Freitag, 25. Mai 2012

„Wir wollen eine neue Satzung“




jürgen Scholz
jürgen Scholz

Sersheim (ev).  Jürgen Scholz ist Bürgermeister in Sersheim, Präsident des Württembergischen Leichtathletikverbandes (WLV) und seit Samstag Vizepräsident des Deutschen Leichtathletikverbandes (DLV). Was er dort alles ändern will und wieso er überhaupt zur Wahl angetreten ist, erzählt er im Interview.

Wieder ein Ehrenamt mehr. Haben Sie denn überhaupt noch Zeit, Bürgermeister von Sersheim zu sein, Herr Scholz?
Natürlich. Hauptamt geht vor Ehrenamt. Außerdem habe ich im Gegensatz zu allen anderen Ehrenämtern kein konkretes Aufgabengebiet. In Absprache mit dem Präsidenten werde ich einzelne Aufgaben übernehmen. Das neue Amt ist also nicht mit Termindruck verbunden. Das ist ideal. Insgesamt werden deshalb auch nicht 50 neue Termine in meinem Kalender stehen, da ich als WLV-Präsident sowieso vor Ort bin. Insgesamt sind es vielleicht drei Treffen mehr, die ich besuchen muss.

Von den 187 Delegierten haben 123 mit Ja gestimmt und 52 mit Nein, als es um Ihre Wahl ging.
Richtig. Ich finde das Ergebnis ganz ordentlich. Und die, die mit Nein gestimmt haben, versuche ich nun mit meiner Arbeit zu überzeugen. Als WLV-Präsident trete ich ihnen ja auf Augenhöhe gegenüber.

Warum wollten Sie dieses Amt eigentlich?
Weil ich gefragt wurde. Aber ich finde es auch spannend, meine beiden Ämter miteinander zu verknüpfen.

Streben Sie nun langfristig das Amt des Präsidenten Clemens Prokop an?
Es ist noch zu früh, um diese Frage zu beantworten. Zunächst werde ich versuchen, das Amt des Vizepräsidenten qualitativ gut auszuüben. Alles andere wird die Zukunft zeigen ...

Und welche Ziele haben Sie?
Zunächst muss ich mich noch mit dem Präsidenten kurzschließen. Erst dann kann ich meine genauen Aufgaben benennen. Ich denke allerdings, dass ich mich um die Kommunikation zwischen den Landesverbänden bemühen werde, so dass es eine bessere Absprache gibt. Außerdem wollen wir die Strukturen angehen und den DLV für die Zukunft fit machen. Deshalb wollen wir eine neue Satzung. Die Hierarchien sollen flacher werden, so dass Beschlüsse schneller gefasst werden können.

Werden Sie als WLV-Präsident und DLV-Vizepräsident nicht zwangsläufig auf einen Zielkonflikt zusteuern?
Eigentlich nicht. Ich vertrete den Landesverband, das Präsidium muss dann jemand anderes besetzen. Dass muss noch neu organisiert werden. Zur Not erkläre ich mich als befangen.

Neu im Präsidium sind auch Günther Lohre und Fred Eberle. Beide kommen aus der Region. Insgesamt gibt es jetzt einen breiten württembergischen Block im DLV – auf was dürfen sich die Athleten aus dem Ländle freuen?
Wir kommen alle aus der Praxis. Daher wollen wir das Vorgehen bei den Nominierungen verbessern. In der Vergangenheit wurden die Kriterien oft wachsweich formuliert. Somit stand zweifelhaften Entscheidungen Tür und Tor offen. Die Nominierungen waren oft eine Streitfrage und manchmal auch ungerecht. Immer gerecht kann man zwar nicht sein, aber das ist ein Punkt, der verbesserungswürdig ist. Denn die Athleten trainieren oft jahrelang und wollen auch fair und nicht willkürlich behandelt werden.




Seitenanfang