Bietigheim-Bissingen (js) – Im verflixten 13. Spiel hat es die Steelers zum zweiten Mal erwischt. Im Spitzenspiel beim EHC München unterlagen die Bietigheimer Eishockey-Cracks mit 2:3 nach Penaltyschießen. Durch den 5:0-Heimsieg am Freitag gegen Bremerhaven bleiben die Brittig-Schützlinge jedoch Tabellenführer der zweiten Bundesliga.
161 Minuten blieb Steelers-Torhüter Sinisa Martinovic ohne Gegentreffer. Als er dann in München gleich zweimal hinter sich greifen musste, war dies gleichbedeutend mit dem ersten Punktverlust seit fünf Spielen, denn Martinovics Vorderleuten gelangen gegen die zweitbeste Abwehr der Liga ebenfalls nur zwei Treffer.
Das erste Drittel war noch auf hohem Niveau ausgeglichen und endete torlos. Vor allem die beiden Abwehrreihen – die besten der Liga – zeichneten sich aus. Nach exakt acht Minuten im Mitteldrittel nutzte dann aber Mark Heatley die zweite Münchner Überzahl zur 1:0-Führung für die Gastgeber.
In der Folge verstärkte Bietigheim seine Bemühungen in Richtung gegnerisches Tor. Dadurch entstanden für die Münchner Räume zum Kontern. Einen solchen Angriff nutzte Austin Wycisk nur 3:19 Minuten nach dem Führungstreffer zum 2:0. Christian Brittig rief nun sein Team zusammen und stellte es während der 30-sekündigen Auszeit neu ein. Mit Erfolg. Denn noch vor der zweiten Pausensirene verkürzte Justin Kelly (37.).
Im Schlussabschnitt setzten die Steelers alles auf eine Karte. Christian Brittig stellte auf drei Angriffsreihen um, was München teilweise vor arge Probleme stellte. Dennoch dauerte es bis zur 54. Minute, ehe Greg Schmidt der verdiente Ausgleich gelang. Mit etwas Glück hätte es dann sogar noch zu drei Punkten gereicht, doch in den Schlusssekunden hämmerte Kelly die Hartgummischeibe ans Lattenkreuz.
Nach torloser Verlängerung, in der die Steelers eine zweiminütige Überzahl nicht nutzen konnten, war dann auch im Penaltyschießen das Glück nicht auf Bietigheimer Seite. Brent Walton und Justin Kelly vergaben, Brandon Dietrich und Mike Kompon verwandelten, nachdem zuvor auch David Wrigley die Scheibe nicht im Netz untergebracht hatte. Trotz der Niederlage war Christian Brittig zufrieden. „Die Mannschaft wollte den Ausgleich unbedingt haben und ich bin sehr stolz auf das Team, das sich nach dem 2:0 nicht aufgegeben, sondern weiter gekämpft hat und dafür auch belohnt wurde. Es war ein absolutes Topspiel.“
Somit war der Steelers-Coach am Wochenende mit seinem Team rundum zufrieden. „Wir wussten, dass Bremerhaven eine starke Offensive hat. Deshalb war es für uns wichtig, Geduld zu zeigen. Diese hatten wir und wurden dafür belohnt“, resümierte Brittig nach der Freitagspartie. Aber nicht nur die Geduld, auch die Leistung von Gregory Schmidt sprachen in diesem Spiel für die Steelers. Der Kanadier entschied das Duell quasi im Alleingang.
Nach torlosem erstem Drittel reichten dem Stürmer acht Minuten, um alles klar zu machen. Der Führung nach gut 25 Minuten folgte ein Doppelschlag in Überzahl (33./34.) zum vorentscheidenden 3:0. „Greg Schmidt hat den Unterschied ausgemacht“, hatte Brittig dann auch noch ein Sonderlob für seinen Zweite-Reihe-Center übrig. Erst im Schlussdrittel trugen sich dann auch andere Bietigheimer in die Torschützenliste ein. Zunächst staubte Alexander Serikow nach einem Kelly-Schuss ab (45.), dann bedankte sich Schmidt bei seinem Sturmkollegen Andrej Kaufmann mit einem mustergültigen Pass in den Lauf. Kaufmann schloss den Alleingang neun Sekunden vor dem Ende eiskalt ab.
Trotz der deutlichen Niederlage war auch Bremerhavens Trainer Craig Streu nicht unzufrieden. „Wir haben gut angefangen, sind erst nach dem Doppelschlag in Unterzahl nicht mehr zurückgekommen. Bietigheim war sehr stark und hatte hinten einen starken Torhüter.“ Der hatte allerdings auch ein wenig Glück, als der Puck im letzten Drittel im Getümmel wohl die Linie überschritten hatte, Schiedsrichter Stephan Bauer (ein ehemaliger Steelers-Spieler) die Situation jedoch nicht richtig überblicken konnte und nach Rücksprache mit seinen Linesmen auf kein Tor entschied.
