Das Problem ist die Chancenverwertung
Nussdorf (ev) – Erst ein Punkt steht auf der Habenseite des TSV Nussdorf nach drei Spieltagen in der Fußball-Kreisliga A3. Laut Trainer Gerd Hausmann hätten es aber durchaus schon mehr sein können, vor allem wenn er die Chancenverwertung betrachtet. Am Sonntag gastiert seine Elf in Häfnerhaslach.
„Wir könnten deutlich mehr Punkte haben, wenn wir unsere Chancen verwerten würden“, murrt Nussdorfs Trainer. Vier bis sechs Punkte hätten es schon sein können, spekuliert er. Aber es bringe alles nichts. Im Training versucht er momentan das Problem zu lösen. Viele Übungen mit Zug aufs Tor stehen auf dem Programm – das soll Selbstvertrauen schaffen, damit es im Spiel klappt.
Im Sommer hat ein Stürmer den TSV Nussdorf verlassen. Benjamin Schmidt war nach nur einem halben Jahr beim Landesligisten VfR Pforzheim zurückgekehrt. Nun ist er wieder weg. Bei der KSG Gerlingen. Auch für seinen Ex-Trainer ist das verwunderlich. Er kann über die Gründe nur spekulieren. „Vielleicht lag es daran, dass er nach ein paar schlechten Spielen auf die Bank musste.“ Er sei im vergangenen Jahr zwar nicht in seiner Top-Form gewesen, aber Hausmann hätte ihn gerne im Team behalten und ist auch davon ausgegangenen, dass der Torjäger bleibt. Aber kurz vor Wechselschluss ist er abgesprungen.
Nicht nur auf ihn kann Hausmann nicht mehr zurückgreifen. Wie bereits berichtet, haben sich einige ältere Spieler in den Ruhestand verabschiedet. Auch Martin Grözinger will kürzer treten. „Er ist Vollblutfußballer. Er wird wohl nie richtig aufhören“, meint Hausmann schmunzelnd. Ihm ist es recht so, denn so kann er seinen Routinier wenigstens als Ergänzungsspieler einsetzen – so lange seine Luft reicht. Beim 1:2 gegen Wiernsheim hat Grözinger den einzigen Nussdorfer Treffer erzielt.
Einfach ist die Situation beim TSV nicht. Ein kleiner Kader und das Wissen: Diese Saison geht es gegen den Abstieg. Trotzdem macht die Arbeit Gerd Hausmann noch Spaß. „So etwas ist ja auch eine Herausforderung und sofern die Jungs da sind, machen sie auch mit“, so Übungsleiter Gerd Hausmann.
Die Nussdorfer in der A-Klasse zu halten, ist das große Ziel, dieses und nächstes Jahr, denn dann würden auf einen Schlag sieben oder acht A-Junioren zu den Aktiven stoßen, die Potenzial haben. Hausmann schaut ihnen gelegentlich im Trainings zu. „Das ist für den einen oder anderen vielleicht zusätzliche Motivation“, meint er.
Doch bis dahin wird es nicht leicht, auch am Sonntag erwartet Hausmann kein einfaches Spiel, trotzdem sei Häfnerhaslach eine lösbare Aufgabe. Abgesehen von den Langzeitverletzten kann der Übungsleiter auf den gesamten Kader zurückgreifen.Das Topspiel steigt am Sonntag in Löchgau (13.15 Uhr). Tabellenführer Roßwag ist zu Gast. Hausmann tippt auf Löchgau II, auch wenn er den Roßwagern attestiert, über eine gute Truppe zu verfügen.
Die Illinger seien seiner Meinung nach gut drauf und könnten Gemmrigheim durchaus schlagen. Ebenso einen Dreier einfahren wird laut Hausmann 08 Bissingen II, das in Kleinsachsenheim gastiert. „Das ist ja ein Lokalderby.“
Favorit Hellas Bietigheim hat bisher noch nicht überzeugt. „Die Mannschaft muss sich erst noch finden. Der Durchmarsch kann noch kommen“, so Hausmann.
Diese Woche pausiert Phönix Lomersheim. Bleiben noch die Partien Wiernsheim gegen Gündelbach und Sersheim gegen Kirchheim. Beides Mal könne es laut Hausmann ein Unentschieden geben.
Das Omen für die eigenen Partie ist indes nicht das beste. In der vergangenen Saison habe sich der TSV Nussdorf im Kirbachtal gut präsentiert, allerdings keine Tore erzielt – auch damals hätten es mehr Punkte sein können.
