Freitag, 25. Mai 2012

Die Motivationsprobleme sind beseitigt




Faustball, Saisonvorschau
Die Motivationsprobleme sind beseitigt

Vaihingen (ev).  Ein Highlight jagte das nächste. Länderspiele, Europapokal, deutsche Meisterschaft: Vielleicht war es zu viel für Vaihingens Faustballer, denn Motivationsprobleme waren die Folge. In der Halle sollen sich die Spieler deshalb nun regelmäßig Pausen gönnen. Hohe Ziele gibt es aber nach wie vor.

Michael Marx will kürzer treten, um einerseits mehr Zeit fürs Studium zu haben und andererseits neue Motivation zu tanken. Damit hatte er zuletzt Probleme, wie auch andere Spieler des Vaihinger Bundesligisten. Der Grund: zu viele Highlights in einer Saison und zu hohe eigene Ansprüche, meint TVV-Trainer Karl Katz. Das war in der Feldsaison.

Jetzt geht es in die Halle. „Alle sind fit und heiß“, sagt Katz. Dabei war die Pause wieder kurz. Zwischen Saisonabschluss und Vorbereitungsbeginn lag nur eine Woche. „Das reicht. Außerdem geht es in die Halle. Dort haben sich die Vaihinger schon immer wohler gefühlt“, so der Trainer. Die Ergebnisse der Vorbereitungsturniere geben ihm recht, denn nicht einmal ging die Mannschaft als Verlierer vom Platz. Egal, wer gespielt hatte. Fünf Turniere, fünf Siege sind das Ergebnis.

Die Breite der Mannschaft ist ein Grundstein, auf den Katz setzt. Acht gleichwertige Spieler stehen im Kader der ersten Mannschaft und dahinter lauern die Spieler der Zweiten, die in der zweiten Bundesliga den Klassenerhalt anstreben. Neu beim TVV sind Fabian Geißel und Christian Erlenmayer. Während Katz mit Geißel in der zweiten Mannschaft plant, wird Nationalangreifer Erlenmayer wohl gemeinsam mit Michael Krauß und Kolja Mejer in der ersten Bundesliga für Gefahr an der Leine spielen.

Damit hat der Trainer Alternativen und die Spieler tatsächlich die Gelegenheit, sich auch mal rauszunehmen. Gerade Michael Krauß, der nach der vergangenen Hallenrunde an der Schulter operiert worden ist, hat teilweise noch Probleme. „Aber er kann trotzdem einiges bewirken“, sagt Katz. Erlenmayer sei eigentlich kein Hallenspieler. „Ihm wird es gut tun, richtig gute Leute neben sich haben. Eine Verstärkung ist er aber allemal“, so Katz.

Es hört sich so an, als wolle der Trainer die Aufstellung in der Bundesliga-Saison öfter variieren. Eine Herausforderung für Zuspieler Marco Lochmahr und die Abwehrspieler, denn sie müssen sich mit ihren Zuspielen auf den jeweiligen Angreifer einstellen und ihm das Service so bieten, wie er es am liebsten hat. Für Lochmahr am wenigsten ein Problem.

Am Samstag (31. Oktober) um 16 Uhr beginnt die Faustballsaison. Vaihingen wird zu Gast in Offenburg sein, im Hexenkessel der Liga. „Das ist gleich ein Prüfstein zu Saisonbeginn“, so Katz. Ziel in der Bundesliga ist Platz eins bis drei und damit die Qualifikation für die deutsche Meisterschaft. „Was bei der DM passiert, müssen wir sehen“, sagt Marco Lochmahr. Er ist sich allerdings sicher, dass eine Medaille möglich ist. Das zweite große Highlight in der Hallensaison 2009/2010 ist der Europapokal. Europas Spitzenmannschaften werden dabei um den Titel kämpfen, den gerade noch der TVV trägt. Eine Titelverteidigung wird schwer. „Wir werden zwar alles daran setzten“, sagt Lochmahr, „aber Hauptsache wir verkaufen uns gut“, ergänzt sein Trainer.

Wichtig sei es, die Höhepunkte auch mal lockerer anzugehen. Deshalb tritt zum Beispiel Marx kürzer. Er ist zwar nach wie vor dabei, aber erst einmal nicht mehr bei allen Spielen und Trainingseinheiten. „Hauptsache alle sind bei Highlights dann wieder fit und motiviert“, so Katz. Aber bitte nicht zu sehr. Denn was passiert, wenn man es zu verbissen angehe, habe man ja im vergangenen Jahr gesehen. „Mir hat es vor allem nicht gefallen, wie sie mit den Niederlagen umgegangen sind“, sagt Katz. Ob das besser geworden ist, kann er noch nicht sagen, denn bisher hat die Mannschaft ja alles gewonnen.




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