Vaihingen (ev). In einer Woche treffen die weiblichen Handball-A-Jugend-Nationalmannschaften von Frankreich und Deutschland aufeinander. In Vaihingen. Bevor die Handballstars von morgen unterm Kaltenstein nach dem Ball greifen können, ist aber erst noch der TV Vaihingen gefordert.
Die To-do-Liste von Ingrid Göbgen liegt direkt neben ihrem Computer. Dort, wo die stellvertretende Handball-Abteilungsleiterin des TV Vaihingen momentan viel Zeit verbringt. Doch nicht nur sie steckt gerade viel Arbeit und Energie in die Vorbereitungen des Handball-Länderspiels, das in einer Woche in Vaihingen ausgetragen wird. Am 25. Oktober, 17 Uhr, treffen die weiblichen A-Jugend-Nationalmannschaften aus Frankreich und Deutschland aufeinander. Und es gibt noch einiges zu tun.
Bereits im August mussten erste Aufgaben erledigt werden. Nachdem dem TVV ein Angebot des Handballverbands Württemberg (HVW) vorlag, musste zunächst entschieden werden, ob die Mitglieder gewillt sind, das Länderspiel auszurichten, ob es der finanzielle Rahmen überhaupt zulässt und ob den Handballern eine Halle zu Verfügung steht. Denn eigentlich hätten nächsten Samstag die Faustballer die Halle am Alten Postweg nutzen dürfen. Da Ingrid Göbgen und Abteilungsleiter Helmuth Lindner nur positive Antworten bekamen, legte das Organisationsteam aber Anfang September richtig los.
Dirk Feierbach war zum Beispiel für das Hallenheft verantwortlich. Gemeinsam mit einigen Helfern gestaltete und füllte er die Broschüre. „Das lief problemlos“, so Göbgen. Doch nicht alles lief so reibungslos ab. Da war zum Beispiel die Erstellung des Plakats. Das war eigentlich schon fertig. „Wir hatten vom HVW eine Vorlage bekommen, die uns gefallen hat“, erklärt Göbgen. Auf dem Plakat waren zwei Frauenfüße zu sehen, einer steckte im Turnschuh, der andere im roten Stöckelschuh. Da der HVW noch solche Plakate auf Vorrat hatte, hätte der TVV zudem noch Kosten sparen können. Die Lage war klar. Eigentlich. Denn dann legte der Deutsche Handballbund (DHB) ein Veto ein. „Da auf dem Plakat ein Schuh des Herstellers Kempa zu sehen ist, der allerdings nicht Ausrüster des DHB ist, haben wir für unser Plakat keine Genehmigung bekommen“, erklärt Lindner. „Es war wohl ein Missverständis, dass uns das Plakat überhaupt angeboten wurde. Wir waren entsetzt“, so Göbgen weiter.
Nun musste alles ganz schnell gehen. Innerhalb einer Nacht erstellte Bruno Krisamer ein neues Plakat. Der TVV bekam das Okay. Die Aushänge konnten gedruckt und in der Stadt verteilt werden. Dort ist nun eine Frauenhand mit rotlackierten Fingernägeln zu sehen, die einen Ball hält.
Die meisten Dinge konnten Göbgen und das Organisationsteam auf der To-do-Liste bereits abhaken. Sponsoren wurden gesucht und gefunden. In der Halbzeitpause wird zum Beispiel ein Fernseher im Publikum verlost. Heft und Plakate sind fertig, lokale und Handballpromis sowie Vereine aus dem Bezirk und der Umgebung eingeladen, Eintrittskarten angefertigt... 50 Leute waren damit beschäftigt. Insgesamt dürften über 2000 Arbeitsstunden zusammen kommen.
Ein paar entfielen auf die Sitzungen des Organisationsteams. Bei den letzten drei Treffen saßen die Handballer bis Mitternacht zusammen. Beim DRK musste eine Anfrage gestartet werden, mit der Stadt mussten diverse Dinge, wie zum Beispiel die Parkplatzregelung besprochen werden und so weiter.
Zwar gibt es immer noch viele offene Punkte. Das meiste sind aber Sachen, die kurzfristig zu erledigen sind. Es soll ein Büfett mit Fingerfood geben, es muss beflaggt werden, die Kabinen müssen beschriftet und die Ordner eingewiesen werden. Dann endlich können die Nationalspielerinnen ankommen. Die Mannschaften werden nach dem Spiel, das 60 Minuten dauert, vom TV Vaihingen noch zum Essen eingeladen, im Vereinsheim des Musikvereins. Erst danach kann Ingrid Göbgen auch die letzten Punkte auf ihrer To-do-Liste abhaken.
