Vaihingen (rkü). Um Haaresbreite ist das Vaihinger Frauenteam im Frühjahr am Abstieg aus der Hockey-Oberliga vorbei geschrammt. In der neuen Hallenrunde will der Club an der Enz wesentlich besser abschneiden. Einer der ersten drei Plätze solle es schon sein, gibt Betreuer Tobias Müller vor. „Sonst haben wir das Ziel verfehlt.“
Tobias Müller hat beim Club an der Enz jahrelang als Trainer der Frauenmannschaft gearbeitet. Im Frühjahr gab er sein Amt an Ludwig Schmid ab. Seit Herbst leistet sich der Vaihinger Hockeyverein einen professionellen Trainer für sein Frauenteam – Klaus Kaiser übernahm diese Aufgabe. Unter seiner Führung solle die Mannschaft jetzt in der Oberliga vorne mitspielen, sagt Müller. Er selbst bleibt dem Team aber weiterhin als Betreuer erhalten.
Während die Trainer gewechselt haben, blieb das Gesicht der Mannschaft weitestgehend erhalten. Bis auf Mareike Müller, die Mutter geworden ist und darum pausiert, seien alle Spielerinnen fit und motiviert. Aufgewertet wird das Vaihinger Team durch Kamilla Kaiser. Sie hat bis vor zwei Jahren mit dem Berliner Hockeyclub in der Bundesliga gespielt, zog dann aber studienbedingt nach Karlsruhe. Offenbar war sie von der Spielstärke der Teams rund um die Fächerstadt nicht so recht überzeugt, meint Tobias Müller. Darum spiele sie ab sofort beim Club an der Enz. Zu ihrer vollen Spielstärke müsse sie nach zweijähriger Pause wohl erst noch finden, doch sie sei fest eingeplant. Auch wenn beim Saisonauftakt am Sonntag vielleicht noch nicht alles läuft, wie gewünscht. „Beim Hockey dürfen wir ja so oft wechseln, wie wir wollen“, sagt der Betreuer. Darum sei es überhaupt kein Problem, die Mannschaft während eines Spiels umzustellen, wenn Korrekturbedarf bestehe.
Das erste Spiel findet auf heimischem Boden statt. Am Sonntag (15. November) um 11 Uhr empfängt der CEV in der Sporthalle des Stromberg-Gymnasiums den HC Lahr, der in die Oberliga aufgestiegen ist. „Gegen den Aufsteiger müssen wir unbedingt punkten“, unterstreicht Müller. Die Voraussetzungen seien nicht schlecht, da die Vaihinger Mannschaft in der Saisonvorbereitung gegen eine Mannschaft aus der zweiten Bundesliga „sehr gut ausgesehen“ und gegen mehrere Teams aus Regional- und Oberliga gewonnen habe.
Das größte Problem des Hockeyvereins seien die mangelnden Trainingszeiten. Eine Stunde pro Woche kann die Frauenmannschaft die Halle des Stromberg-Gymnasiums nutzen. Freitags. „Wenn die Mannschaft am Wochenende Spiele hat, kann man da nicht mal ein richtiges Belastungstraining machen“, ärgert sich der Betreuer. Früher waren es eineinhalb Stunden, doch jetzt müsse der Putztrupp pünktlich um 22 Uhr anrücken. „Eine Stunde pro Woche ist viel zu wenig“, meint Müller. „Die Mannschaft aus Böblingen hat zweimal eineinhalb Stunden, bei anderen ist es ähnlich.“ Um in der Oberliga zu bestehen, seien die Bedingungen denkbar schlecht. Auf einen der vorderen Plätze will er trotzdem.
