Freitag, 25. Mai 2012

Vaihingen jubelt Deutschland zum Sieg




Handball
Die deutsche Nationalmannschaft gewinnt gegen Frankreich mit 32:23

Vaihingen (ev). Drei Spiele waren angesetzt. Nur eines konnte die deutsche Nationalmannschaft für sich entscheiden. Das Vaihinger Publikum jubelte die deutschen Nachwuchshandballerinnen am Samstag zum 32:23-Sieg. Die Franzosen schonten allerdings eine ihrer besten Spielerinnen.

Vielleicht ist eine von ihnen in fünf Jahren berühmt. Immerhin stehen die meisten der deutschen Nationalspielerinnen des Jahrgangs 1992/1993 schon heute bei Erst- oder Zweitligisten unter Vertrag. Das dachte sich auch ein kleiner Junge am Samstagabend und rannte nur wenige Minuten nach dem Spiel zwischen Deutschland und Frankreich aufs Spielfeld, um sich Autogramme zu sichern.

Als erstes drückte er Evgenija Minewskaja Stift und Block in die Hand. Sie war ja schließlich eine der besten Spielerinnen auf deutscher Seite und erzielte elf Treffer, fünf davon per Siebenmeter. Keine andere – weder auf deutscher noch auf französischer Seite – war genauso erfolgreich vor dem Tor.

Minewskaja war auch die erste der deutschen Sieben, die traf. Das war das 1:1. Frankreich hielt zunächst den Ein-Tore-Vorsprung. Die Führung war zu erwarten, denn zum einen waren die Gäste bei der Europameisterschaft, die in diesem Jahr in Serbien stattgefunden hat, Vierter. Deutschland beendete das Turnier auf Rang neun. Zum anderen gewannen die Franzosen die ersten beiden Spiele (24:21 und 31:28) der Länderspielserie, die im Rahmen eines deutsch-französischen Jugendcamps stattgefunden hat.

Deutschland blieb jedoch dran und ging beim 5:4 erstmals in Führung. Zwar vergrößerte das Team von Bundestrainerin Ute Lemmel den Vorsprung zwischendurch auf drei Tore, doch es blieb bis kurz vor der Pause eng und vor allem schnell. Wegen des hohen Tempos passierten zwar hüben wie drüben einige technische Fehler, darunter litt die Partie allerdings nicht.

Die Franzosen, die zur Halbzeit mit 12:15 zurücklagen, zeigten dennoch die reifere Spielanlage und spielten vor allem toll über den Kreis. Das erkannte auch Ute Lemmel hinterher an: „Egal, wen die Franzosen als Kreisläuferin gegen uns gestellt haben: Wir hatten unsere Probleme mit ihr.“

Ein Garant für den deutschen Erfolg war Torhüterin Ann-Cathrin Giegerich vom TV Mainzlar. Als sie eingewechselt wurde, lief es bei den Deutschen. Sie entschärfte einige gute Möglichkeiten der Franzosen, darunter auch Strafstöße. Eigentlich wollte Lemmel den anderen beiden Torhüterinnen in der dritten Partie gegen Frankreich mehr Spielzeit zugestehen. Daraus wurde jedoch nichts: Die meiste Zeit stand Giegerich auf dem Feld: „Sie war einfach überragend. Die anderen beiden sind noch nicht so weit, sich so zu präsentieren“, so Lemmel.

Hinten überzeugte Giegerich, vorne traf Minewskaja. Über sie lief viel im deutschen Spiel. Die Athletin vom Thüringer HC glänzte zwar mit ihren vielen Treffern, doch fast schon zu oft scheiterte sie an der französischen Torfrau oder sie traf das Tor nicht. Die Gäste versuchten Minewskaja in der zweiten Halbzeit kurz mit Manndeckung aus dem Verkehr zu ziehen, gaben das aber nach nur wenigen Angriffen wieder auf.
Immerhin hatten die Deutschen, die ihre Führung über 17:13, 23:15 und 24:16 Stück für Stück ausbauten, noch Gelegenheit für einige Kabinettstückchen. Unter anderem zeigten sie einen Kempa-Trick, was vom Vaihinger Publikum ausgiebig gefeiert wurde. Am Ende gewann die deutsche Sieben mit 32:23.

Die Fans in der Halle am Alten Postweg waren zwar zu 100 Prozent dabei und feuerten die Deutschen tatkräftig an. Dass es allerdings zum 32:23-Erfolg gekommen ist, lag auch daran, dass die Franzosen Audrey Bruneau schonten. „Sie hatte in der vergangenen Zeit einige schwere Partien“, erklärte ihr Trainer Pierre Mangin. Zur WM im kommenden Jahr soll sie aber fit sein und später irgendwann mal groß rauskommen. „Es ist wichtig, solchen Spielerinnen auch einmal eine Pause zu gönnen. Außerdem muss ich auch Alternativen testen, wenn sie einmal ausfällt“, so der französische Trainer.

Dass Bruneau nicht so viel Spielzeit bekam, störte den kleinen Autogrammjäger übrigens nicht. Er drückte auch ihr Stift sowie Block in die Hand und bekam die begehrte Unterschrift.

Deutschland: Giegerich, Voigt, Veith – Minewskaja (11/5), Hubinger (6), Behnke (2), Mazzucco (5), Peterson (2), Diehl (1), Windisch (4), Premm, Möschter, Herrmann, Leuckefeld (1).

Frankreich: N’Diaya, Glauser, Chatellet – Cocciale (1), Abdellahi (3/1), Lonzieme (2), Dedieu (3), Bruneau (1), Lassource (1), Moretto (2), Rassinoux (2), Ngoleyi (3), Priou, Barthelemy (3), Zaadi (2).




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