Riet (jsv) – Die Fußballer des SV Iptingen machten es gestern in Riet spannend. Lange hatte der Meisterschaftsfavorit der Kreisliga B5 gegen neun Rieter mit 2:0 geführt, am Ende musste die Mannschaft von Trainer Wolfgang Schenkel aber noch mächtig zittern.
Es wurde noch lange und heftig diskutiert auf dem Rieter Sportplatz. Denn über die Entstehung der Gegentore waren vor allem die Rieter alles andere als glücklich. Als Schuldigen hatten sie Schiedsrichter Hayati Ilceli aus Gügglingen ausgemacht. Dieser hatte nämlich den Gästen in der 35. Minute zunächst einen aus Rieter Sicht zweifelhaften Strafstoß zugesprochen, zwei Spieler der Gastgeber vom Platz gestellt sowie auch vor dem 2:0 eine unpopuläre und auch fragwürdige Entscheidung gefällt. „So etwas habe ich in meinem Fußballerleben noch nie erlebt“, sagte Riets Verteidiger Marcel David, einer der direkten Leidtragenden von Ilcelis Pfiffen.
Der Reihe nach: In der flotten Anfangsphase spielten die Rieter gut mit. „Wir hätten mit etwas Glück sogar in Führung gehen können“, sagte Trainer Panagiotis Effrosinidis. Genauer gesagt in der dritten Minute. Riets Bester, Attilio Arena, passte zu Costantinos Effrosinidis und der schoss an den Pfosten. Doch auch die Iptinger kamen zu Gelegenheiten. Christoph Glashauser zog in der zehnten Minute ab, doch Riets Torwart Matthias Bräuninger war auf dem Posten.Nach 20 Minuten nahmen allmählich die Gäste das Heft in die Hand. In der 24. Minute kam ein Freistoß von rechts in den Strafraum, den Glashäuser allerdings um Zentimeter verfehlte. Ein langer Ball gelangte in der 31. Minute zu Routinier Arena. Der 45-Jährige schoss jedoch aus 16 Metern knapp neben das Tor.
Nach 35 Zeigerumdrehungen stand dann erstmals der Unparteiische im Mittelpunkt. Bei einem Zweikampf zwischen Riets Oliver Buck und Eftal Cebeci, kam letzterer zu Fall – der Schiederichter pfiff Strafstoß. „Er hat mich runter gezogen“, meinte Cebeci. „Ich habe ihn nicht einmal berührt. Das war ein Witz“, konterte Buck.
Zwei Minuten darauf kam es dann noch dicker für die Hausherren. Steffen Klein sah wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte. Doch die dezimierten Rieter kämpften wacker weiter.
Nach dem Wechsel waren die Iptinger klar tonangebend. Sie vergaßen jedoch, ihre Chancen in Tore umzumünzen. „So was darf nicht passieren“, ärgerte sich Trainer Schenkel. Seine Spieler scheiterten ein ums andere Mal am eigenen Unvermögen oder aber an Bräuninger, der sein Team im Spiel hielt. Benjamin Rapp vergab eine gute Gelegenheit (58.), ebenso Marc Nowotny, dessen Schuss Bräuninger hielt.
Dann war wieder Ilceli an der Reihe. Die Rieter Abwehr lief in der 64. Minute einen Ball ab, doch auf einmal ertönte ein Pfiff. Es gab zur Verwunderung der meisten Anwesenden einen indirekten Freistoß am Strafraumeck für den SVI. Cebeci passte zu Nowotny und der traf trocken ins lange Eck – 2:0 für die Gäste. Was der Unparteiische gepfiffen hatte, wusste er nach dem Schlusspfiff selbst nicht mehr. In der 65. Minute standen dann nur noch neun Rieter auf dem Platz. Marcel David sah die Rote Karte. Wofür wusste er nicht. „Ich habe keinen Ton gesagt“, meinte er. Ilceli hatte hingegen nach eigener Auskunft ein „Pass auf Bursche“, gehört. „Und da habe ich mich bedroht gefühlt“, sagte er.
Iptingen war weiter dominierend. „Der Zug zum Tor hat aber gefehlt“, resümierte Schenkel. Zudem lief die Chancenverwertung zu wünschen übrig. Cebeci (70.), Nowotny (73.) Benjamin Rapp (84.) und Stephan Gerhard (84.) vergaben allesamt in aussichtsreicher Position die Vorentscheidung.
Besser machte es dann auf der anderen Seite Frank Feeser, der dem zaghaften Iptinger Keeper Alexander Ulm den Ball stibitzte und zum 1:2 einschob. Dann wurde es noch einmal richtig hektisch. Dennoch rettete Iptingen das Ergebnis über die Zeit.
SV Riet: Bräuninger – Klein, David, Müller, Buck (82. Bicer), Minks, Arena, Linoria, Feeser, Effrosinidis (77. Basic), Reck.
SV Iptingen: Ulm – Keller (77. Tim Rapp), Dertinger (46. Bach), Rivoir, Knödl, Rapp, Cebeci (72. Schreder), Matthias Gille, Gerhard, Glashauser, Nowotny.
