Roßwager Kicker bringen sich selbst um den Sieg
Roßwag (rkü). „Es war bitter, nach so einem Spiel als Verlierer vom Platz zu gehen“, sagte Roßwags Fußballtrainer Martin Grözinger gestern nach der 2:3-Niederlage gegen den TSV Wiernsheim. Beide Teams hatten einen unterhaltsamen Kick gezeigt. Der FV Roßwag erzielte seine Treffer durch zwei Strafstöße – und schoss ein Eigentor.
Schon in der zweiten Spielminute des Derbys in der Fußball-Kreisliga A3 musste der FV Roßwag im Strafraum eine Mauer stellen. Doch der Wiernsheimer Freistoß erreichte sein Ziel nicht. Es entspann sich ein munterer Kick, in dem sich beide Mannschaften nichts schenkten. FVR-Trainer Martin Grözinger sah in seiner ersten Analyse nach dem spiel sogar leichte Vorteile für die Gastgeber: „Wir waren das bessere Team.“ Die zwingenderen Torchancen hatte allerdings der TSV Wiernsheim. Immerhin konnte Grözinger seinen Spielern nicht, wie zuletzt, mangelnden Eifer vorwerfen.
Den ersten Treffer erzielten die Gäste. Wiernsheims Spielertrainer Frank Scheible, der aus Lomersheim jahrelange Bezirksliga-Erfahrung mitbrachte, schoss in der 12. Minute das 1:0. Roßwag nahm das Gästetor in der Folgezeit mehrfach ins Visier. Schüsse in der 14., 18. und 19. Spielminute gingen knapp übers Gehäuse, knapp daran vorbei oder landeten in den Armen des sicher haltenden Torwarts Reinhold Baral.
Wiernsheims Torwart war es dann aber auch, der in der 34. Minute an Marcel Seyb einen Elfmeter verschuldete. Baral holte den Angreifer im Sechzehn-Meter-Raum von den Beinen. „Er hatte Glück, dass er nicht noch die Rote Karte gesehen hat“, meinte Martin Grözinger. Roßwags Kapitän Manuel Gayer verwandelte sicher zum 1:1-Ausgleich. In der 38. Minute war es wieder ein Roßwager Spieler, der den Ball ins Tor bugsierte – allerdings traf Sebastian Stork das eigene Tor. Beim Versuch, eine von Qendrim Emini auf Roman Joas geschlagene Flanke zu entschärfen, köpfte Stork den Ball an seinem Torwart Salvatore Rivarolo unhaltbar vorbei in die Maschen. Beim Stand von 1:2 gingen die Mannschaften in die Kabinen, da weitere Torchancen der Gastgeber unmittelbar vor der Halbzeitpause ungenutzt blieben.
Fünf Minuten nach Wiederanpfiff trug Wiernsheims Qendrim Emini einen Angriff forsch bis zur Strafraumgrenze vor, spielte sich dann aber fest. Das gleiche Bild zeigte sich zwei Minuten später. Jeweils kurz nach diesen Fehlversuchen prüfte Marcel Seyb das Wiernsheimer Tor beziehungsweise den Torwart – am Ergebnis änderten all diese Bemühungen nichts. Frank Scheible wurde erst in Strafraumnähe gefoult und musste kurz vom Platz. Wenige Minuten später ging der Wiernsheimer Trainer im Mittelkreis zu Boden, blieb benommen liegen und wechselte sich anschließend aus.
Jonathan Kalt verbuchte für den TSV Wiernsheim in der 70. Minute noch einen Pfostenkracher, dann musste wieder Baral einen Schuss von Seyb entschärfen.
Langweilig wurde es nie, lediglich die Chancenverwertung war dürftig – auf beiden Seiten. In der Schlussphase warf der FV Roßwag alles nach vorne. Torwart Rivarolo trat einen Freistoß kurz vor der Mittellinie, die übrige Mannschaft lauerte weit in der Hälfte der Gäste. Doch Chance um Chance wurde vergeben. Dafür eröffneten sich den Wiernsheimern immer wieder Möglichkeiten, zu kontern. Stefan Grimmeisen nutzte eine solche in der 82. Minute und erzielte das 3:1. Der FVR kam durch einen von Manuel Gayer verwandelten Handelfmeter in der zweiten Minute der Nachspielzeit nur noch zum 2:3-Anschlusstreffer.
Tore: 0:1 Frank Scheible (12.), 1:1 Manuel Gayer (35., Foulelfmeter), 1:2 Sebastian Stork (38., Eigentor), 1:3 Stefan Grimmeisen (82.), 2:3 Manuel Gayer (90.+2, Handelfmeter).
Schiedsrichter: Jürgen Stumpp (Knittlingen).
Zuschauer: 135.
Spieler des Tages: Reinhold Baral (TSV Wiernsheim).
FV Roßwag: Rivarolo – Boochs (46. Stefan Gayer), Stork, Hüseyin Yildiz, Heinz, Richter (75. Blattert), Seyb, Haller, Kowalski, Menge, Manuel Gayer.
TSV Wiernsheim: Baral – Allegro, Lange, Wieser, Vitale, Franzen, Scheible (70. Stefan Grimmeisen), Günter, Joas, Emini (88. Neubert), Kalt (83.Schöbinger).
