„Jetzt holen wir erstmal die drei Punkte für dich“
Illingen (rkü). Der SV Illingen hat gestern den FC Gündelbach mit 1:0 geschlagen. Die Partie der Fußball-Kreisliga A3 hatte nur wenige Höhepunkte zu bieten. Dass seine Mannschaft als Sieger vom Platz ging, bekam der Illinger Michael Schlosser nicht mehr mit – zu dieser Zeit war er längst im Krankenhaus.
Nur 60 Zuschauer verfolgten das Nachbarschaftsderby zwischen dem SV Illingen und dem FC Gündelbach in der Fußball-Kreisliga A3. Insbesondere in der ersten Spielhälfte bekamen sie wenig zu sehen. Gleichwohl zeigten sich weder die Illinger noch die Gündelbacher zimperlich, wenn es um Fouls ging. Dabei kam es nicht zu übertriebener Härte, die Frage war nur: Wird es schon wieder ein Spiel, das eskaliert? Das geschah glücklicherweise nicht, das Derby blieb bis zum Schluss sportlich fair.
Unmittelbar vor der Halbzeitpause ging Michael Schlosser ohne Fremdeinwirkung zu Boden. Der Illinger Spieler blieb stöhnend auf dem Rasen liegen, sein Knöchel schwoll schnell an. Auf dem Weg in die Pause sprach Torwart Bernhard Mathes seinem Mannschaftskamerad noch Mut zu: „Das wird wieder. Jetzt holen wir erstmal die drei Punkte für dich.“ Im Krankenhaus bestätigte sich dann der Verdacht auf einen Bänderriss. Trainer Thomas Fritsch zeigte sich gestern Abend aber zuversichtlich, dass Schlosser nach der Winterpause wieder eingesetzt werden kann.
Nach dem Seitenwechsel wurde der SV Illingen torgefährlich. Nach einem Schuss unmittelbar am Pfosten vorbei, musste Gündelbachs Torhüter Thorsten Krumm den nächsten Anlauf von Dominik Schmolck zum Eckball entschärfen. Dieser wurde von Lukas Knödler so sanft getreten, dass er schon auf halbem Weg zum Strafraum verhungerte. Auch auf der Gegenseite kam es mehrmals kurz nacheinander zu Eckbällen, doch der FC Gündelbach tat es den Gastgebern gleich und blieb ohne zählbaren Erfolg.
In der 62. Minute wechselte FCG-Spielertrainer Markus Posch Cem Kücük aus, für den Philipp Aisenbrey ins Spiel kam. Schon zwei Minuten später tauchte er im Illinger Strafraum auf. Allerdings trennte er sich erst dann vom Ball, als er so weit gelaufen war, dass er ihn nur noch ins Außennetz schießen konnte. Aisenbrey sah weitere vier Minuten später die Gelbe Karte, nachdem er den Illinger Oliver Rapp am Arm festgehalten hatte. Nochmals eine Viertelstunde später musste der ausgewechselte Kücük endgültig vom Platz. Er hatte von der Bank des FC Gündelbach deutlich zu verstehen gegeben, dass er mit einer Entscheidung des Schiedsrichters nicht einverstanden sei. Die Gelbe Karte hatte er schon während des Spiels gesehen, jetzt zog der Unparteiische Gelb-Rot.
Benjamin Schmidt schoss einen Freistoß für den SV Illingen über Tor und Mauer hinweg ins Gelände. Oliver Rapp machte es in der 77. Minute besser. Ein Konter der Gastgeber war eigentlich schon beendet, der Ball bei Torwart Krumm beinahe in sicheren Händen – doch dann landete die Kugel vor den Füßen von Rapp, der nicht mehr lang fackelte und das einzige Tor des Spiels erzielte. „Das war ein Geschenk“, gab der Illinger Trainer Fritsch zu. Sein Gündelbacher Kollege charakterisierte es als „dummes Tor“.
Die Gäste drängten auf den Ausgleich, kamen allerdings wie schon zuvor nie zu zwingenden Torchancen. Auch beim SV Illingen zeigte sich gestern wieder das große Manko: „Wir haben keinen Knipser“, bedauert Fritsch. So lange dürfte es für den Verein schwer werden, über das Mittelmaß hinauszukommen. „Auf Dauer würden wir schon gerne weiter oben spielen. Immerhin haben wir viele gute Junge“, meint der Trainer. Doch jetzt gelte es erst einmal, sich im Mittelfeld der Tabelle festzusetzen. Immerhin ist der SV Illingen auf Platz sieben momentan der beste Verein aus dem Raum Vaihingen. Der FCG ist Vorletzter in der Kreisliga A3.
Tore: 1:0 Oliver Rapp (77.).
Gelb-Rote Karten: Cem Kücük (83./Gündelbach).
Schiedsrichter: Christos Vrakas.
Zuschauer: 60.
Spieler des Tages: Oliver Rapp.
SV Illingen: Mathes – Markus König (65. Patrick König), Schlosser (46. Lehner), Lukas Knödler, Kachel, Schmolck, Pucci (65. Thaqi), Conradt, Schmidt, Dominik Knödler, Rapp.
FC Gündelbach: Krumm – Oberrauch (85. Gobbo), Brett, Rohloff, Held, Markus Posch, Burger, Andreas Bahmer, Autenrieth, Zorn, Cem Kücük (62.Aisenbrey).
