Nach dem Abstieg schon wieder Letzter
Vaihingen (rkü). Der VfB Vaihingen bekommt nach dem Abstieg aus der Bezirksliga auch in der Kreisliga A3 keinen Fuß auf den Boden. Nach den Niederlagen gegen Aufsteiger SpVgg Bissingen und den VfL Gemmrigheim folgte jetzt das 1:3 gegen den SV Iptingen – den zweiten Aufsteiger.
Es war das Kellerderby in der Fußball-Kreisliga A3. Absteiger Vaihingen stand auf dem letzten, Aufsteiger Iptingen auf dem vorletzten Tabellenplatz. Nach zwei Spieltagen hatte das noch wenig zu sagen. Insbesondere für den VfB und seine Anhänger war es jedoch erschreckend, dass auch gegen den SV Iptingen wieder kein Punkt heraussprang. Zu harmlos präsentierten sich die Kicker aus dem Enztal, die ihre Gäste immer wieder frei zum Schuss kommen ließen.
Anastasios Anastasiou, der beim VfB zunächst auf der Trainerbank saß und von der 65. Minute an selbst mitspielte, sieht die Situation noch recht gelassen. „Wir haben uns schon mehr vorgenommen“, gibt er zu. „Wir sind gegen Iptingen gar nicht ins Spiel und nicht in die Zweikämpfe gekommen.“ Anastasiou ist beim VfB Vaihingen gemeinsam mit Martin Käpplinger für die Geschicke der Fußballer verantwortlich. Eine große Krise sieht er jetzt nicht auf den Verein zukommen. „Von wegen! Wir Trainer lassen uns auch nicht verrückt machen.“
Zwei Schüsse aufs Vaihinger Tor zeigten gleich in den ersten sieben Minuten des Spiels, dass der Aufsteiger aus Iptingen sich nicht verstecken wollte. Doch sowohl Julian Schreder als auch Eftal Cebeci zogen entweder am Gehäuse vorbei oder droschen das Leder genau in die Arme von VfB-Torwart Christian Richter. Als eine Viertelstunde gespielt war, kamen auch die Gastgeber zu ihrer ersten großen Torchance. Hatten die Iptinger Spieler auf einen Pfiff des Unparteiischen gewartet, der bereits einen Spielzug zuvor großzügig Abseits abgepfiffen hatte? Auf jeden Fall waren sie in der 16. Minute zu spät dran, um Giuseppe Carta den Ball abzunehmen. Er stürmte alleine auf Iptingens Torwart Alexander Ulm zu, der den Schuss mit Mühe zur Ecke entschärfte. Nur zwei Minuten später war Ulm wieder im richtigen Moment zur Stelle, als er beinahe 30 Meter vor seinem Gehäuse klären musste.
In der 30. Minute flankte Iptingens Steffen Glauner den Ball in Richtung Tor. Julian Schreder ließ ihn einmal aufhüpfen und versenkte das Leder dann in den Maschen des VfB-Gehäuses – 1:0 für den SV Iptingen. Die Gastgeber kamen durch Konter zwar ebenfalls wieder zu Möglichkeiten, doch entweder wurden sie vergeben oder Schiedsrichter Heiko Panhölzl entschied auf Abseits. Den zweiten Treffer des Spiels erzielten die Gäste aus einer Standardsituation heraus. Michael Knödl schoss den Ball aus einer Torentfernung von etwa 20 Metern über die Mauer aus Vaihinger Abwehrspielern. War Torwart Richter die Sicht verdeckt? Anders ist seine ausbleibende Reaktion kaum zu erklären.
Hochkarätige Torchancen hatte der SV Iptingen auch nach dem Seitenwechsel, doch entweder wurden die Stürmer davon selbst überrascht wie Manuel Rivoir in der 52. Minute nach einem Fehlpass oder sie schossen knapp am Tor vorbei. Ebenso überraschend wie das erste Tor der Gäste fiel in der 63. Minute der Anschlusstreffer der Gastgeber. Jan Golka war es, der den Ball per Kopf ins Gehäuse bugsierte – unbedrängt von der Iptinger Hintermannschaft. Die Vaihinger schöpften neue Hoffnung, holten den Ball aus dem Tor und spurteten mit dem Spielgerät zur Mittellinie. Doch die kurze Drangphase wurde nicht belohnt. Zwar zeigte sich der SV Iptingen kurzzeitig verunsichert, doch dann fiel die Entscheidung. Wieder war es Michael Knödl, der sich vor dem Vaihinger Strafraum den Ball für einen Freistoß zurechtlegte. Die Mauer stand – der Ball flog darüber hinweg und landete im Tor. Allerdings dieses Mal mit mehr Wucht, so dass den Vaihinger Torwart keine Schuld traf.
Michael Nimführ (VfB Vaihingen) musste fünf Minuten vor Spielende nach einer Unbeherrschtheit mit Gelb-Rot vom Platz. „Er hat ein paarmal was auf die Socken gekriegt“, nahm ihn sein Trainer in Schutz.
Tore: 0:1 Schreder (30.), 0:2 Michael Knödl (40.), 1:2 Golka (63.), 1:3 Michael Knödl (81.).
Gelb-Rote Karte: Michael Nimführ (85.).
Schiedsrichter: Heiko Panhölzl.
Zuschauer: 220.
Spieler des Tages: Michael Knödl (SV Iptingen).
VfB Vaihingen: Richter - Kunz, Müller, Barbera (77. Antonio Maggio), Andrea Maggio (46. Elezaj), Golka, Linorio (65. Anastasiou), Nimführ, Bachmann, Arndt, Carta.
SV Iptingen: Ulm, Michael Knödl, Keller, Dertinger, Glauner, Glashauser, Rivoir, Benjamin Rapp, Stephan Gerhard (88. Heiko Knödl), Cebeci (86. Jonas Rapp), Schreder (90. Matthias Gille).
