Freitag, 25. Mai 2012

Spiel des Tages


Keinen Sieger gab’s zwischen dem FV Roßwag (lila Trikots, hier Manuel Gayer) und dem VfB Vaihingen.
Keinen Sieger gab’s zwischen dem FV Roßwag (lila Trikots, hier Manuel Gayer) und dem VfB Vaihingen. Foto: Wirth

Roßwag (ev) – Am Samstag sind die beiden besten Mannschaften der Kreisliga A3 aufeinander getroffen. Einen Sieger gab es in dem Spiel Roßwag gegen Vaihingen allerdings nicht. Dafür gab es viele umkämpfte Szenen und einen Platzverweis.
Noch 20 Minuten bis 15 Uhr. Eigentlich hätte das Spiel zwischen dem FV Roßwag und dem VfB Vaihingen schon lange beginnen müssen, doch weil beim Aufeinandertreffen der zweiten Mannschaften erst ein Schiedsrichter gesucht werden musste, da der eingeteilte nicht erschienen war, fing auch die A3-Partie später an.
Die Zuschauer störte das weniger. Sie strömten am Samstag in Scharen auf das Sportgelände des FVR. Rund 400 werden es wohl gewesen sein, die das Spitzenspiel verfolgt haben, darunter auch das Vaihinger Stadtoberhaupt Gerd Maisch. Zusammen mit Roßwags Ortsvorsteher Hans-Dieter Eisinger schaute er sich das Spiel an. Es war das erste Spiel in seiner Amtszeit: „Bisher hatte ich immer zu viele Termine“, entschuldigte sich der Oberbürgermeister. Er selbst habe früher in Rutesheim gekickt, hätte sich dann aber mehr dem Pfeifen gewidmet. Und wem drückte Maisch die Daumen? Das hat er natürlich nicht verraten. „Der Bessere soll gewinnen und am Saisonende sollen am besten beide Teams aufsteigen“, sagte Maisch ganz diplomatisch. Ganz so diplomatisch ging es auf dem Rasen dann allerdings nicht zu, auch wenn das Ergebnis zunächst danach ausschaut. Aber von Anfang an. Wer hätte das gedacht? Roßwag lief gegen den Tabellenzweiten gleich mit drei Stürmern auf und machte dadurch vor allem über die Außen Druck. „Mir war klar, dass Roßwag offensiv spielen wird, aber drei Stürmer waren doch überraschend“, sagte VfB-Trainer Goran Musura. Doch wer den Worten von FVR-Trainer Siggi Blum vor dem Spiel genau gelauscht hatte, war vorbereitet: „Wir müssen die Vaihinger von unserem Tor fernhalten und das geht am besten, wenn wir stürmen.“
Trotz des Offensivdrangs blieben Chancen in der Anfangsphase aus, denn beide Abwehrreihen standen gut und ließen kaum Möglichkeiten zu. Dafür wurden die Zweikämpfe hart, aber nicht unfair, geführt. Auf Vaihinger Seite war vor allem Spielgestalter Robert Stanic auffällig.
Die erste richtige Chance im Spiel hatte aber ein Mannschaftskollege von ihm. Flamur Gjinovci hatte nach 23 Minuten die erste Möglichkeit, doch FVR-Torhüter Sebastian Wachter, der den an der Mittelhand verletzten Salvatore Rivarolo ersetzte, parierte.
Das Spiel verflachte etwas und Vaihingen hatte ein wenig mehr Spielanteile, doch die nächste Chance hatte Manuel Gayer. Aber wieder war der Torhüter, dieses Mal Christian Richter, auf seinem Posten. Die Vorarbeit hatte Adriano Gabellone geleistet. Er kam immer besser ins Spiel, zeigte seine Dribbelstärke und spielte gute Pässe.
Nach zwei VfB-Chancen (Stanic und Gjinovci) war es Gabellone, der den FVR in Führung schoss, was zu diesem Zeitpunkt etwas glücklich war. Nach einem schwachen Schuss, welcher eigentlich mehr einem Lupfer glich, unterschätzte Richter den Ball, der sprang auf und über ihn ins Tor. „Klar kann man den Ball halten, aber bei diesem Rasen würde ich nicht gerne im Tor stehen wollen und Aufsetzer sind immer schwierig zu halten“, nahm Musura seinen Torwart in Schutz. Siggi Blum nannte das Tor nur „kurios“.
Mit der 1:0-Führung im Rücken startete Roßwag mit mehr Elan in den zweiten Durchgang. Doch in der 53. Minute erzielte Vaihingen den Ausgleich. Bei einem Freistoß, den Fernando Sampaio getreten hatte, war Torwart Wachter chancenlos. Das Spiel wurde nun zunehmend härter und die zuvor noch fair geführten Zweikämpfe hatten teilweise mehr Ähnlichkeit mit Unsportlichkeiten. Ellenbogenchecks, Drohungen – und all das hinter dem Rücken des Unparteiischen Johannes Heselschwerdt (Calw), der allerdings eine gute Partie pfiff.
Das Spiel selbst verlor jedoch nicht an Niveau. In der 55. Minute hatte der VfB nach einer weiteren Unsicherheit von Richter Glück, eine Weile später war Fortuna auf der Seite des FVR, denn nach einem Freistoß, bei dem der Ball an der Hand eines Spielers in der Mauer landete, hätte es auch einen Elfmeter geben können.
Vaihingen drückte jetzt, Roßwag konterte – das Spiel war offen, beide Mannschaften wollten den Sieg, die Tormöglichkeiten häuften sich, die Gelben Karten ebenfalls. Innerhalb von sieben Minuten zeigte der Schiedsrichter vier Mal den gelben Karton. Vier Minuten vor Schluss sah Torschütze Sampaio zum zweiten Mal Gelb und musste vom Platz.
Die beste Möglichkeit hatte in dieser Phase Ilce Boskov, doch er vergab den Matchball in der 90. Minute. In den sechs Minuten Nachspielzeit passierte nicht mehr viel. Es blieb beim 1:1, das im Großen und Ganzen gerecht war, auch wenn der VfB die etwas besseren Chancen hatte.
Beide Trainer zeigten sich nach dem Spiel zufrieden: „Es war heute ein sehr gutes Fußballspiel. Da gibt es gar nichts zu jammern“, sagte Blum und vergaß es nicht, Adriano Gabellone zu loben, der ein engagiertes Spiel gemacht habe. „Es war wirklich eine gute Partie. Heute hat man die beiden besten Mannschaften der A3 gesehen“, ergänzte Musura.
Roßwag bleibt vorerst Tabellenführer. Vaihingen ist weiterhin Zweiter, hat aber nur einen Punkt weniger und noch ein Nachholspiel zu absolvieren.
FV Roßwag: Wachter – Stork , Lutz, Haller, Pätzold, Gittinger (77. Kunz), Seyb (70. Richter), Gabellone, Schüle, Hoffmann, Gayer.
VfB Vaihingen: Richter – Christof, Golka (64. Boskov), Lindauer, Sousa, Laub, Bilmundo, Coric, Sampaio, Stanic, Gjinovci.


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