Freitag, 25. Mai 2012

Viel Arbeit für den Platzwart


Fußball
Auch der Nachwuchs des VfB Vaihingen (rechts) muss sich umstellen. Foto: js

Vaihingen (sv) – Kaum einen Stein auf dem anderen hat der Württembergische Fußball-Verband (WFV) bei seiner diesjährigen Reform zu den Spielfeldern der Jugend gelassen. Unübersichtlicher scheint es für Jugendtrainer, Schiedsrichter und Platzwarte in der kommenden Saison allemal zu werden.
Kompliziert sehen sie aus, die neuen Einlageblätter der Schiedsrichter-Merkblätter. Diese sollen den Männern in Schwarz zeigen, welche Jugend sie auf welchem Feld spielen lassen müssen. Dass sich Zuschauer, Trainer und natürlich auch Spieler von C-, D-, E- und F-Junioren auf viele Veränderungen in der neuen Spielzeit einzustellen haben, ist bereits jetzt, eine Woche vor dem Beginn der neuen Saison, klar.
Die markanteste Änderung hält die WFV-Reform sicherlich für die D7-Junioren bereit. Konnten diese sich bis vor Kurzem noch auf bis zu 70 Meter langen und breiten Spielfeldern austoben, müssen sie nun auf Felder ausweichen, die auf 35 mal 55 Meter genormt sind. Zwar sind sich die Trainer der Jugendmannschaften einig, dass die neuen Bestimmungen akzeptiert werden müssten, den ein oder anderen Kritikpunkt haben sie aber bereits ausgemacht. „Das ist doch zu klein“, schimpft beispielsweise Roland Eiberger, Trainer der D-Junioren des TSV Ensingen. „Wir haben in der D-Jugend auch große Buben dabei, die den Ball schon mal 30 Meter weit schießen.“ Edgar Lachenmayer, sein Kollege vom VfB Vaihingen, stimmt zu: „Die Spielfelder mit 45 Meter Breite und 70 Meter Länge, auf die wir in Vaihingen bisher gespielt haben, waren für die Siebenermannschaften ideal. Die neuen Spielfelder sind eindeutig zu klein für die D-Jugend.“
Doch nicht nur über die schlagartige Verkleinerung des Spielfeldes ärgern sich die Jugendtrainer. Vor allem die Neuregelung, dass der Strafraum auf dem Kleinspielfeld in Zukunft über die gesamte Feldbreite gehen wird, bringt sie zum Schäumen. Lachenmayer: „Das ist doch Quatsch. Warum gewöhnen wir die Spieler jetzt daran, wenn es später nie mehr so sein wird?“ Auch Eiberger findet klare Worte: „Der Torwart darf jetzt an der Eckfahne und an der Seitenauslinie die Hand nehmen – das halte ich für Blödsinn.“
Dass der Strafraum sich für D7-, E- und F-Junioren jetzt über die gesamte Feldbreite erstreckt, hat laut Oliver Deutscher von der WFV-Geschäftsstelle einfache Gründe. „Das Spielfeld selbst ist ja nur 35 Meter breit. Und zu den fünf auf zwei Meter großen Toren gehört der 29 Meter breite Strafraum eben dazu. Da aber einige Mannschaften auf Kunstrasen spielen, erschien uns der Korridor von drei Metern auf jeder Seite zu klein, um ihn mit Hütchen markieren zu können“, sagt er.
Warum das Spielfeld – zumindest für die D7 – gleichzeitig stark verkleinert worden ist, kann Deutscher auch erklären: „Letzte Saison haben die D7-Mannschaften auf größere Felder als die D9-Mannschaften gespielt. Uns fehlte einfach der systematische Aufbau der Spielfeldgrößen.“ Außerdem verspricht sich der Verband vom kleineren Feld, dass durch Spielsituationen auf kleinem Raum schon die Jüngsten zur schnelleren Handlungsweise auf dem Platz erzogen werden.
Dass der Schritt von den D7- zu den C11-Junioren einigen Spielern, wie von manchen Trainern befürchtet, jetzt besonders schwer falle, erwartet Deutscher. Er erklärt aber im gleichen Atemzug auch, dass es doch irgendwann in einer Fußballerkarriere immer den großen Schritt vom kleinen auf das normale Feld gebe.
Aber nicht nur die D7-Junioren müssen sich in Zukunft auf kleinerem Terrain zurechtfinden; auch die Bestimmungen für die C7-Mannschaften in Württemberg haben sich geändert. Bis vor wenigen Wochen galt für die C7-Teams spielfeldtechnisch noch das gleiche wie für die jüngeren D7-Kicker. Ab jetzt müssen sie sich nun auf dem 15 Meter schmäleren „Kompaktspielfeld“, auf dem auch die D9-Junioren agieren, zurechtfinden.
An Werner Stuber, der beim TSV Häfnerhaslach die C7-Junioren coacht, ist das noch nicht herangetragen worden: „Ich muss mich einmal im Verein umhören, ob man da schon etwas davon weiß.“ Die Regeländerung selbst sieht Stuber mit gemischten Gefühlen. So befürwortet er, dass nach der Regeländerung auch die C7-Junioren auf die großen 7,32 mal 2,44 Meter messenden Toren spielen dürfen. Eher negativ beurteilt er, dass nun nicht mehr über die gesamte Sportplatzbreite gespielt wird: „Die Kinder wollen doch ans Großfeld herangeführt werden.“ Insgesamt sieht Stuber die Veränderungen aber locker: „Wir müssen jetzt halt sehen, ob diese Reformen gut oder schlecht sind“, sagt der Häfnerhaslacher und spricht aus Erfahrung: „Die Kinder sind eigentlich ohnehin immer die, die das Ganze am lockersten sehen.“


Seitenanfang