TVV will den zweiten Meistertitel holen
Hirschfelde/Vaihingen (ev/mim) – Zum zweiten Mal nimmt der TV Vaihingen an diesem Wochenende an einer deutschen Feldmeisterschaft teil. Vor einem Jahr scheiterten die Faustballer noch in der Qualifikation. Dieses Mal will Vaihingens Trainer Werner Blechschmidt gleich den Titel holen, ganz nach dem Motto: „Wenn nicht jetzt, wann dann?“
Bereits heute machen sich die Vaihinger auf den Weg nach Hirschfelde. Das ist in der Nähe von Zittau oder – wie es Werner Blechschmidt ausdrückt: „Irgendwo im Bermudadreieck zwischen Polen, Tschechien und Deutschland.“ Laut Routenplaner sind es gut 600 Kilometer, die die Faustballer fahren müssen.
Wenn es für den TVV ganz schlecht läuft, legt er die Strecke für nur ein Spiel zurück, denn durch den zweiten Platz in der Faustball-Bundesliga Süd hat sich Vaihingen nicht direkt für das Halbfinale qualifiziert, sondern muss sich zunächst in einem Qualifikationsspiel beweisen. Der Gegner wird der MTV Hammah sein, der Platz drei in der Bundesliga Nord belegte. Wer verliert, fährt gleich wieder nach Hause, auf den anderen warten noch zwei Spiele. Das Qualifikationsspiel, das am Samstag um 10 Uhr beginnt, ist die Neuauflage des Finals der Hallen-DM, in dem sich Vaihingen durchsetzte.
Angst vor einer Revanche hat Trainer Werner Blechschmidt nicht. Hammah spiele zwar guten Faustball, habe momentan aber einige Probleme mit verletzten beziehungsweise angeschlagenen Spielern. Viel mehr sagt der Vaihinger Trainer nicht über den Gegner. Er denkt schon einen Schritt weiter. Wenn der TVV die Qualifikation schafft, dann trifft er im Halbfinale auf den VfK Berlin, der sich als Nordmeister direkt dafür qualifiziert hat. Berlin sei gut und hätte eine Chance, ist Blechschmidts Meinung. „Vielleicht ist es da dann aber ein Vorteil, dass wir schon ein Spiel in den Knochen haben, die Aufstellung steht und gegebenenfalls noch modifiziert werden kann“, so Blechschmidt.
Sein Ziel ist auf jeden Fall das Finale. Sein Tipp für den zweiten Endspielkandidaten: Offenburg, Meister der Bundesliga Süd und der einzige Gegner, gegen den Vaihingen in den Rundenspielen verloren hat. Das aber deutlich. Das erste Spiel gewann die OFG mit 5:0, das Rückspiel mit 5:3 „Im Finale könnte das aber ganz anders aussehen“, so Blechschmidt. Erstens sei die Bundesliga nicht mit einer DM-Endrunde zu vergleichen. Man habe gesehen, dass seinen Spielern zum Beispiel teilweise der nötige Biss gefehlt habe. Und zweitens hat der TVV-Trainer noch ein Ass im Ärmel. Zum einen wird Daniel Rothmaier bei der Meisterschaft sein Debüt geben. Auch Markus Knodel, Faustball-Abteilungsleiter, fährt als Spieler mit. Vor allem von Knodel schwärmt Blechschmidt. Der Angreifer habe eine super Durchschlagskraft und sei in einer tollen Verfassung.
Der Vorteil liegt auf der Hand. Für die anderen DM-Teilnehmer ist Knodel unbekannt und falls es bei einem der etatmäßigen Angreifer, Kolja Meyer und Michael Krauß, nicht läuft, steht Ersatz parat.
„Wir sind alle fit für das Wochenende und bis in die Haarspitzen motiviert“, sagt Andreas Rothmaier. Auch sein Trainer ist der Meinung, dass momentan alle gut drauf sind. Deshalb will er kein Spiel verlieren und damit den Titel. „Wenn nicht jetzt, wann dann?“
Vor einem Jahr hat daran wohl kaum einer geglaubt, denn 2007 nahm Vaihingen zum ersten Mal überhaupt an der Endrunde einer deutschen Feldmeisterschaft teil.
In den vergangenen Jahren galten die Nord-Teams zudem als unschlagbar, „doch es hat sich einiges verändert“, sagt Blechschmidt. Das Niveau insgesamt hat sich ein wenig verschlechtert, was man auch bei der Europameisterschaft gesehen habe und der TVV habe sich weiterentwickelt. Deshalb soll nun nach dem Hallen- auch der Feldtitel an die Enz geholt werden.
Gespielt wird übrigens nicht wie in der Bundesliga auf fünf Gewinnsätze, sondern nur auf drei. „Das liegt daran, dass in dieser Jahreszeit nicht mehr bis spät in den Abend gespielt werden kann“, erklärt Werner Blechschmidt.
Er hält von dem Termin Mitte September grundsätzlich nicht viel. „Wahrscheinlich hat es nur zehn Grad und wenn es regnet, sitzen die Zuschauer unter Regenschirmen, wenn sie überhaupt kommen“, murrt er. Auch die drei Gewinnsätze findet er nicht sinnvoll. „Die Spieler müssen sofort 120 Prozent geben“, weiß er. Der Grund, weshalb er drei Sätze nicht für optimal hält, ist aber, dass ein Spiel nach 25 bis 30 Minuten vorbei sein könnte, wenn eine Mannschaft das Turnier dominiert. „Und wer will das schon?“
