Freitag, 25. Mai 2012

Vaihinger Trainer will Zurückhaltung üben


Vaihinger Trainer will Zurückhaltung üben
Damen-Hockey, Saisonvorschau: Erstes Spiel vor heimischem Publikum gegen TSV Mannheim II

Vaihingen (rkü) – Die Rollenverteilung in der Hockey-Oberliga der Damen ist für den Vaihinger Trainer Tobias Müller schon vor Saisonbeginn klar: Es gibt vier Aufstiegskandidaten und vier Mannschaften, die gegen den Abstieg spielen. Den Club an der Enz zählt er zur zweiten Gruppe.

„Ulm und Heidelberg haben schon in der Regionalliga gespielt und wollen da wieder hin.“ Das Potenzial dieser Mannschaften sei zweifellos groß, Punktgewinne für die Vaihinger Damen sehr unwahrscheinlich. „Die beiden Teams aus Mannheim gehören zu Vereinen, deren erste Mannschaften in der Bundesliga spielen.“ Das bedeute, dass man vor einem Spieltag nie einschätzen könne, mit was für einem Gegner man es zu tun haben wird. Mal werde in den zweiten Mannschaften am Spielsystem gebastelt, mal gehe die versammelte Bundesliga-Reserve an den Start. Die anderen vier Vereine aus der Oberliga (Vaihingen, Ludwigsburg, Böblingen und Esslingen) dürften gegen diese Spitzengruppe in der Regel nicht viel auszurichten haben, meint der Vaihinger Trainer. Auch für sein Team gelte: „Wenn wir gegen einen von denen was holen, dann sind das Bonuspunkte. Normal werden die sich nur untereinander schlagen können.“

Die Damenmannschaft des Clubs an der Enz präsentiert sich gegenüber der Vorsaison mit deutlich verändertem Gesicht. 14 Spielerinnen stehen im Kader, bei Bedarf können elf weitere aus der zweiten Mannschaft jederzeit hinzu gezogen werden. „Bei jedem Spiel darf ich bis zu zwölf Spielerinnen einsetzen“, erklärt Trainer Tobias Müller. „Aber ich trage meistens nur zehn Namen ein. Zu viel Wechseln brächte zu viel Unruhe ins Spiel.“

In der Offensive habe sich das Team deutlich verstärkt, doch in der Abwehr tue sich nach dem Wegzug von Christin Reich (Hamburg) und Annika Brust (Dubai) eine Lücke auf, urteilt der Trainer. Stefanie Gerds, die nach einer Pause wieder mitspielt, könne die Schwächung der Abwehr voraussichtlich zum Teil auffangen. „Genau kann ich es Ihnen aber auch erst sagen, wenn die Saison rum ist.“ Ebenfalls wieder mit dabei ist Linda Idelberger, aus Stuttgart stieß Leonie Burgmaier neu zur Mannschaft.
Tobias Müller trainiert die Damenmannschaft seit mehr als fünf Jahren. In dieser Zeit führte der Weg steil bergauf: Von der vierten Verbandsliga arbeitete sich das Team bis zur Oberliga empor. Jetzt gilt es, den Klassenerhalt auf Dauer zu sichern. „Für die Regionalliga reicht es nicht“, sagt Müller knapp. „Vielleicht käme es mit dem sportlichen Potenzial noch hin, aber finanziell könnten wir uns einen Aufstieg sowieso nicht leisten.“ Ein Etat von mehreren zehntausend Euro pro Saison sei eine Nummer zu groß. Auch in der Oberliga werde den Zuschauern in Vaihingen guter Sport geboten, unterstreicht der Trainer. „Oberliga-Hockey ist schön anzusehen.“ Es habe schon seinen Grund, wenn bei Heimspielen meist etwa 50 Zuschauer in der Halle seien. „In der Bundesliga sind es oft auch nicht mehr als 150.“ Lediglich die Bedingungen in der Sporthalle des Stromberg-Gymnasiums seien gewöhnungsbedürftig. „Es gibt keine Tribüne. Die Zuschauer sind hinter einem Netz – das ist fast wie im Zoo.“

An eine neue Regel wird sich Tobias Müller im Lauf dieser Saison ebenfalls gewöhnen müssen. Die Hockeymannschaften sollen durch verschärfte Sanktionen, beispielsweise wegen Meckerns, härter getroffen werden. Egal welches Mannschaftsmitglied zuerst verwarnt wurde, soll schon die zweite Verwarnung zu einer Zeitstrafe führen. Hat also eine Spielerin gemeckert und dafür die Grüne Karte gesehen, führt späteres Fehlverhalten des Trainers zu einer Zeitstrafe (Gelbe Karte). Eine Spielerin muss dann das Feld verlassen, obwohl der Trainer den Anlass zur Bestrafung gegeben hat. „Das soll wohl dafür sorgen, dass die Mannschaften beruhigend auf ihre Trainer und Betreuer einwirken“, mutmaßt Müller. „Das sehe ich als eine persönliche Herausforderung für mich.“ Denn, so räumt er auf Nachfrage ein, es komme durchaus vor, dass ihm der Kragen platzt. „Ich habe mich schon gebessert“, lacht er. „Früher war das dreimal in der Saison, jetzt nur noch einmal.“ Das erste Spiel der Hallenrunde findet am Sonntag (23. November) um 11 Uhr statt. Zu Gast in Vaihingen ist der TSV Mannheim II.


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