Gündelbach (rkü) – Der FV Roßwag hat mit einem glücklichen 3:2-Sieg beim FC Gündelbach eine Serie durchbrochen. Trotz starker kämpferischer Leistung kamen die Platzherren nicht mehr zum Ausgleich. Roßwags Schlussmann Salvatore Rivarolo hielt den Sieg fest.
Die Gündelbacher hatten das Spiel auf den kleinen Platz direkt an der Metter gelegt. Dort konnten zwar die laufstarken Stürmer aus Roßwag nicht ihre ganze Durchschlagskraft entfalten, aber der Tabellenführer bewies, dass er zurecht ganz oben steht. Nach drei schnell aufeinander folgenden Eckbällen in der sechsten und siebten Spielminute kamen vom Gündelbacher Publikum die ersten Rufe: „Jetzt sind sie nervös. Sie wackeln schon.“ Doch das war ein Wunschtraum der einheimischen Fans. Fünf Minuten später mussten sie zusehen, wie der weit herausgelaufene Gündelbacher Torwart Thorsten Krumm zurückspurten musste, um den Ball aus vollem Lauf aufzunehmen. Kurz drauf konnte er durchschnaufen, als der Pfosten den Ball ins Aus lenkte. Derweil zeigte auch sein Roßwager Kollege Sprinterqualitäten: Er holte sich eine Trinkflasche an der Trainerbank ab.
Der erste Treffer fiel in der 14. Minute, als Manuel Gayer frei zum Schuss kam und das 1:0 für Roßwag erzielte. Knapp zwei Minuten später wurde vor dem Roßwager Gehäuse ein Gündelbacher unsanft zu Fall gebracht – den Strafstoß verwandelte Markus Posch sicher. Als Gündelbach gleich drauf in Führung ging, wurden die ersten Zuschauer übermütig und forderten von ihrem Team: „Auf gehts, zweistellig!“ Andreas Bahmer hatte den Ball aus extrem spitzem Winkel ins Tor geschossen und damit das 2:1 für seine Mannschaft erzielt.
Auf dem Platz gab es gestern ein kampfbetontes Spiel zweier Mannschaften, die sich gleichwertig präsentierten. Auch die Zuschauer auf den Rängen schenkten sich nichts. Nach Belieben riefen die Anhänger der einen oder anderen Seite Schiedsrichter Konstantin Michalopoulos ihre Meinung zu: „Schauspieler! – Andersrum! – Wenn man nichts sieht, pfeift man gar nicht erst!“ Andere äußerten sich nicht ganz so laut, aber inhaltlich sehr ähnlich: „Der pfeift, wenn er Lust hat.“ Ende der ersten Spielhälfte drängte Roßwag vehement auf den Ausgleich, um nicht mit dem 1:2 in die Kabine zu müssen. Ein Freistoß aus 20 Metern in der 38. Minute brachte keine Änderung, drei Minuten später wurde ein weiterer Freistoß weit übers Tor gedroschen. In der 44. Minute war es Michel Kowalski vorbehalten, den wichtigen Ausgleichstreffer zu erzielen. Gündelbachs Krumm sprang dem runden Leder zwar noch herzhaft hinterher, konnte es aber nicht mehr erreichen.
Nach dem Seitenwechsel gab es ein großes Hallo, als der Unparteiische die Roßwager Stürmer nach einem falschen Einwurf zurückpfiff. Die lautstarken Proteste des Publikums waren indes kein Beweis dafür, dass der Schiedsrichter im Unrecht gewesen wäre. Torschüsse verbuchten in der Folgezeit beide Teams, doch zwingende Chancen waren Mangelware. Das 3:2 für Roßwag in der 64. Spielminute erzielte Robin Gittinger.
Auf Zeit zu spielen, konnte sich der Tabellenführer angesichts des starken Gegners nicht leisten. Beide Mannschaften zeigten ihren Siegeswillen, wenn auch die Partie gegenüber der ersten Spielhälfte etwas ruhiger wurde. Erst wenige Minuten vor dem Schlusspfiff ging es wieder hoch her. Der Roßwager Trainer Matthias Steinbach wechselte dreimal aus, die Gündelbacher nahmen das Tor der Gäste unter Beschuss. Ein ums andere Mal hatte Rivarolo die richtigen Reflexe. Ihm gelang es, den knappen Sieg für sein Team festzuhalten.
FC Gündelbach: Krumm – Gobbo, Burger, Kussmaul, Autenrieth, Carsten Posch, Rohloff, Markus Posch, Yakar, Kücük (80. Aisenbrey), Bahmer.
FV Roßwag: Rivarolo – Lutz, Boochs, Menge, Burkhardt, Gittinger (82. Hoppe), Seyb, Haller, Kowalski (89. Weißeise), Hoffmann, Gayer (84. Hüseyin).
