Freitag, 25. Mai 2012

Enzweihingen holt den ersten Saisonsieg


SV Riet – TSV Enzweihingen 1:4 (0:2).
Enzweihingen holt den ersten Saisonsieg.

Riet (ev) – Der TSV Enzweihingen hat nach drei Niederlagen nun die ersten Punkte eingefahren. Mit 4:1 gewann die Elf von Trainer Hans-Ulrich Rähmer gegen Riet. Der SV ist damit das einzige Team in der Fußball-Kreisliga B5, das noch keine Punkte auf dem Konto hat.

Die Enzweihinger waren nach dem 4:1 (2:0)-Sieg gegen Riet sichtlich erleichtert. Zwei Spieler liefen auf Trainer Hans-Ulrich Rähmer zu und zupften und zerrten an seinem Hemd. „Ich bin seit heute Morgen um 10 Uhr auf Notstrom“, stöhnte Rähmer. „Wir sitzen so tief drin. Wir mussten heute einfach gewinnen“, so der Enzweihinger Übungsleiter weiter.

Es sind die ersten Punkte des TSV, den vor der Saison viele als Aufstiegsfavoriten gehandelt hatten. Gestern waren allerdings auch die Voraussetzungen der Enzweihinger besser als in den Spielen zuvor. Nahezu alle Spieler aus Rähmers Wunsch-Elf standen zur Verfügung.

Das zahlte sich aus. Nach fünf Minuten gingen die Gäste in Führung. Ilce Boskov schoss und ein Rieter fälschte unhaltbar für Torhüter Thomas Mende ab – 1:0. Fünf Zeigerumdrehungen später hatten die Rieter Glück, der Ball landete an der Latte. Insgesamt waren die Enzweihinger in dieser Phase leicht überlegen, vor allem was die Anzahl der Chancen betraf.

Allerdings versuchten es die Gäste fast ausschließlich mit langen Bällen. Sobald Libero Wolfgang Held das Spielgerät erobert hatte, schlug er es nach vorne. Seinem Trainer war das allerdings recht so: „Wir sind hinten verunsichert. Mir ist es gerade lieber, wenn der Ball weg ist.“ Bis zur Halbzeit dümpelte das Spiel vor sich hin, erst zehn Minuten vor der Pause wurden die Enzweihinger wieder stärker und schossen prompt das 2:0. Dieses Mal war Bahri Uyar mit dem Kopf nach einer Ecke, getreten von Boskov, erfolgreich. Von Riet kam in Hälfte eins zu wenig. Selbst 100-prozentige Chancen nutzten die Spieler nicht. So verschoss Oliver Buck eine Minute vor der Pause einen Foulelfmeter.

Die laute Kabinenansprache von Riets Trainer Panagiotis Effrosinidis brachte zunächst nichts. Das Spiel plätscherte weiter vor sich hin. Erst ab der 60. Minute gewann die Partie wieder an Fahrt, beide Teams erarbeiteten sich Chancen, aber vor allem die Rieter drückten jetzt.

So war es auch nicht verwunderlich, dass Frank Feeser nach 65. Minuten auf 1:2 verkürzte. Das Spiel wurde nun richtig ansehnlich, gerade weil nun auch Emotionen im Spiel waren.

Fünf Minuten vor Schluss fiel dann allerdings die Vorentscheidung. Boskov tanzte den Rieter Torwart aus. Attilio Arena kam zu spät. Fünf Zeigerumdrehungen später kam es noch bitterer für die Heimelf, die seit der 82. Minute in Unterzahl spielte, weil sich Aron Mildemann verletzt hatte, Trainer Effrosinidis aber schon dreimal gewechselt hatte. Dean Gazinkovski schob nach einem Pass von Ilce Boskov zum 4:1 ein.

Insgesamt war der Enzweihinger Sieg verdient, allerdings ist er doch etwas zu hoch ausgefallen, da Riet in der zweiten Hälfte eine starke Phase hatte. „Der Bessere hat gewonnen“, sagte auch der Rieter Trainer. „Bei uns haben heute Disziplin und Lust gefehlt. Da kommt alles zusammen“, sagte der enttäuschte Effrosinidis. „Meine Mannschaft kann mehr, allerdings zeigt sie das nicht.“

Auch Rähmer hat noch enormes Steigerungspotenzial bei seiner Mannschaft gesehen. Einiges, von dem, was er gefordert hatte, hat er aber gestern beobachten können, zum Beispiel Leben im Spiel.

„Wenn wir heute nicht gewonnen hätten, hätte ich nicht gewusst, was ich gemacht hätte“, so Rähmer. Vielleicht hätte er sein Amt dann abgegeben. „Denn dann hätte ich die Mannschaft nicht erreicht.“ Der Verein steht laut Ralph Eberhardt hinter dem neuen Trainer. „Da gibt es keine Diskussionen. Es sind ja auch immer viele Spieler ausgefallen“, so der Abteilungsleiter. Er ist sogar der Meinung, dass auch noch Plätze ganz vorne drin sind. „So durchmarschieren wie Gündelbach oder Vaihingen in den letzten beiden Jahren wird dieses Jahr niemand“, sagte er. Trainer Rähmer will es eher langsam angehen lassen. „Die drei Punkte heute waren der erste Schritt. Jetzt müssen wird den zweiten und dritten machen und schauen, dass wir unten raus kommen.“

SV Riet: Mende – Klein (54. Braunbach), Minks, Mildemann, Buck, Arena, Müller, Linoria (78. Basic), Feeser, Costantinos Effrosinidis (57. Bräuninger), Reck.

TSV Enzweihingen: Friedel – Scherer, Holzer, Klink, Wolfgang Held, Thiel, Karabas, Boskov, Umeri, Karabeyaz (55. Dean Gazinkovski), Uyar.


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