Mit einem Luxusproblem zum Klassenerhalt?
Hochdorf (jsv) – Die Fußballer des TSV Hochdorf spielen in der am Sonntag (7. September) startenden Saison eine Klasse höher, nämlich in der Kreisliga B3. Der C3-Zweite der vergangenen Runde betritt dabei völliges Neuland, wie Trainer Jürgen Heidt sagt. Auch deshalb setzt er sich und seiner Truppe vorsichtshalber das Minimalziel „Klassenerhalt“.
Am Abend des 4. Juni 2008 schienen die Aufstiegsträume des TSV Hochdorf ausgeträumt. Die Mannschaft von Trainer Jürgen Heidt hatte im Relegationsspiel gegen den B-Ligisten FC Gehenbühl II mit 1:3 verloren. Der Gang in die nächsthöhere Klasse war damit vom Tisch. Dachten zumindest alle Beteiligten. Doch es kam am Ende ganz anders. Denn als die Hochdorfer erfuhren, dass Gehenbühl drei Spieler in der ersten Mannschaft eingesetzt hatte, die unerlaubterweise dann auch in der Relegation aufliefen, legten sie Protest ein. Der Württembergische Fußballverband wertete daraufhin das Spiel mit 3:0 zugunsten des TSV.
Am 27. Juni war das. Seither können sich die Hochdorfer also B-Ligist nennen. In der B3-Staffel betritt die Heidt-Truppe nun absolutes Neuland. „Ich kenne keine der anderen Mannschaften“, sagt der Trainer. Dies sei sicher ein Nachteil, könne sich aber auch als Vorteil entpuppen. „Die anderen kennen uns schließlich auch nicht“, so Heidt. Dennoch gibt sich der Coach eher vorsichtig. „Wir wollen die Klasse halten“, sagt er. Und fügt an: „Zumindest wollen wir möglichst nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Ich hoffe nicht, dass wir bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt kämpfen müssen.“
Der Ligaverbleib sei ein sicher machbares Vorhaben. „Vor allem, wenn wir vom Verletzungspech verschont bleiben. Und ein bisschen Glück brauchen wir auch“, so Heidt. Der Kader sei besser geworden, die Abgänge Mirko Jurkovic (hört auf), Carsten Marwitz (Umzug nach Kirchheim/Teck), Martin Seidel (Studium) und Ralf Schlosser (Praktikum in Südafrika) wurden adäquat ersetzt. „Das Kuriose ist, dass ich einen durch und durch ausgeglichenen Kader habe. Das ist in gewisser Weise schon ein Luxusproblem“, sagt Heidt. 23 Spieler stehen ihm zur Verfügung. Und alle hätten in der Vorbereitung mitgezogen. So gut es die Urlaubszeit natürlich zuließ. Zwischen 15 und 20 Spieler hatte Heidt regelmäßig im Training.
Mit dabei waren auch die sieben Neuen, von denen vier aus der eigenen Jugend zu den Aktiven stießen. Heiko Pflugfelder, Sebastian Tischer und Bekir Tekin heißen die drei Feldspieler, die von den A-Junioren aufrücken, in Sven Mittelstädt ist auch ein Torhüter dabei. Ob er allerdings gleich den Sprung zur Nummer eins schafft, lässt Heidt noch offen: „Er hat gute Ansätze, aber möglicherweise braucht er noch etwas Zeit.“ Außerdem kam in Marcel Reiner ein spielstarker Mittelfeldspieler aus Münchingen; zudem noch Tyll Heine vom TSV Oberriexingen und Thomas Renz, ein alter Bekannter beim TSV. Er kehrt nach einem Jahr in Hemmingen nach Hochdorf zurück. Die Dichte des Kaders könnte Heidt oftmals vor das angesprochene Luxusproblem stellen: Wen soll er aufstellen? „Da wird dann oft die Tagesform entscheiden“, sagt er.
Trotz der Ausgeglichenheit gibt es bei den Hochdorfern natürlich auch einen Mannschaftsteil, der herausragt. Das Prunkstück seiner Truppe sei das Mittelfeld, erklärt Heidt. Etwas schlechter sieht es da weiter vorne aus. „Wir brauchen zu viele Chancen, um Tore zu erzielen.“ Deshalb will der Trainer in dieser Woche noch das Torschusstraining forcieren. „Die Vorbereitung läuft bei uns noch“, so Heidt, der mit dieser alles in allem zufrieden ist. Ein Trainingslager gab es nicht, dafür vier Testspiele. Den ersten Sieg dabei landete der TSV Hochdorf am Sonntag, als er den B5-Ligisten TSV Ensingen mit 2:1 schlug. Zuvor hatte Hochdorf in weiteren Partien gegen den TSV Ludwigsburg mit 2:5 und gegen die SF Großsachsenheim II mit 2:4 verloren. Gegen den TSV Ötisheim lautete das Ergebnis 1:1.
Doch nun wird es Zeit, dass die Runde losgeht. „Die Jungs sind heiß und gespannt“, so Heidt, der vor seiner dritten Saison beim TSV steht. Am Sonntag kommt die TSG Leonberg II nach Hochdorf. Das Ziel? „Wir wollen natürlich gleich die drei Punkte hier behalten“, nimmt er seine Truppe in die Pflicht.
