Vaihingen (tom). Die Frauenmannschaft des Club an der Enz Vaihingen hat ihr Auftaktspiel in der Hockey-Oberliga verloren. Trotzdem: Das 0:2 fühlte sich am Ende fast an wie ein Sieg.
Der Mannheimer HC II ist das Maß aller Dinge in der Hockey-Oberliga der Frauen. Bereits seit zwei Jahren ist die Mannschaft ohne jeden Punktverlust, doch als zweite Mannschaft können die Mannheimer nicht aufsteigen. Im ersten Saisonspiel in Vaihingen liefen zudem drei ehemalige Bundesligaspielerinnen auf. Keine leichte Aufgabe für Liga-Neuling Vaihingen, der auf die Stammtorhüterin Sibah Phillips (Schulteroperation) und Stürmerin Elvira Perleß (USA-Aufenthalt) verzichten musste.
Ebenfalls nicht beim Spiel war der neue Trainer Klaus Kaiser, da er bei dieser Partie noch nicht in die Spielplangestaltung eingebunden war. Seine Aufgaben übernahmen Ludwig Schmid und Tobias Müller.
Die Mannheimer Zweite setzte sich zu Beginn optisch ab, kam aber nicht zu nennenswerten Möglichkeiten. „Umso bitterer für uns war das 0:1“, so Tobias Müller. Zwei Deckungsfehler und mangelndes Attackieren des Gegners führten zum Treffer der Mannheimerinnen.
Vaihingen startete nun immer mehr Angriffe. Kora Rößler scheiterte zum Beispiel nur knapp am Torwart. Der Mannheimer HC II suchte sein Glück in Strafecken, da die gute taktische Ordnung der Vaihinger den Gästen kein Durchkommen ermöglichte. Müller hatte noch vor dem Spiel vor eben diesen Ecken gewarnt. Nun vergab Mannheim II gleich vier dieser Strafecken kläglich.
Ein Großchance von Sabrina Rummel nach der Halbzeitpause, dann plätscherte das Spiel vor sich hin – bis zur folgenden Aktion: Zunächst führte eine misslungene Abwehraktion des CEV zu einer weiteren Strafecke für Mannheim II. Nach einer tollen Kombination über fünf Stationen fiel das 2:0.
Keine zwei Minuten später setzte Lotte Schmid an der Mittellinie gegen die weit aufgerückte Mannheimer Verteidigung ein Solo an. Sie umspielte zwei Mannheimerinnen und hatte nun freie Bahn aufs Tor. Doch die zweite umspielte Mannheimerin setzte zu einer „in dieser Form nur aus dem Fußball bekannten“ (Müller) Attacke an. Am Ende lagen Schmid und die Mannheimerin minutenlang benommen am Boden.
Das unsichere Schiriteam entschied zunächst auf Ecke, was allerdings erst ab der Viertellinie möglich ist. Dann verhängte es eine Zeitstrafe von 15 Minuten (die Höchststrafe), verweigerte den Mannheimern aber die Möglichkeit nach 15 Minuten wieder aufzufüllen. „Ich bin seit 1994 Trainer und habe viele Spiele gesehen. Das war aber das übelste Foul, das ich je im Hockey gesehen habe“, zeigte sich Müller noch nach dem Schlusspfiff geschockt.
Die Überzahl beflügelte Vaihingen jedoch. Sie übernahmen die Initiative, erkämpften sich immer mehr Spielanteile und hatten zwei Großchancen, die allerdings nicht genutzt wurden. Am Ende fehlten den Vaihingerinnen dann die Kräfte und das Durchsetzungsvermögen vor dem Tor.
Doch das Interims-Trainergespann, die Zuschauer und auch der Gegner waren sich einig, eine klasse Partie der Vaihingerinnen gesehen zu haben, die es dem Klassenprimus mehr als schwer gemacht haben und nicht – wie erwartet – abgeschossen worden sind. Besonders lobende Worte fanden Mannschaft und Trainer für Anke Büscher, die im Tor ihre erste Partie bestritt und glänzend parierte.
Club an der Enz Vaihingen: Büscher – Steffi Gerds, Brust, Koröglu, Zündorf, Gerstung, Idelberger, Melanie Rummel, Sabrina Rummel, Gantenbein, Burgmaier, Fraas, Rößler, Schmid.
