Stebe trumpft bei den US Open groß auf
Enzweihingen/New York (jsv) – Die Reise nach Nordamerika hat sich für Cedric-Marcel Stebe gelohnt. Der Enzweihinger siegte im Doppel beim größten Junioren-Tennisturnier der Welt in New York, den US Open. Im Einzel scheiterte der 17-Jährige dagegen knapp im Viertelfinale. Einziger Wermutstropfen: Das Einspielen mit dem Weltranglisten-Zweiten, Roger Federer, fiel aus.
Lange Zeit habe gar nicht festgestanden, ob er im Doppel überhaupt antreten werde, erzählt Cedrik-Marcel Stebe. Dass es dann doch dazu kam, entschied sich beim Vorbereitungsturnier im kanadischen Montreal. Dieses hatte Stebe im Vorfeld bestritten. Und dort wurde er vom Österreicher Nikolaus Moser angesprochen, ob er nicht mit ihm beim darauf folgenden Grand-Slam-Turnier antreten wolle. Stebe sagte zu.
Die erste Teilnahme an den US Open, die im Flushing Meadows Park im New Yorker Stadtteil Queens stattfinden, hat sich für den Enzweihinger in jeder Hinsicht gelohnt. Der Sieg im Doppel und der Einzug ins Viertelfinale im Einzel ließ ihn nämlich in der Junioren-Weltrangliste bis auf Platz sieben vorrücken. Das ist seine bisher beste Platzierung. Ende Februar dieses Jahres war er noch um Rang 180 notiert. „Es war ein tolles Erlebnis. Die Teilnahme hat mich auch was die Erfahrung angeht, weitergebracht“, resümiert Stebe die insgesamt dreieinhalb Wochen, die er in Montreal und New York verbracht hat. In Kanada war er in der dritten Runde ausgeschieden, in New York ließ er dann zusammen mit Maurer aufhorchen. Und wie – denn die beiden spielten zum ersten Mal zusammen. „Wir waren nicht gesetzt. Deshalb war es auch nicht vorhersehbar, dass wir gewinnen würden“, sagt Stebe.
Das Duo siegte in der ersten Runde glatt mit 6:2, 6:3 gegen Marin Draganja (Kroatien) und Blaz Rola (Slowenien). Fortan musste dann stets der Match-Tie-Break über den Sieg entscheiden. Dieser wurde bei Satz-Gleichstand gespielt. 10:5 siegten Stebe und Moser im Match-Tie-Break des Achtelfinales über das an Nummer vier gesetzte australische Doppel Matt Reid und Bernard Tomic, nachdem es in den beiden Durchgängen 6:4, 6:7 gestanden hatte. Im Viertelfinale gewann die deutsch-österreichische Paarung mit 10:4 gegen Jordan Cox (USA) und Dane Propoggia (Australien), nachdem die Sätze 4:6, 6:3 ausgegangen waren.
Noch spannender wurde es gegen das an Nummer sechs gesetzte Doppel Peerakit Siributwong/Kittipong Wachiramanowong aus Thailand. Nach 6:4, 4:6 siegten Stebe und Moser mit 11:9. Im Finale warteten schließlich die an Nummer zwei gesetzten Henri Kontinen (Finnland) und Christopher Rungkat (Indonesien). 7:6 gewann Stebe mit seinem Partner Durchgang eins. Im zweiten Satz hieß das Ergebnis 6:3 für die Gegner. Doch im Match-Tie-Break machten Stebe und Moser mit 10:8 alles klar.
Bis ins Viertelfinale kam der Linkshänder im Einzel. An Nummer 13 war er dort gesetzt und besiegte in der ersten Runde Cheng Peng Hsieh (Taipeh) glatt mit 6:3, 6:2. Drei Sätze benötigte er im Achtelfinale gegen den US-Amerikaner Alexander Domijan, den er 6:3, 6:4, 6:3 schlug.
Im Achtelfinale schien es dann eine klare Angelegenheit zugunsten Stebes zu werden. „Ich habe 6:0, 5:1 geführt und hatte bei 30:15 Aufschlag“, blickt er auf die Begegnung mit Guido Pella (Argentinien) zurück und schüttelt mit dem Kopf. Denn er verlor den zweiten Satz noch 5:7. „Da habe ich schon angefangen zu zittern“, sagt er. Ebenso sei das im dritten Satz gewesen, als Pella auf 1:4 verkürzte. Doch er behielt die Nerven und siegte 6:1 Gegen den US-Amerikaner Devin Britton kam dann mit 3:6, 6:3, 3:6 das Aus.
Außer seinen Erfolgen, wäre der Enzweihinger in New York beinahe noch zu einem ganz besonderen Erlebnis gekommen. Er hätte sich nämlich mit Roger Federer einen Tag vor dessen Finalsieg gegen Andy Murray einschlagen dürfen. Der Schweizer Weltranglisten-Zweite hatte Stebe als Sparringspartner angefordert. Rafael Nadal hingegen nicht. „Das hat nicht geklappt, weil er einen Rechtshänder gesucht hat“, so Stebe. Doch auch mit dem Einschlagen mit Federer wurde es letztlich nichts. Denn der 17-Jährige, der von seinen Eltern Claudia und Heinz begleitet wurde, musste zum Flughafen. „Das wäre sonst zu knapp mit der Rückreise geworden“, so Stebe, der noch bis Ende des Jahres als Junior gilt.
Und als solcher will er noch so weit wie möglich kommen, denn eine gute Platzierung bei den Junioren sichert ihm einige Wildcards – also freie Teilnahmen – bei Herren-Turnieren. Als letzter Höhepunkt des Jahres steht das große Turnier „Junior Orange Bowl“ in Florida an. 2009 wird er es dann bei den Profis versuchen. Mit einem hehren Ziel: „Ich will auf alle Fälle als Profi noch einmal zu den US Open“, sagt Stebe.
