Oberriexingen (dha). Spielerisches gegen Kämpferisches, Frauen gegen Männer, Schwester gegen Bruder – Ein Testspiel der besonderen Art fand am Samstag auf dem Oberriexinger Sportplatz statt. Die zweite Mannschaft des gastgebenden TSV traf auf die Damen des FV Löchgau und gewann mit 5:2.
Eigentlich sollte die erste Mannschaft der Oberriexinger gegen die Löchgauer Frauen antreten, die in der zweiten Bundesliga spielen. Doch FVL-Trainerin Stefanie Schuster kam im Vorfeld des Tests auf die Oberriexinger zu und fragte, ob der TSV doch nicht mit der zweiten Garde spielen könnte. Der sagte zu. Gespielt wurde zweimal 30 Minuten.
Die TSV-Zweite hatte gleich von Beginn an etwas mehr vom Spiel und ging in der sechsten Minute in Führung. Nach einem langen Ball aus dem Mittelfeld war TSV-Stürmer Fatih Yerlikaya vor der herausstürmenden FVL-Torhüterin Tanja Arnold, die ebenfalls aus Oberriexingen kommt, am Ball, umkurvte diese und schob ins leere Tor ein. Durch die körperliche Überlegenheit hatte Oberriexingen mehr vom Spiel.
Zur zweiten Halbzeit wurde Kevin Streicher auf Seiten der Gastgeber eingewechselt und somit kam es zum Geschwisterduell zwischen Kevin und seiner Schwester Tammy im FVL-Trikot.
Drei Minuten nach Wiederanpfiff lief Daniel Gyenes über die rechte Seite, drang in den Strafraum ein und zog ab. Den Abklatscher der eingewechselten Schlussfrau verwandelte er schließlich zum 2:0.
In der 39. Minute wurde bei den Löchgauerinnen die Nummer 17 eingewechselt. An und für sich nichts Besonderes, aber bei genauerem Hinsehen fiel auf, dass dieses Trikot ein männlicher Spieler trug. Benjamin Langhans, seines Zeichen Torjäger in Oberriexingens erster Auswahl, hatte in der Halbzeitpause Rücksprache mit den Löchgauerinnen gehalten und ausgemacht, dass er in der zweiten Halbzeit eingewechselt wird. Zuvor hatte Langhans bereits mit der ersten TSV-Mannschaft einen Test gegen den TSV Aurich bestritten und beim 6:0-Sieg vier Tore erzielt.
Das nächste Tor schoss allerdings Kevin Streicher. Somit brachte er den TSV nicht nur mit 3:0 in Führung, sondern legte auch im Geschwisterduell vor. Nach 49 Minuten durften auch die in rot-weiß gekleideten Gäste jubeln. Genau genommen jubelten fast alle, denn die für ein Testspiel doch sehr zahlreich erschienenen Zuschauer gönnten den Zweitligaspielerinnen ein Tor. Jasmin Klotz hatte getroffen. Dann waren Gökhan und Fatih Yerlikaya an der Reihe – 5:1.
Während Löchgau zum Teil sehr ansehnlich das Kurzpassspiel aufzog, nutzten die Kreisligakicker ihre körperliche Überlegenheit und Schnelligkeit, was am Ende den Ausschlag gab. Doch einmal noch landete der Ball im TSV-Tor, nach einem Pfiff der Unparteiischen Natascha Veit. Bei der Ausführung hatten die Löchgauerinnen noch eine Überraschung parat. Statt abzuziehen, legte die Schützin den Ball auf – Tammy Streicher kam von der Strafraumgrenze in den Sechzehner gerannt und traf zum 2:5-Endstand. Somit glich sie im Geschwisterduell aus. Am Ende war sie trotz des Ergebnisses zufrieden: „Die Leistung war okay. Aber es war ein krasser Unterschied. Frauen- und Männerfußball kann man nicht vergleichen. Ich hab mich total gefreut, hier bei meinem Heimatverein spielen zu können, aber die Platzverhältnisse waren katastrophal.“ Für ihren Bruder Kevin Streicher war es ein besonderes Spiel: „Ich war davor schon sehr nervös. Wir haben früher schon zusammen gespielt und ich wollte versuchen, wenigstens ein Tor zu schießen.“ Benjamin Langhans, der von einem Zuschauer schon „Benjamine“ gerufen wurde, meinte: „So schlecht sind sie nicht. Ihr Kurzpassspiel haben sie drauf. Körperlich und von der Schnelligkeit sind sie unterlegen, aber ich muss ihnen ein ganz großes Lob aussprechen, sie haben super gespielt.“
