Ein Vaihinger Allrounder auf dem Weg nach oben
Vaihingen (ev) - Vor einem halben Jahr hat sich im Leben von Jens Peters einiges verändert. Das Abitur in der Tasche, ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in Aussicht suchte der Vaihinger auch sportlich neue Herausforderungen. Er wechselte vom Club an der Enz Vaihingen zum Hockeyclub Ludwigsburg, der in der Feldrunde in der Regionalliga und in der Hallensaison in der zweiten Bundesliga spielt.
Ganz leicht ist ihm der Wechsel allerdings nicht gefallen, immerhin verbindet ihn einiges mit dem CEV. Bis auf den Monat genau ist Peters so alt wie der Hockeyclub, der, bevor er eigenständig wurde, zum VfB Vaihingen gehörte. Die Hockeyabteilung wurde im April 1988 gegründet, im gleichen Monat kam Peters zur Welt.
Vier Jahre später schwang Jens Peters zum ersten Mal den Hockeyschläger. Allerdings eher zufällig. Immer wenn er und seine Mutter seine große Schwester zum Turntraining in die Sporthalle am Alten Postweg brachten, stahl sich der Vierjährige davon und beobachtete das Hockeytraining, das auf dem angrenzenden Sportplatz stattfand. Irgendwann wurde Peters angesprochen – das war der Beginn seine Hockeykarriere.
Beim Spielen blieb es nicht. Peters wurde Schiedsrichter und Jugendtrainer, knüpfte Freundschaften im Verein und entwickelte sich zum aktiven Hockeyspieler. Für sein jahrelanges Engagement wird der 20-Jährige am 20. Dezember mit dem FIH Youth Leadership Certificate, einem Zertifikat des Welthockeyverbandes FIH, ausgezeichnet.
Trotzdem wagte Peters im Sommer den Schritt und verließ den CEV. „Ich wollte einfach mal schauen, ob ich höherklassig spielen kann“, erklärt der Hockeyspieler. Bisher gelang ihm das ganz gut. In den vier Partien, die Ludwigsburg in der Feldrunde absolvierte, stand er auf dem Platz, schoss in seinem ersten Spiel sogar gleich ein Tor. Jetzt im Winter agiert er als Mittelfeldspieler bei der Ludwigsburger Zweiten in der Oberliga.
„Ich bin hier gut reingekommen“, erzählt Peters. Gerade am Anfang hätte er aber schon den Unterschied zur zweiten Verbandsliga gespürt, in der Vaihingen spielt. „Das Spiel ist viel schneller. Die Pass- und Schlaghärte ist höher. Daran musste ich mich erst gewöhnen.“ Auch daran, dass in Ludwigsburg anders gearbeitet wird als in Vaihingen. Auf der Bank sitzt der Physiotherapeut, um Dinge wie einheitliche Jacken kümmern sich nicht die Spieler und Vorbereitungsturniere werden durchaus auch gegen Bundesligisten gespielt.
Jens Peters scheint ein offener Mensch zu sein, einer mit Humor. „Spontan, fröhlich, sehr unternehmungsfreudig und sportverrückt“ – so beschreibt er sich selbst. Zuverlässigkeit nennt er nicht. „Das bin ich nur, wenn es um Sachen geht, die mir Spaß machen.“ Seinen Lehrern habe er schon einige Kopfschmerzen bereitet, seinen Hockeytrainern eigentlich nie. „Ich war der einzige beim CEV, der bisher bei allen Trainingslagern dabei war“, sagt Peters.
Sein Abgang war für die Vaihinger nicht sehr leicht zu verschmerzen, da Peters variabel einsetzbar war. Vorne oder hinten, im Mittelfeld, in der Jugend stand er sogar einmal im Tor. „Er ist aber nicht nur flexibel sondern auch sehr stocksicher und er war bei den Spielern sehr angesehen“, berichtet sein Ex-Mitspieler Daniel Mayr.
Der Kontakt zwischen Peters und dem CEV ist allerdings nicht abgerissen. Immer noch schaut der Neu-Ludwigsburger in Vaihingen beim Training zu, macht ab und zu auch selbst mit.
Seine Zukunft liegt aber beim HCL. „Ich würde gerne ein Spiel in der zweiten Bundesliga bestreiten“, formuliert Jens Peters seine Ziel. Nebenbei will er auch seine Schiedsrichterkarriere nicht vernachlässigen. Unter anderem pfeift er Spiele der Damen-Bundesliga und war zweimal bei deutschen Jugend-Meisterschaften dabei. Sein Traum: Einmal ein Länderspiel zweier aktiver Mannschaften zu leiten. Spielen oder pfeifen – beides ist für Peters eine Leidenschaft. „Ich kann gar nicht sagen, was ich lieber mache.“
Wie es privat bei Peters weitergeht, ist noch nicht ganz klar. Eventuell folgt auf sein FSJ beim Rettungsdienst ein Studium. „Vielleicht irgendetwas mit Medizin.“ Das wäre seine Richtung. Auf jeden Fall kann er sich vorstellen, in seiner Freizeit weiterhin für den Rettungsdienst zu arbeiten. Abwarten heißt momentan die Devise. Immerhin gab es im vergangenen halben Jahr genug Veränderungen bei ihm.
