Freitag, 25. Mai 2012

Vaihinger Faustballer rutschen auf Platz drei ab


Vaihinger Faustballer rutschen auf Platz drei ab
Faustball, Bundesliga: TV Vaihingen verliert gegen Waibstadt und schlägt Öschelbronn erst nach Einwechslung von Marc Krüger

Vaihingen (kom) – Die Faustballer des TV Vaihingen hatten am Wochenende große Probleme. Am Samstag verloren sie gegen den TV Waibstadt. Am Sonntag sprang gegen Abstiegskandidat Öschelbronn ein Sieg heraus, aber erst als Anfangsschwierigkeiten überwunden waren. In der Bundesliga rutschte Vaihingen hinter Offenburg und Waibstadt auf Platz drei ab.

„Waibstadt stürzt den Tabellenführer“, ist seit Samstagabend auf der Homepage des TV Waibstadt zu lesen. Die Kraichgauer, die sich für das Spiel gegen TV Vaihingen lediglich „ein paar Satzgewinne“ vorgenommen hatten, setzten sich mit 5:2 durch. Auch am Sonntag zeigte sich, dass der TV Vaihingen in der aktuellen Besetzung nicht konkurrenzfähig ist. Ohne Michael Krauß (verletzt) und Michael Marx (bis Weihnachten in China) wären den Schwaben auch im Spiel gegen Abstiegskandidat TV Öschelbronn beinahe die Felle davon geschwommen.

Am Samstag in Waibstadt kam keiner der TVV-Akteure in Fahrt. Es ging mit viel zu harmlosen Angaben von Kolja Meyer los. Die Abwehr kassierte teils einfache Bälle und schaffte es zu selten, die Angriffe des Gegners so abzuwehren, dass ein sauberes Zuspiel möglich war. Mit 7:11, 11:5, 11:13, 7:11, 7:11, 11:6 und 7:11 verlor der TV Vaihingen gegen eine ungewöhnlich junge Waibstädter Mannschaft.

Besondere Schwierigkeiten in der Vaihinger Defensive hatte Daniel Wörsinger. Immer wieder punktete Rainer Frommknecht mit diagonalen Angaben und Rückschlägen auf die Wandseite vor Wörsinger. Zuspieler Marco Lochmahr ärgerte sich: „Wir kennen diesen Ball von Frommknecht und hatten vorher ausgemacht, dass wir entsprechend darauf reagieren wollen. Ich weiß auch nicht, warum der immer wieder ins Feld gefallen ist.“ Ein Wechsel der beiden Abwehrspieler Wörsinger und Rothmaier brachte auf der rechten Seite Ruhe. Frommknecht versuchte es dort nun gar nicht mehr.

Dafür spielte er nun den einzigen Vaihinger Angreifer Kolja Meyer an. Wörsinger meinte nach dem Spiel: „Ich hätte Kolja besser abdecken müssen, aber ich habe das immer zu spät gesehen.“ Marco Lochmahr, der in die Rolle des zweiten Angreifers schlüpfen musste, konnte zu wenig Druck aufbauen und machte viele Fehler. Der Nationalspieler erklärte: „Es ist ein unglaublicher Kraftaufwand, jedes Mal von der Grundlinie ganz vor und dann so schnell wie möglich wieder zurück zu laufen.“

Waibstadts Rainer Frommknecht sagte: „Warum TVV-Coach Werner Blechschmidt den einsatzbereiten Routinier Markus Knodel nicht einwechselte, fragten sich wohl alle der Anwesenden.“ Blechschmidt begründete seine Entscheidung: „Ich habe die Chance gesehen, dass wir das Spiel ohne Markus noch kippen. Das wäre für die Mannschaft eine wichtige Erfahrung gewesen, woran sie hätte wachsen können. Außerdem hat sich kein Spieler durch eine besonders schwache Leistung für eine Auswechslung aufgedrängt.“

Wie schon in der Feldsaison taten sich die Gäste auch wieder mit dem Waibstädter Spielgerät sehr schwer. In diesem Jahr haben wieder eine ganze Reihe unterschiedlicher Bälle die Zulassung der IFA (International Fistball Association) erhalten. Darunter auch zwei Bälle, die nicht – wie bisher vorgeschrieben – geklebt, sondern genäht sind. Waibstadt hat mit solch einem Ball gespielt. „Der Ball war sicher nicht schuld an unserer Niederlage. Trotzdem kann ich nicht verstehen, wie er die Zulassung der IFA bekommen konnte. Der Ball ist aufgrund seiner Nähte nicht rund und springt dadurch unberechenbar. Zudem hat er ein unmögliches Flugverhalten. Der Spaß am Faustball geht mir mit diesem Ball verloren“, beklagte TVV-Angreifer Kolja Meyer. Er war froh, dass Öschelbronn am Sonntag mit dem altbewährten Ball spielte.

TV Vaihingen: Marco Lochmahr, Wörsinger, Rink, Andreas Rothmaier, Meyer.

In Niefern entwickelte sich am Sonntag ein unerwartet knappes Spiel. Der TV Öschelbronn gewann den ersten Satz wegen zu harmloser Angriffe der Vaihinger und nach wie vor zu unpräziser Zuspiele mit 11:9. Vaihingen konnte zwar mit 8:11 ausgleichen, verlor aber den nächsten Satz wieder mit 11:9. Blechschmidt stand wieder vor der Entscheidung, ob er einen zweiten Angreifer ins Spiel bringen soll.

Doch er wartete noch ab. Beim Stand von 6:8 im vierten Satz wechselte er Krüger ein. „Ich habe eigentlich überhaupt nicht ins Spiel eingegriffen“, meinte dieser später. Dennoch lief es beim TVV sofort erheblich besser und es gelang den Gästen, den Satz zum 11:8 zu drehen. Marco Lochmahr war froh über die Einwechslung: „Ich musste nicht mehr ständig zum Zweitschlag nach vorne und wieder zurück laufen.“ Auch Kolja Meyers Leistung steigerte sich schlagartig durch die Entlastung, die Marc Krüger brachte.

Den fünften Satz gewannen zwar nochmals die Hausherren mit 11:8, aber danach ließen die Gäste dem TV Öschelbronn keine Chance mehr. Sie gewannen die übrigen drei Sätze mit 11:5, 11:3 und 11:8. „Ohne diese beiden Punkte hätte es für die DM-Qualifikation nicht gut ausgesehen“, sagte der verletzte Michael Krauß.

TV Vaihingen: Marco Lochmahr, Wörsinger, Rink (Krüger), Andreas Rothmaier, Meyer.


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