Großsachsenheimer Stadtderby endet torlos
Großsachsenheim (ev) – Nach 90 Minuten stand es zwischen Großsachsenheim und Hohenhaslach immer noch 0:0. Ein Ergebnis mit dem am Ende eigentlich niemand zufrieden zu sein schien und das vor allem den in Abstiegsgefahr geratenen Hohenhaslachern nichts bringt.
Großsachsenheim gegen Hohenhaslach – das heißt Stadtderby. „Es ist schon ewig her, dass es diese Paarung gab“, erinnerte sich Hohenhaslachs Abteilungsleiter Manfred Wirth. „Es muss über sechs Jahre her sein“, pflichtete ihm Großsachsenheims Trainer Thomas Scholl bei. Trotzdem schienen sich die Sachsenheimer nicht sonderlich für ihr Stadtderby zu interessieren. Sehr viele Zuschauer lockte die Partie gestern zumindest nicht auf das Sportfreunde-Gelände.
Die Heimmannschaft startete auf dem Hartplatz zunächst spritziger und aggressiver in die Partie und stürmte schnell nach vorn. Nach rund zehn Minuten legte sich dies aber. Das Spiel war ausgeglichen. Insgesamt war es sehr ansehnlich, was beide Mannschaften boten, doch rund 20 Meter vor dem Tor war für beide Teams Endstation.
Die Gäste hatten zwar insgesamt mehr vom Spiel, gefährlicher waren in der ersten Hälfte allerdings die Großsachsenheimer, die es meist mit schnellen Kontern versuchten. „In den letzten Spielen war dies immer erfolgreich“, berichtete SF-Trainer Thomas Scholl. Dieses Mal wurden die Tempogegenstöße nicht belohnt, obwohl die Hohenhaslacher teils weit aufgerückt waren und vor allem nach Torwartabschlägen in Bedrängnis gerieten.
Raphael Stein, Michael Sbonias und Thomas Gunzer, der am Lattenkreuz scheiterte, hatten die besten Möglichkeiten für die Sportfreunde.
Nach der Pause war das gleiche Tor in Bedrängnis wie in Durchgang eins. Dieses Mal erarbeite sich der SCH die Chancen. Spielführer Daniel Nissan, Michael Gennert, wieder Nissan und der eingewechselte Tobias Hellwig hatten in der Anfangsphase der zweiten Hälfte die Chancen.
In der 59. Minute kam plötzlich Farbe ins Spiel. Nach einem normalen Zweikampf, mit einer kleinen Rempelei, beschimpfte Artur Bangert seinen Gegenspieler und wurde von Schiedsrichter Klaus Gunzer zu Recht des Feldes verwiesen.
Die Rote Karte schien wie ein Weckruf für die Sportfreunde zu sein, von denen im zweiten Durchgang noch nichts zu sehen war. Erst zu zehnt gelang der Elf von Thomas Scholl wieder etwas.
Hohenhaslach versuchte es nun meist mit langen Bällen. Doch damit hatten die Großsachsenheimer keine Mühe. Die Gastgeber ließen sich vom Bälle nach vorne schlagen aber anstecken. Der SCH war phasenweise völlig von der Rolle.
In der Schlussphase wurde es hektisch, vor allem nach zwei Ecken für die Gäste. Nur zwei Spieler blieben zur Absicherung hinten, die personelle Überzahl im Strafraum brachte aber nichts mehr ein – nach 90 Minuten stand es immer noch 0:0.
Zufrieden war am Ende keiner der beiden Trainer. Thomas Scholl war vor allem wegen der Roten Karte richtig stinkig. „So etwas muss man vermeiden. Wir haben heute zwei Punkte verloren.“ Ähnlich klang die Aussage von Dubravko Genc, obwohl er dem Spiel doch wenigstens etwas Gutes abgewinnen konnte. „Uns bringt das Unentschieden zwar nicht weiter, aber immerhin stand heute die Null“, so Genc, der noch die 1:9-Niederlage gegen Iptingen vor einer Woche im Hinterkopf hatte. Bei dieser Partie war er beruflich verhindert. Das soll jetzt besser werden, die Verletztenmisere, gegen die er zurzeit ankämpfen muss, ist aber noch lange nicht ausgestanden. „Die Mannschaft stellt sich gerade von alleine auf.“ Scholl kann dagegen nächste Woche wieder auf seinen Topstürmer Ali Akyz zurückgreifen. Er war gestern aus privaten Gründen verhindert. „Seinen Ausfall konnten wir nicht kompensieren“, so Scholl. Der SCH hat durch den Punktgewinn immerhin einen Platz gut gemacht und steht jetzt auf Rang 12.
SF Großsachsenheim: Manthey – Braun, Bangert, Eisenbeiß, Stransky, Buchholzer, Sünder (60. Neuendorfer), Sbonias (87. Liontos), Stein, Gunzer, Schütz (60. Elias).
SC Hohenhaslach: Kummer – Lorch, Braun (46.Hellwig), Zorn, Peter Nissan, Malik, Brosi, Gennert (82.Best), Bongiovanni, Daniel Nissan, Layher.
