Björn Hammel, der Trainer des VfR Sersheim, im Interview über die gewalttätige Auseinandersetzung und den Spielabbruch in Iptingen, den zwei seiner Spieler verursacht hatten.
Herr Hammel, wie haben Sie in der Nacht von Sonntag auf Montag geschlafen?
Nicht besonders ruhig. Ich habe mir noch viele Gedanken über die Geschehnisse am Nachmittag gemacht.
Ist das Verhalten von Hakan Atalay, der als erster gewalttätig wurde, und Serdar Caliskan, der seinen Gegenspieler mit den Stollen auf die Brust trat, irgendwie zu rechtfertigen?
Nein, da gibt es überhaupt nichts zu rechtfertigen. Was da durch die Köpfe von den beiden gegangen ist, kann ich mir nicht erklären.
Wie nimmt man den Vorfall beim VfR auf, was ist der Tenor in Sersheim?
Ich sehe viele fragende Gesichter. Vor allem geht es um die Frage, warum das ausgerechnet bei uns passieren musste und natürlich, wie man so etwas hätte verhindern können.
Die Frage, welche vereinsinternen Konsequenzen das Verhalten der Spieler hat, ist also beantwortet?
Ja. Schon am Sonntag haben die Vorstandschaft, Spielleiter Andreas Ludwig und ich uns zusammengesetzt und diskutiert. Am Montag ging das dann telefonisch weiter. Caliskan und Atalay werden vom Verein ausgeschlossen. Auf die Nachricht haben am Montag beide gefasst reagiert und sich nochmals entschuldigt.
Sportlich schmerzt die Trennung von zwei Leistungsträgern doch sicherlich.
Das hat mit dem Sportlichen nichts zu tun. Egal, ob es sich um gute oder schlechte Spieler handelt – ein solches Verhalten ist nicht akzeptabel.
Wird es von Seiten des Vereins noch eine Geste gegenüber dem SV Iptingen geben?
Das wird es, und zwar unabhängig vom Spielbetrieb. Wir haben bereits Kontakt zu Iptingen aufgenommen und es gibt auch schon Ideen. Wenn möglich, wollen wir unsere Pläne noch in dieser Woche in die Tat umsetzen.
Interview von Sven Sattler