Freitag, 25. Mai 2012

Eine Familie greift zum Tischtennis-Schläger


VKZ-Serie Familienbande – heute: Die Gutjahrs
Die Tischtennisabteilung des TSV Kleinglattbach und die Gutjahrs – das gehört seit Langem zusammen. Foto: VKZ-Archiv

Es gibt einen Namen, der beim TSV Kleinglattbach ganz fest mit der Tischtennisabteilung des Vereins verbunden ist: Gutjahr. Das kommt natürlich nicht von ungefähr. Im Gegenteil: Mittlerweile stehen sechs Personen aus dem Gutjahr-Klan für den Verein aus dem Vaihinger Stadtteil an der Tischtennisplatte.
Als erster hatte der 53-jährige Karl-Georg Gutjahr seine Leidenschaft für die grüne Platte und den runden Kunststoffball entdeckt. Und das, bevor die TSV-Tischtennisabteilung überhaupt existierte. Der Wahl-Vaihinger erinnert sich: „Ich bin mit 15 Jahren zum Tischtennis gekommen. Wir haben damals im Jugendraum der Kirche gespielt.“

Als sich der TSV 1971 anschickte, dem Tischtennissport in Kleinglattbach eine Heimat zu geben, musste Gutjahr nicht lange überlegen: „Ich bin seit den Anfängen bis heute in Kleinglattbach aktiv.“ Doch Gutjahr engagierte sich nicht nur im Spiel, sondern auch im Verein. Das Amt als Abteilungsleiter, das er ein Vierteljahrhundert inne hatte und vor drei Jahren abgab, sowie sein Einsatz als Jugendtrainer in Kleinglattbach zeugen hiervon.

Mittlerweile ist Karl-Georg Gutjahr vereinsintern nur noch in der zweiten Mannschaft, die derzeit in der Kreisklasse B spielt, aktiv. Um den Kleinglattbacher Tischtennisnachwuchs kümmert sich nun sein Sohn Thomas, 23 Jahre alt. Sein Vater hatte ihn schon in jungen Jahren für den Tischtennissport begeistern können. „Als Vater fand ich das damals gut, dass sich Thomas für Tischtennis entschieden hatte. Man denke nur an das hohe Verletzungsrisiko bei anderen Sportarten“, erinnert sich Karl-Georg Gutjahr. Das Tischtennisfieber hat Thomas Gutjahr bis heute nicht losgelassen. Der Umstand, dass er in der ersten Kleinglattbacher Auswahl aktiv ist, bezeugt dies.

Dass die zweite TSV-Mannschaft in dieser Saison in der Kreisklasse B bei nur einem Remis um die Meisterschaft mitspielt, haben die Tischtennisspieler bestimmt auch einem weiteren Mitglied der Familie-Gutjahr zu verdanken. So ist Karl-Georg Gutjahrs Neffe Philipp Mannschaftsführer der TSV-Zweiten und gilt vereins- und familienintern als großes Talent. Der Onkel: „Philipp hilft ab und zu auch in der ersten Mannschaft aus. Bei ihm geht die Tendenz klar nach oben.“ Der erst 17-Jährige hat bereits mit 15 Jahren in der zweiten Mannschaft ausgeholfen und ist mittlerweile mannschaftsintern auf Position eins gesetzt.

Die Harmonie an der Tischtennisplatte stimmt bei Familie Gutjahr. Karl-Georg Gutjahr beschreibt: „Das war vor zwei Jahren wirklich toll, als mit Philipp, Thomas und mir gleich drei Gutjahrs in der zweiten Mannschaft gespielt haben.“ Die Tatsache, dass die gesamte Großfamilie aktiv ist, sei, so der ehemalige Abteilungsleiter weiter, gerade für die jüngeren ein Grund, dabei zu bleiben. Apropos jung: Der jüngste Gutjahr-Spross im Tischtennis heißt Bastian und spielt für die Kleinglattbacher Jugendmannschaft in der U18-Kreisliga. Bastian ist ein weiterer Neffe Karl-Georg Gutjahrs und hat, glaubt man seinem Onkel, in jedem Fall Perspektiven, in die Herrenmannschaft aufzusteigen.

Während der männliche Teil der Familie Gutjahr also nahezu komplett vom Tischtennisfieber gepackt wurde, sind die Frauen in der Familie eher geteilter Meinung, was diesen Sport angeht.

Sabine Gutjahr, die Tochter des Gründungsmitglieds, und Silke Gutjahr, Zwillingsschwester von Philipp, mischen mit der zweiten beziehungsweise der dritten Damenmannschaft die Kreisklasse auf. Karl-Georg Gutjahrs Frau Ingrid hingegen steht nicht selber an der Platte. Unterstützen muss sie die Tischtennisleidenschaft der Familie und insbesondere die ihres Mannes natürlich trotzdem. Der ehemalige Abteilungsleiter: „Ohne ihre Unterstützung wäre gar nichts gegangen. Das ganze war immerhin auch sehr zeitaufwändig.“ Vom Zeitaufwand hat sich noch keiner aus dem Gutjahr-Klan abschrecken lassen. Der Tischtennissport bleibt ein Generationen übergreifendes Hobby innerhalb der Familie. Und der Name Gutjahr steht weiterhin für eine tischtennisverrückte Familie aus Vaihingen und Umgebung.   Sven Sattler


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