Pokalspiele ohne Verlängerung – fehlt da was?
Vaihingen (ev) – 64 Mannschaften sind noch im Fußball-Bezirkspokal vertreten. Heute Abend um 18 Uhr treten sie in der zweiten Runde gegeneinander an. Der TSV Kleinglattbach empfängt dabei Bezirksligist Renningen. Ein seltenes Derby steigt auf der Platte, wenn Wiernsheim in Iptingen zu Gast ist.
Ein Spiel dauert 90 Minuten, sagt eine alte Fußballweisheit. Normalerweise. Bisher galt diese Regel nicht für Pokalspiele, in denen es nach der regulären Spielzeit Unentschieden stand. Da gab es bislang eine 30-minütige Verlängerung und erst danach gegebenenfalls ein Elfmeterschießen. Diese Saison ist alles anders (die VKZ berichtete). Eine Verlängerung gibt es erst im Finale des Bezirkspokals. In den Runden davor gilt: Wenn ein Spiel nach 90 Minuten nicht entschieden ist, gibt es gleich ein Elfmeterschießen.
In der ersten Runde griff diese Regelung in vier Spielen. Eines davon war das des TSV Ensingen gegen den TSV Großglattbach. 2:2 stand es nach der regulären Spielzeit. Im direkt danach ausgetragenen Elfmetschießen setzte sich Ensingen mit 6:5 durch. Doch wie war es ohne Verlängerung?
„Ich fand es gar nicht so schlecht“, sagt Ensingens Spielleiter Hans-Jürgen Söll. Für ihn und den TSV habe der Bezirkspokal allerdings keine besondere Priorität. „Für uns sind das zusätzliche Testspiele.“ Eine Verlängerung gehöre zwar zur Pokalatmosphäre, aber kleinere Mannschaften hätten nun bessere Chancen. „Spätestens in der Verlängerung konnten die höherklassigen Mannschaften bisher ihre bessere Kondition ausspielen“, erklärt Söll.
Siegfried Blum, Trainer des TSV Kleinglattbach, pflichtet ihm bei: „Die etablierten Teams sollen sich in 90 Minuten durchsetzen.“ Außerdem verliere der Pokalwettbewerb immer mehr an Interesse. „Es ist okay, wenn sich die Mannschaften nun nicht mehr übermäßig einbringen müssen“, so Blum weiter, gerade wenn die Pokalspiele unter der Woche angesetzt sind und die Clubs drei Spiele in acht Tagen bestreiten müssen.
Der TSV Kleinglattbach empfängt heute übrigens den Bezirksligisten SpVgg Renningen. Ein tolles Spiel, oder? „Das wird sich noch zeigen. Wenn es uns so ergeht wie dem VfB Vaihingen, dann nicht“, so Blum. Der VfB verlor im Punktspiel mit 0:6. Beim TSV Kleinglattbach fehlen in Jörg Siegmann und Jens Schietinger gleich zwei wichtige Spieler. Zudem fallen noch vier weitere Akteure aus. Siegfried Blum will deshalb auf A-Junioren zurückgreifen.
Auch beim TSV Ensingen fallen aufgrund der frühen Anstoßzeit einige Akteure aus. „Eigentlich ein blöder Termin“, sagt Söll, aber später ginge nicht, wenn man Flutlichtspiele vermeiden will. Die zweite Mannschaft von Hellas Bietigheim, Ensingens Gegner, ist ihm noch gut in Erinnerung. „Die haben in der vergangenen Saison gegen unsere Zweite gespielt und waren damals nicht schlecht“, erinnert sich der Spielleiter. Ein Kantersieg werde Ensingen sicher nicht einfahren, vor allem weil erste und zweite Mannschaft heute Abend gemischt werden.
Ein interessantes Spiel wird es heute in Iptingen geben. Der B-Ligist empfängt den TSV Wiernsheim (Kreisliga A3). „Natürlich ist das Spiel etwas Besonderes für uns“, meint Abteilungsleiter Michael Gille, „vor allem für die Zuschauer.“ Trotzdem will er die Partie nicht überbewerten.
Gille findet es übrigens schade, dass es im Pokal keine Verlängerung mehr gibt. „Das gehört doch zum Wettbewerb und macht ihn so einzigartig.“
Aus Vaihingen sind neben Ensingen und Kleinglattbach nur noch Enzweihingen, Vaihingen I (zu Gast in Kleinsachsenheim) und Vaihingen II, das den TSV Oberriexingen empfängt, im Pokalwettbewerb im Einsatz. Illingen spielt daheim gegen Korntal und Sersheim II muss gegen Löchgau II antreten. Beim TSV Nussdorf ist Germania Bietigheim zu Gast.
