Freitag, 25. Mai 2012

Oberriexingen siegt trotz Fehlschüssen


Oberriexingen siegt trotz Fehlschüssen
Fußball, Kreisliga B5: TSV Oberriexingen – TSV Ensingen 3:1 (2:1)

Oberriexingen (rkü) – Der TSV Oberriexingen hat mit dem 3:1 gegen den TSV Ensingen einen klaren Heimsieg geholt. Dennoch hatte Wolfgang Schüle, der Trainer der gastgebenden Mannschaft, immer wieder Grund zur Kritik – seine Mannschaft vergab ein ums andere Mal hochkarätige Torchancen.

„Da – schau: Die nächste Chance! Ein Glück, dass wir schon 3:1 führen.“ In der Schlussphase der Begegnung versiebte der TSV Oberriexingen Torchancen zuhauf. Immerhin: Das junge Team erspielte sich die Chancen und zeigte dabei Kostproben seines Könnens. Eine hoffnungsvolle Mannschaft für die kommenden Jahre. Wenn sie zusammenbleibt und sich festigt. Der Trainer freut sich schon mal: „Einige kommen frisch aus der A-Jugend. Auch wenn du als Trainer manchmal den Vogel kriegst – die haben Zeit.“

Die Partie begann mit zehnminütiger Verspätung. Von Beginn an zeigte sich der TSV Oberriexingen spielfreudig, während die Gäste eher verhalten spielten. Der Ensinger Torwart Marvin Seizinger musste sich nach sechs Minuten erstmals strecken. Drei Minuten später war es soweit: Gökhan Yerlikaya brachte seine Oberriexinger Mannschaft mit 1:0 in Führung. Das versetzte den Ensinger Torwart in Rage, weil er die Schuld für den Treffer nicht nur bei der Abwehr sah: „Da war doch vorher schon der Fehler im Mittelfeld!“
Viel Zeit, sich zu ärgern, blieb Seizinger und seiner Hintermannschaft nicht, denn nach einer Ecke war das Tor schon wieder unter Beschuss. Patrick Schüle zog ab, doch der Torwart konnte das Leder festhalten.

Als eine Viertelstunde gespielt war, musste auch der Schlussmann der Gastgeber ins Spiel eingreifen. Colin Zech wehrte einen Freistoß ab, mit dem der Ensinger Marcel Welte die Mauer überwunden hatte. Nach einem weiteren Freistoß von Ensingen in der 23. Minute brachte der Ball das Netz zum Wackeln – allerdings nicht das Tornetz, sondern knapp daneben den Ballfang. Den Treffer zum 1:1-Ausgleich erzielte Florian Matthias aus heiterem Himmel, als gerade eine halbe Stunde gespielt war.
Wolfgang Schüle raufte sich die Haare. Seine Elf rannte, doch sie schraubte das Ergebnis nicht in die Höhe. Seine Anweisungen kamen in einer Mischung aus Deutsch und Schwäbisch, aber sie waren eindeutig: „Rechts ist frei. Glotzet doch auch. Gucken!“ Kurz vor dem Pausenpfiff war es Dominik Bauer, der das 2:1 für Oberriexingen erzielte.

Beide Mannschaften kamen schon nach wenigen Minuten wieder aus den Kabinen, als ob sie die Verspätung aufholen wollten. Die 58. Minute hatte es in sich. Erst bekam Oberriexingen nach einem Foul an der Mittellinie einen Freistoß. Den daraus resultierenden Angriff wehrte Ensingens Torwart gerade noch mit den Fingerspitzen ab – Ecke. Als der Ball wieder im Spiel war, kam es zu einem Gewimmel vor dem Ensinger Tor. Dominik Bauer nutzte seine Chance und erhöhte auf 3:1 für Oberriexingen. Nur eine Minute später war Marvin Seizinger schon wieder gefordert. Vor seinem Tor auf allen Vieren am Boden, kam er gerade noch an den Ball und hielt ihn fest.

Weitere Treffer waren nicht mehr zu bejubeln, Torchancen gab es aber reichlich. Dominik Bauer spielte zu Gökhan Yerlikaya, der sogar noch den Torwart ausspielte, dann aber das Leder über die Latte drosch. Die Schüsse gingen links und rechts am Gehäuse vorbei, so dass Trainer Schüle nicht ruhig bleiben konnte: „Leut, also den macht meine Mutter noch rein und die ist 77!“ Der Ensinger Trainer, der mehr als eine Stunde lang selbst mitspielte, fand für sein Team kein Mittel, gegen den Sturmlauf in der Schlussphase anzukommen. Es blieb beim 3:1.
 

TSV Oberriexingen: Zech – Roll (60. Streicher), Triantafillidis, Dietz, Thomas, Ziesel, Patrick Schüle, Sebastian Schüle, Kunz, Bauer (81. Baumann), Gökhan Yerlikaya.

TSV Ensingen: Seizinger – Matthias, Baumgärtner, Kullmann, Kauf, Phil Lambert (72. Tosun), Schmid, Welte, Lehmann (68. Kröning), Elazaj, Geinitz (60. Yildiz).


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