Vaihingen (ev). An der Situation im Tabellenkeller der Fußball-Kreisliga A3 hat sich auch nach dem Spiel Letzter (VfB Vaihingen) gegen Vorletzter (TSV Nussdorf) nichts geändert. Aber nach dem 2:1-Sieg ist der VfB wieder dran.
Die Saison 2009/2010 ist bislang weder die des TSV Nussdorf noch die des VfB Vaihingen: Beide Mannschaften haben ein Dauerabo für den Tabellenkeller. Einziger Unterschied: Die Nussdorfer wussten schon vor der Runde, dass es schwer werden würde, für Bezirksligaabsteiger Vaihingen kamen die vielen Niederlagen jedoch überraschend. Dementsprechend unzufrieden sind Spieler und Zuschauer. Letztere lassen sich auch nicht mehr so oft am Egelsee blicken. Rechnet man die A-Junioren hinzu, die auf ihre Partie gewartet haben, waren es am Samstag nur rund 70 Leute, die gekommen waren.
Die Spieler kommen zwar noch, aber das könnte sich auch bald ändern. Gerüchten zufolge waren zwei bereits bei einem Probetraining beim TSV Mühlhausen, vier bis sechs weitere würden den Verein gerne ebenfalls verlassen. Das dementiert auch VfB-Spielleiter Volker Kreb nicht. „Natürlich sind die Spieler unzufrieden, wenn es nicht läuft“, sagt er. Allerdings sei es eine Charakterfrage, in der Winterpause nicht zu wechseln. „Sie haben sich die Suppe selbst eingebrockt. Jetzt müssen sie auch auslöffeln“, sagt er. Zur Rückrunde muss ein Verein Spieler laut Verband-Statuten übrigens nicht ziehen lassen. Und wenn es nicht unbedingt sein muss, wird das der VfB auch nicht tun, denn „wir brauchen jeden Mann“, macht Kreb klar.
In das Spiel am Samstag starteten die Vaihinger jedoch wie ausgewechselt. Es waren noch keine 60 Sekunden gespielt, da flankte Ivica Coric mustergültig auf Thomas Bachmann. Der nahm den Ball an und erzielte das 1:0. So ging es dann auch weiter, vor allem Coric machte in den ersten Minuten Druck und schien überall zu sein. Von den Nussdorfern war nichts zu sehen. Ihren Gegenspielern ließen sie so viel Platz, als hätten sie Angst vor der Schweinegrippe. Außerdem häuften sich Leichtsinnsfehler. Höhepunkt dieser Leistung: Zwei Nussdorfer – die im Ballbesitz waren – rannten gegeneinander. Kein Wunder, dass Nussdorfs Trainer Gerd Hausmann bereits nach neun Minuten den ersten Spieler zum Warmmachen schickte.
Auswechseln musste auch der VfB Vaihingen nach 20 Minuten. VfB-Spielführer Sascha Kunz und Robert Ristomanov prallten zusammen. Kunz, der sich am Schienbein verletzte, musste ausgewechselt werden und wurde mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht.
Ein Torschuss von Mathias Lichtl folgte noch, dann ließ der VfB nach und Nussdorf fand etwas besser ins Spiel. Die Pause, die sich die Vaihinger gönnten, wurde postwendend bestraft. Johannes Wizemann fiel im Strafraum und Schiedsrichter Wolfgang Schumacher entschied auf Elfmeter. Hassan Lamari nutzte die Chance und glich aus. Er war auch der einzige auf Nussdorfer Seite, der sich in Hälfte eins richtig gegen die Niederlage stemmte.
In der 37. Minute stellte Uwe Müller den alten Abstand wieder her. Wieder hatte Nussdorf dem VfB zu viel Platz gelassen, so dass die Heimelf den Ball im Strafraum hin und her spielen konnte, bis Müller schoss und traf. Bis zur Halbzeit musste Torwart Marcel Lauser noch einmal spektakulär eingreifen. Außerdem zeigte VfB-Spielertrainer Paulo Sousa sein Können. Ein Fallrückzieher von ihm prallte am Pfosten ab.
Vom Aufschwung durch den erneuten Führungstreffer war jedoch spätestens nach der Pause nicht mehr viel zu spüren. Viel zu viel Angst war plötzlich im Spiel der Vaihinger. Die Nussdorfer übernahmen nun die Feldüberlegenheit. Doch mehr als schöne Aktionen bis in den Strafraum gab es nicht. Dort passten die Gäste den Ball so lange quer, bis ein Vaihinger dran kam.
Unzufriedenheit machte sich breit: Bei den Vaihingern, weil sie ins Schwimmen gerieten, bei den Nussdorfern, weil sie mit ihrer spielerischen Überlegenheit nichts anfangen konnten. Das Resultat: Die Nussdorfer zickten sich untereinander an und die Aktionen, an denen beide Teams beteiligt waren, wurden zunehmend ruppiger. Wo auch immer ein Zweikampf stattfand, ging einer von beiden Spielern schreiend zu Boden – ob mit oder ohne Grund.
Die Partie verlor an Qualität – die zweiten 45 Minuten hätten die wenigen Zuschauer auch besser investieren können. Erwähnenswertes gab es nicht mehr viel: In der ersten von insgesamt knapp neun Minuten Nachspielzeit sah Hassan Lamari noch die Gelb-Rote Karte. Nussdorf hatte anschließend noch die Chance auf den Ausgleich, aber es blieb beim 2:1 für den VfB. Kreb nannte das Spiel in der zweiten Hälfte „Gewürge“. Nussdorfs Spielleiter Uwe Girstl brachte es so auf den Punkt: „Ich habe heute zwei Absteiger spielen sehen.“
Tore: 1:0 Thomas Bachmann (1.), 1:1 Hassan Lamari (34., Elfmeter), 2:1 Uwe Müller (37.).
Gelb-Rote Karten: Hassan Lamari (91./Nussdorf)
Schiedsrichter: Wolfgang Schumacher (Waldenbuch).
Zuschauer: 70.
Spieler des Tages: Ivica Coric (Vaihingen).
VfB Vaihingen: Belluardo – Klempin, Anastasiou, Kunz (22. Müller), Sousa, Golka, Bachmann (54.Linoria), Nimführ, Lichtl (79. Andrea Maggio), Coric, Klempin.
TSV Nussdorf: Lauser – Manuel Rapp, Kanz (23.Manuel Hopf), Yilmaz, Frank, Lukas Wizemann (46.Wagner), Johannes Wizemann, Stahn (73. Strecker), Scheuermann, Lamari, Ristomanov.
