Sersheim (jsv) – Der Fehlstart des VfR Sersheim in der Fußball Kreisliga A3 ist perfekt. So drastisch formulierte es jedenfalls VfR-Trainer Thomas Marbach nach dem 3:3 (2:1)-Unentschieden gegen den Bezirksliga-Absteiger FSV 08 Bissingen II. Besonders bitter für die Sersheimer: Der Ausgleich der Gäste fiel in der dritten Minute der Nachspielzeit.
Hakan Ataly lächelte Minuten nach dem Schlusspfiff. Zufrieden war der Sersheimer Neuzugang aber nicht. Dabei hätte alles so toll laufen können, nachdem am Freitag endlich seine Freigabe eingetrudelt war. Erstes Spiel im neuen Verein, zwei Tore geschossen und eines vorbereitet. Doch am Ende machte ihm die Bissinger Zweite einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. „Mit meiner Leistung bin ich natürlich zufrieden. Mit dem Ergebnis aber nicht“, sagte Ataly, der in der 58. Minute ausgewechselt wurde. „Ich hatte keine Luft mehr“, so der neue VfR-Stürmer. Allerdings habe er da noch ein gutes Gefühl gehabt. „Ich war mir sicher, wir schießen noch ein oder zwei Tore“, sagte Ataly.
Doch am Ende kam alles ganz anders und die Gäste nahmen dank eines Treffers von Daniel Kellerstrass in der dritten Minute der Nachspielzeit noch einen Punkt mit. Bei diesem sah der neue Sersheimer Torhüter Björn Burkhardt nicht ganz glücklich aus, weil er am Ball vorbeilief. Und auch die ganze Sersheimer Mannschaft sah bei diesem Gegentor wie auch schon zuvor nicht mehr ganz so gut aus. Meist versuchte sie ihr Glück mit langen Bällen. Die sich daraus ergebenden Torchancen vergaben die Hausherren teils kläglich, wie auch Trainer Thomas Marbach bemängelte, der nach der Partie außer sich war und dem vertanen „Dreier“ hinterhertrauerte.
Glücklicher hätte da sein Gegenüber Rafael Krupop dreinschauen können. Doch auch der wusste nicht so recht, ob er sich über den einen Punkt freuen sollte. „Wir waren von der Spielanlage her die bessere Mannschaft“, resümierte er. Doch gegen die robusten Sersheimer habe seine Truppe einfach zu wenig dagegengehalten. „Das ist das einzige, was ich meiner Mannschaft vorwerfe“, so Krupop.
Ebenso flott wie die Partie endete, hatte sie auch begonnen. Zunächst dominierten die Platzherren, die schon nach 30 Sekunden durch Ataly in Führung hätten gehen können. Er schoss aus zwölf Metern aber vorbei. „Die Chance war viel einfacher, als die, die danach kamen“, haderte er. Der VfR machte weiter Druck. Angeführt von Nikolai Sonnenberg kamen die Gastgeber in der Anfangsphase meist über rechts. In der zwölften Minute war es dann soweit. Arben Taqhi passte zu Ataly, der sich von zwei Bissingern löste und zum 1:0 ins lange Eck einschob. Nun kamen die Gäste besser ins Spiel. Vor allem der für den an der Schulter verletzten (Bänderriss) Christian Polziehn eingewechselte Steffen Hüttmann sorgte für einige Gefahr. In der 16. Minute schoss er knapp am Tor vorbei und nach 19 Zeigerumdrehngen holte er einen Foulelfmeter heraus. Stefan Schmid hatte ihn ungestüm und fast schon brutal im 16er gelegt, woraufhin die Bissinger die Rote Karte forderten. Doch der schwache Schiedsrichter Markus Dörfler (Weinsberg) zeigte nicht einmal „Gelb“. Den Strafstoß zum 1:1 verwandelte Stefan Klett. Daraufhin verflachte die Partie etwas. Dennoch kam Sersheim noch zu Chancen und zur 2:1-Halbzeitführung. Dominik Brandschert traf aus der Drehung den Pfosten (26.), Ataly stand nach einer Sonnenberg-Flanke goldrichtig und schoss aus zehn Metern ein (38.).
Fünf Minuten nach dem Wechsel tankte sich der 17 Jahre alte VfR-Stürmer an der rechten Seite durch und passte zu Daniel Marbach, der das Leder zum 3:1 ins Tor spitzelte. Es folgten die langen Bälle der Hausherren. Der FSV II machte ab der 60. Minute auf und verstärkte die Offensive. In der 70. Minute foulte Taqhi am linken Strafraumeck Kevin Öuverdi, wodurch die Gäste ihren zweiten Strafstoß zugesprochen bekamen. Wieder trat Klett an, wieder traf er. 120 Sekunden später gelangte ein langer Ball zu Ataly-Ersatz Sascha Burger, den jedoch FSV-Schlussmann Patrick Jonza entschärfte. Ein Kopfball von Sonnenberg ging in der 82. Minute knapp am Gäste-Tor vorbei. Und auch Daniel Marbach zielte vier Minuten darauf zu ungenau. Sein Schuss streifte den Außenpfosten. Und in der dritten Minute der Nachspielzeit kam es dann zur kalten Dusche, bei der die Sersheimer Hintermannschaft so unglücklich aussah.
„Wir haben uns zu weit hinten reindrücken lassen“, ärgerte sich VfR-Trainer Thomas Marbach nach dem Schlusspfiff. Wenig später sprach er dann von zwei verlorenen Punkten und nahm sogar das Wort „Niederlage“ in den Mund. Eine Niederlage? „Für mich war das eine“, meinte Marbach und schickte seine Spieler zum Auslaufen.
VfR Sersheim: Burkhardt – Marterer, Taqhi, Messirek (68. Pfeiffer), Marbach, Brandschert, Kurt (46. Follrich), Schmid, Antonaci, Nikolai Sonnenberg, Ataly (63. Burger).
FSV Bissingen II: Jonza, Klett, Knorr (46 Vassiliou), Ballat, Öuverdi, Dambacher, Bach (46. Münzenmayer), Polziehn (13. Hüttmann), Kellerstrass, Schmidt, Aleo.
