Freitag, 25. Mai 2012

Keine Überraschung in Kleinglattbach




Keine Überraschung in Kleinglattbach
TSV Kleinglattbach – TSV Nussdorf 1:3 (1:1)

Kleinglattbach (ev). Keine Pokalsensation gab es am Mittwochabend in Kleinglattbach. Der Fußball-A-Ligist TSV Nussdorf setzte sich gegen den eine Klasse tiefer spielenden TSV Kleinglattbach mit 3:1 durch, trotz der hereinbrechenden Dunkelheit.

„Es wird doch wohl kein Spielabbruch geben.“ Bereits bevor die Begegnung zwischen dem TSV Kleinglattbach und dem TSV Nussdorf begonnen hatte, machten sich einige Zuschauer Sorgen. Der Grund: Schiedsrichter Harun Yerli pfiff das Spiel auf dem oberen Platz an, ausgerechnet dort, wo die Flutlichtanlage nicht funktioniert.

Doch zunächst stellte das Licht die Spieler vor keine Probleme und die Zuschauer sahen eine recht ordentliche Pokalpartie. Die ganz große Spannung kam allerdings nicht auf, dafür erarbeiteten sich beide Mannschaften zu wenige Chancen. Doch immerhin: Beide Teams versuchten, spielerisch zum Torerfolg zu kommen und probierten, lange, hohe Bälle zu vermeiden.

In der 24. Minute brachte Alexander Stierl den TSV Kleinglattbach in Führung. Er war nach einer Flanke von Philipp Gutjahr mit dem Kopf zur Stelle. Der Ausgleich ließ allerdings nur zwei Minuten auf sich warten. Torschütze war Hassan Lamari. Er wollte eigentlich flanken, doch der Ball senkte sich ins Tor. Das Spiel war in der ersten Halbzeit ausgeglichen, das 1:1 dementsprechend verdient.

Auch wenn die großen Aktionen ausblieben, lernten die Zuschauer doch noch etwas in Sachen Regelkunde. Zum Beispiel, dass ein Spieler nach einer Behandlungspause abwarten muss, bis der Schiedsrichter ihn hereinwinkt. Nussdorfs Marco Schüle hatte das nicht getan und wurde mit Gelb verwarnt. Lektion Nummer zwei: „Wenn es dunkel wird, spielen wir halt auf dem anderen Platz weiter“, schlugen die besorgten Fans vor. Diese Option gibt es nicht. Dort, wo ein Spiel beginnt, muss es auch enden, sonst gibt es einen Abbruch. In der zweiten Halbzeit hatten die Zuschauer noch mehr Zeit, sich mit solchen Dingen zu beschäftigen. Ob es am immer dunkler werdenden Himmel lag? Das Spiel wurde auf jeden Fall einschläfernd. Die vielen Wechsel – im Pokal dürfen die Mannschaften bis zu fünf Mal wechseln – trugen ebenfalls nicht zum Spielfluss bei.

Erwähnenswerte Torraumszenen gab es trotzdem hüben wie drüben. In der 69. Spielminute hatte Michael Stefan eine Riesenchance. Er bekam den Ball, nachdem Nussdorfs Torwart Börn Rapp einen Schuss von Biagio Di Grigoli nur abklatschen konnte, und schoss vorbei. Kleinglattbach tat nun wieder mehr für das Spiel, doch nach 75 Minuten ging Nussdorf in Führung. Eigentlich fast aussichtslos, brach Johannes Wizemann, einer von Nussdorfs Aktivposten, durch die Kleinglattbacher Abwehr und beendete sein Solo mit einem Tor.

Dimitrios Kalamaris vergab wenig später eine Großchance zur vorzeitigen Entscheidung. Ein Lattenkracher, eine Chance von Wizemann – Nussdorf hatte jetzt die besseren Möglichkeiten. Doch erst drei Minuten vor dem Ende machte Fabian Feucht mit dem 3:1 endgültig alles klar.

Mittlerweile war es übrigens sehr dunkel. Ein Elfmeterschießen wäre kaum noch durchzuführen gewesen. „Beiden Teams war es lieber, in der Dämmerung zu spielen als auf dem anderen Platz“, so Kleinglattbachs Trainer Siegfried Blum. „Der hat etwas von einem Kartoffelacker“, ergänzte Schiedsrichter Yerli. Blum war mit der Leistung seiner Mannschaft nicht zufrieden, obwohl es lange so aussah, als könnte Kleinglattbach eine Überraschung schaffen. „Es waren viel zu viele lange Bälle“, schimpfte er. Nussdorfs Spielleiter Uwe Girstl murrte über technische Fehler. Er war allerdings zumindest mit dem Ergebnis zufrieden.

Tore: 1:0 Stierl (24.), 1:1 Lamari (26.). 1:2 Johannes Wizemann (75.), 1:3 Feucht (87.).
Schiedsrichter: Harun Yerli (Bönnigheim).
Zuschauer: 80.
Spieler des Tages: Johannes Wizemann (Nussdorf).
TSV Kleinglattbach: Wennagel – Josephy, Engelhardt, Di Grigoli (76. Römer), Dragun, Velardi (63.Fink), Blimundo (80. Bauz), Philipp Gutjahr, Zeltwanger (63. Egritas), Stierl, Stefan.
TSV Nussdorf: Rapp – Wagner (80. Grözinger), Kanz, Schüle (83. Daniel Rapp), Kugel, Frank, Dimitrios Kalamaris, Stahn, Manuel Rapp (60. Feucht), Lamari, Johannes Wizemann.




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