28/09 2010
Gesundheit der Pferde hat Vorrang
Nussdorf (sün). Zum zweiten Mal hat in Nussdorf eine Springprüfung der Klasse S statt gefunden. Aufgrund des starken Regens sagten viele Reiter ihre Teilnahme ab. Timo Demel kam mit den erschwerten Bedingungen am besten zurecht und setzte sich im Stechen durch.
Zwölf Sprünge waren auf der Anlage des Reit-, Fahr- und Zuchtvereins (RFZV) Nussdorf zu absolvieren, darunter zwei Doppelkombinationen am sechsten und achten Hindernis. Am besten sprang Timo Demel (RFV Hildesheim) auf Arabesque durch den Parcours. Im Stechen setzte er sich in der auf 330 Meter und acht Sprünge verkürzten Bahn mit einem Abwurf in 43,45 Sekunden durch. Zweiter wurde wie auch im vergangenen Jahr Frank Trepisur (RV Pforzheim-Hohberg) in 49,42 Sekunden mit ebenfalls einem Abwurf, vor Thomas Kluge (RFV Murrhardt) mit drei Abwürfen. Christian Kraft (RFV Leonberg) gab im Stechen zum Schutz des Pferdes auf und wurde am Ende Vierter.
13 Starter versuchten im S-Springen ihr Glück auf der 420 Meter langen Bahn. Über die zwölf Sprünge mit zwei Doppelkombinationen blieben im ersten Durchgang nur Demel, Trepisur, Kluge und Kraft fehlerfrei und erreichten die Siegerrunde. Auffällig große Probleme bereitete den Reitern vor allem das erste Hindernis. Gleich vier Reiter leisteten sich hier einen Abwurf. Und auch drei der fehlerfreien Reiter touchierten die Stange.
Kluge auf Lara nahm im Stechen als erstes gestartet gleich drei Hindernisse mit und vergab damit seine Siegchancen. Besser machte es Demel. Nur ein Abwurf bedeutete die Führung für den Reiter des RFV Hilsbach. Auch Arcors, das Pferd des Vorjahreszweiten Trepisur vom RV Pforzheim, fegte einmal die Latte aus der Halterung, so dass sich Trepisur durch die schlechtere Zeit hinter Demel einreihen musste. Dem Leonberger Kraft hätte zum Schluss ein fehlerfreier Lauf für den Sieg genügt. Die Spannung auf den Rängen war deutlich spürbar. Als Kraft am sechsten Hindernis, der Doppelkombination beide Male abwarf, ging ein lautes Raunen durch das Publikum. Wenig später gab er auf, um sein Pferd Arktus zu schonen.
Probleme bereitete dem Veranstalter bereits im Vorfeld das schlechte Wetter. Zum Schutz der Tiere verzichteten viele Reiter auf einen Start in Nussdorf, da vor allem Pferde mit wenig Erfahrung in der höheren Klasse sich leicht verletzen können. So traten von 65 genannten Starten nur 13 an. Die starken Regenfälle des Vortags machten die Anlage rutschig. Auch die Ausrüstung mit Stollen an den Pferdehufen überzeugte nicht alle Reiter. Das Wohl der Tiere war wichtiger. So wurde auch der Parcours an die Witterungsbedingungen angepasst. Die Dreifachkombination wurde ausgelassen, um den Pferden mehr Anlauf zu gewähren. „Außerdem haben wir die Hindernisse auf Abschnitten plaziert die möglichst festen Untergrund bieten“, sagte Parcours-Chef Ralph Claasen-Hoffmann. „Des Weiteren ist in den Untergrund Sand eingestreut worden. Dadurch weicht der Boden weniger auf und wird nicht schlammig.“
Auch die trotz des schlechten Wetters zahlreich erschienenen Zuschauer kämpften mit den Gegebenheiten. Starker Wind und immer wieder einsetzender Regen sorgten für einen matschigen Boden und Pfützen. Dies machte das Ereignis zu einer regelrechten Schlammschlacht. Die Stimmung war dennoch ausgelassen. Etliche klatschten und jubelten begeistert den Springreitern zu. So war auch RFZV-Pressesprecherin Inge Gaupp zufrieden: „Für das Wetter sind doch einige Zuschauer hier. Von daher können wir durchaus zufrieden sein.“
