04/11 2008
Steelers gehen erstmals leer aus
Steelers gehen erstmals leer ausBietigheim-Bissingen (js) – Erstmals in dieser Saison haben die Steelers an einem Wochenende keinen Sieg eingefahren. In Weißwasser unterlagen die Bietigheimer Kufencracks mit 0:1. Zu Hause gegen Ravensburg verloren die Brittig-Schützlinge nach Verlängerung mit 1:2.
161 Minuten waren die Steelers zuletzt ohne Gegentreffer geblieben – bis zur Penalty-Niederlage am vergangenen Sonntag in München. Dort fiel knapp sieben Minuten vor dem Ende das vorerst letzte Tor für die Bietigheimer. Fast 100 Minuten mussten sie nun ihrerseits auf ein Erfolgserlebnis warten. Das folgte in der 26. Minute am Sonntag gegen Ravensburg und sah lange Zeit wie der entscheidende Treffer aus. Denn mehr als zwei Drittel lang dominierten die Gastgeber das Geschehen und erspielten sich zahlreiche gute Chancen. Gleich viermal trafen die Bietigheimer in den 60 Minuten Pfosten und Latte.
Der Bann schien erst gebrochen, als sich Alexander Serikow nach gut 25 Minuten ein Herz fasste und den Puck per Bauerntrick einnetzte.
Doch der Bann war auch mit diesem Treffer nicht gebrochen, denn die Gastgeber ließen weiterhin beste Möglichkeiten aus. Nur eine Minute vor dem Ausgleich schaffte es Kapitän Mike Smazal sogar – wunderbar frei gespielt von Justin Kelly – die Scheibe aus zwei Metern am leeren Tor vorbei zu schießen. Die Strafe folgte auf dem Fuße. Martin Hoffmann erzielte 132 Sekunden vor Schluss den etwas glücklichen Ausgleich. Glücklich vor allem auch deswegen, weil die Scheibe auf dem Weg von der blauen Linie ins Netz mehrfach abgefälscht wurde. Sinisa Martinovic, der ein überragendes Spiel ablieferte, hatte keine Abwehrchance. Mit dem Schwung des späten Ausgleichs hätten die Ravensburger Sekunden später sogar beinahe noch den Siegtreffer erzielt.
Aber auch Bietigheim hatte durch Serikow noch den Siegtreffer auf dem Schläger. Damit war das Bietigheimer Pulver an diesem Tag offensichtlich verschossen. Denn in der anschließenden Verlängerung hatte Ravensburg mehr vom Spiel und holte letztlich verdient durch ein Abstaubertor von Markus Busch den Extrapunkt.
Ganz ohne Punkt und Tor war Bietigheim am Freitag in der Oberlausitz geblieben. Mit schweren Busbeinen kamen die Brittig-Schützlinge lange nicht richtig ins Spiel. Und so war es der Treffer des 41-jährigen Ervin Masek in der 32. Minute, der das Spiel entschied. Im Schlussdrittel versuchten die Steelers zwar noch einmal alles, um das Spiel noch zu drehen, doch alle Versuche scheiterten am überragenden Schlussmann Ryan MacDonald.
Da der EC Bad Tölz am Freitag ebenfalls im Derby gegen Riessersee unterlag, bleibt Bietigheim mit nun nur noch einem Punkt Vorsprung an der Tabellenspitze. Deshalb konnte Christian Brittig die mittlerweile drei Niederlagen in Folge auch einigermaßen locker nehmen: „In den drei Spielen davor hatten wir beinahe schon beängstigende 17:1 Tore. Das ging wohl etwas zu leicht. Jetzt müssen wir eben wieder daran arbeiten, konsequenter zu werden.“ Und dafür hat Brittig nun sogar zwei Wochen Zeit. Denn am kommenden Wochenende finden wegen des Deutschland-Cups keine Spiele statt. Der Steelers-Coach will in den knapp zwei Wochen bis zum nächsten Spiel verstärkt auf Regeneration setzen. Denn er hat ein paar Ermüdungserscheinungen bei seinem Team entdeckt. Auch für den Zusammenhalt im Team will Brittig etwas tun. Dafür geht es am Mittwoch nach dem Training auf den Golfplatz Monrepos, wo eine gemeinsame Runde gespielt wird und wo nebenbei auch das eine oder andere Gespräch geführt werden kann. Mit dabei ist dann auch schon der neue zweite Torhüter. Der heißt Martin Morczinietz und kommt aus der DEL von den Hannover Scorpions. Der 24-Jährige stammt aus der Jugend des EC Bad Tölz und hat auch schon in Augsburg DEL-Luft geschnuppert. Die Steelers hatten sich Ende letzter Woche endgültig von Torhüter Patrick Koslow getrennt. Wie die sportliche Leitung erklärte, wurden von Seiten Koslows Dinge berichtet, die die Verantwortlichen nicht akzeptieren konnten.
