD gebrannt.

Ob und wann Laura Walter aus Enzberg den Sprung auf die großen Bühnen schafft, steht in den Sternen. „Wenn wir weiter trainieren und sie sich so entwickelt wie bisher, ist das aber durchaus möglich“, sagt Lehanka.

Philipp-Marc Schmid


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