Freitag, 25. Mai 2012

Fußball in Vaihingen: Es geht bergab




Bisher läuft es weder bei Gündelbach (in Weiß) noch bei Roßwag richtig rund. Foto: Küppers
Bisher läuft es weder bei Gündelbach (in Weiß) noch bei Roßwag richtig rund. Foto: Küppers

Vaihingen (ev). Dem Fußball in Vaihingen und den umliegenden Gemeinden geht es schlecht. So weit davon entfernt, einen Bezirksligisten zu stellen, waren die Mannschaften schon lange nicht mehr. Und eine Besserung ist nicht in Sicht.

Sieben Vereine in der Fußball-Kreisliga A3 kommen aus dem Verbreitungsgebiet der Vaihinger Kreiszeitung, doch bei keinem der sieben läuft es momentan rund. Im Gegenteil: Die Teams haben die hintere Hälfte der Tabelle für sich alleine. Einzig die zweite Mannschaft des Verbandsligisten 08 Bissingen (Platz 12) kommt nicht aus der Region.

Eine Mannschaft ist mit ihrem momentanen Tabellenplatz allerdings gar nicht so unzufrieden. Das ist der SV Iptingen. Der Aufsteiger hatte das Ziel, sich einen Platz im Mittelfeld zu ergattern. Mit Platz acht ist das – bisher zumindest – gelungen. „Die Mannschaft hat auch durchaus Potenzial“, so Trainer Alfred Eberle. Dass seine Mannschaft kurz vor Ende der Vorrunde allerdings den inoffiziellen Titel des VKZ-Meisters trägt, hatte er nicht erwartet. Illingen, Roßwag, Sersheim, Gündelbach, Nussdorf und Vaihingen stehen alle hinter dem Verein von der Platte. Für Eberle sind vor allem die Platzierungen von Vaihingen und Roßwag überraschend. Roßwag war jahrelang das beste Team in der Region, Vaihingen durfte sich in der vergangenen Saison Bezirksligist nennen.

In der oberen Tabellenhälfte stehen Teams aus Gemmrigheim, Bissingen und Bönnigheim. „Bietigheim-Bissingen ist ein Ballungsgebiet. Es gibt einige gute Mannschaften und der Konkurrenzdruck ist größer. Wahrscheinlich sind die Teams dort deshalb besser“, mutmaßt Eberle. „Wahrscheinlich können die den einen oder anderen Spieler auch mit Geld locken“, führt Roßwags Trainer Martin Grözinger die Vermutungen fort.

In einem sind sich die beiden und Vaihingens Spielleiter Volker Kreb allerdings einig: Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Jugendarbeit. Die Iptinger profitieren gerade: Die Mannschaft ist jung und motiviert. „Das ist nicht überall so. Bei vielen Vereinen laufen Spieler im Alter 30+ auf“, so Eberle.

Doch meist reichen die Spieler gar nicht aus, um eigene Teams ins Rennen zu schicken. Teilweise fehlt die Lust, aber „wer gut kicken kann, der geht“, sagt Volker Kreb. Die Jungen gehen nach Freiberg, Löchgau – zu Vereinen, die nicht nur bei den Aktiven in höheren Klassen spielen. „Ändern kann man daran nur etwas, wenn man qualifizierte Jugendtrainer und Betreuer an Land ziehen kann. Doch in unserer Gesellschaft ist das schwer, auch wegen der Arbeitszeiten“, erklärt Kreb.

Martin Grözinger ist ratlos. Ein Patentrezept hat auch er nicht, obwohl er, sein Trainerkollege, der Verein und die Mannschaft sich schon viele Gedanken darüber gemacht haben. Er hofft allerdings, den hinteren Teil der Tabelle bald wieder verlassen zu können. Seine Mannschaft hat erst drei Siege eingefahren, dafür aber sechs Unentschieden. Optimistisch stimmt Grözinger vor allem die Tatsache, dass es in der Staffel eng zu geht. „Wie schnell man wieder oben ist, hat Wiernsheim gezeigt, die einen wirklich schlechten Start erwischt haben“, so der Trainer. Er ist sich sicher, dass sich die Tabelle noch kräftig verschieben wird und hofft, dass es für sein Team nach oben geht.

Trotzdem: Die Wahrscheinlichkeit, dass Vaihingen und Umgebung künftig noch weniger A-Ligisten hat, ist so hoch wie die Tatsache, dass Weihnachten auch 2009 wieder am 24. Dezember ist. „Die Vereine müssen umdenken“, warnt Eberle. Volker Kreb malt eine schwarze Zukunft: „Das Niveau im Fußball wird insgesamt sinken. Nur uns trifft es zuerst“, sagt er. Fußball sei zwar noch die Sportart Nummer eins, aber das würde nicht mehr gelebt werden. Es werde wohl auch künftig immer wieder Teams geben, die Erfolge verbuchen, „aber für die anderen wird es vom Niveau immer weiter nach unten gehen“.




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