Freitag, 25. Mai 2012

Spiel des Tages


Hier spielen Iptingen und Gündelbach
Julian Schreder (Mitte) war einer der Torschützen beim 4:2-Sieg gegen Gündelbach (blau-weiße Trikots). Foto: Wirth

Iptingen (ev) – Das Titelrennen in der Fußball-Kreisliga B 5 hätte in dieser Saison langweilig werden können. Doch gestern verlor der FC Gündelbach mit 2:4 bei seinem schärfsten Konkurrenten, dem SV Iptingen, der jetzt wieder punktgleich mit dem Tabellenführer ist.
Irgendwie war es Iptingens Trainer Wolfgang Schenkel gestern nicht zum Lachen zumute. 90 Minuten lang marschierte der Übungsleiter die Seitenlinie hoch und runter. Seine Miene war leicht grimmig und die Arme hatte er fest vor seinem Oberkörper verschränkt. Alles in allem machte der SVI-Coach nicht gerade den Eindruck, glücklich zu sein. Dabei verlief für seine Mannschaft doch alles nach Plan.
Aber von Anfang an. Gestern war der FC Gündelbach zu Gast beim SV Iptingen. Das Topspiel der Liga, denn der FCG marschierte bisher durch und gewann jedes Spiel. Einzig der SV Iptingen konnte mit dem Überflieger der Saison mithalten. Allerdings musste der SVI bereits eine Niederlage einstecken.
Erster gegen Zweiter – dementsprechend viel wurde von der Partie erwartet und dementsprechend viele Zuschauer fanden den Weg auf das Iptinger Sportgelände. Allerdings bot die Anfangsphase nicht das, was die Papierform versprach. Es gab kaum Chancen, Pässe kamen nicht beim Mitspieler an und irgendwie klappte es nicht mit dem letzten Pass in die Tiefe.
Doch nach 18 Minuten jubelten die Iptinger das erste Mal. Der Grund: Julian Schreder nutzte eine Unachtsamkeit in der Gündelbacher Abwehr. Das Spiel wurde nach dem 1:0 etwas besser. Auch Gündelbach erarbeitete sich nun Chancen, allerdings hatten die Iptinger in dieser Phase ein leichtes optisches Übergewicht. In der 27.Minute zum Beispiel rettete Thorsten Krumm die Gündelbacher vor einem weiteren Gegentor. Beim Schuss von Marc Nowotny war allerdings eine Glanzparade notwendig.
In der 32. Minute war Krumm dann aber chancenlos. Keiner der Gündelbacher kümmerte sich um Philipp Lauser, der sich den Ball zurechtlegte, abzog und das Spielgerät genau im Winkel versenkte. „Ahh, Ohh“, die Zuschauer zollten dem Traumtor ihren Respekt. Allerdings gab der Torschütze hinterher zu: „Ich wollte zwar schießen und der Winkel war auch angepeilt, dass der Ball aber so reinfährt – da war schon ein bisschen Glück dabei.“ Vor der Halbzeit gab’s dann nur noch eine nennenswerte Chance. Andreas Bahmers Freistoß ging jedoch knapp am Pfosten vorbei.
2:0 lag Iptingen zur Pause vorn, von SVI-Trainer Wolfgang Schenkel gab es aber kein Lächeln: „Es ist zu kalt“, sagte er oder befürchtete er etwa, dass die Gündelbacher in der zweiten Hälfte das Spiel drehen könnten?
Gündelbach kam nach dem Seitenwechsel auf jeden Fall besser ins Spiel, auch Abwehrchef und Spielertrainer Reiner Kussmaul ging jetzt öfter mit nach vorne. Die Iptinger übten sich derweil im Kontern. Nach 60 Minuten verging Schenkel das Lachen vermutlich kurzzeitig ganz, denn Andreas Bahmer demonstrierte zum ersten Mal in diesem Spiel sein ganzes Können. Nach einem Alleingang brachte er den Ball im langen Eck unter. Schenkel musste eine Minute später seinen Torschützen Lauser auswechseln, weil dieser einen Schlag aufs Knie bekommen hatte.
Mucksmäuschenstill war der Iptinger Anhang – allerdings nicht lange, denn Eftal Cebeci erhöhte auf 3:1. Aber auch er musste anschließend ausgewechselt werden, weil er sich beim Schuss das Knie verdreht hatte. Gündelbach versuchte es jetzt noch einmal mit Gewalt, das Spiel zu drehen, wodurch es mehrere sehenswerte Chancen gab. Allerdings nutzten die Iptinger die Tatsache aus, dass der FCG fast mit Mann und Maus aufgerückt war und so konnte Marc Nowotny nach einem Konter in der 88. Spielminute das 4:1 erzielen. Torwart Thorsten Krumm verhinderte noch Schlimmeres für den FCG und Bahmer betrieb mit dem 2:4 in der 90. Minute noch ein wenig Ergebniskosmetik.
Nach dem Schlusspfiff konnte FCG-Spielertrainer Reiner Kussmaul nur noch dem verdienten Sieger gratulieren. „Wir waren heute vor allem kämpferisch und läuferisch unterlegen. Iptingen war zudem einfach einen Tick besser“, analysierte er hinterher. Es war die erste Niederlage für Gündelbach in dieser Saison. „Allerdings war mir klar, dass wir einmal verlieren“. Nächste Woche gibt’s die nächste Bewährungsprobe. Dann empfängt Gündelbach den Drittplatzierten aus Enzweihingen.
Und Wolfgang Schenkel? Der warnte gleich davor, den nächsten Gegner, Kleinsachsenheim II, zu unterschätzen. Das sei in der vergangenen Saison bereits zu oft passiert. „Allerdings glaube ich, dass wir daraus gelernt haben“, sagte er und lächelte. Wegen des Sieges? „Auch. Aber jetzt muss ich los. Meine Tochter wird heute zehn Jahre alt“, sagte Schenkel und verschwand.

SV Iptingen: Ulm – Benjamin Rapp, Andreas Gerhard, Lauser (61. Bach), Glashauser, Nowotny (89. Dertinger), Schreder, Glauner, Cebeci (66. Bichler), Keller, Heiko Knödl.

FC Gündelbach: Krumm – Burger, Oberrauch (30.Carsten Posch), Rohloff, Kussmaul, Markus Posch, Zorn, Bahmer, Schmid, Yakar, Autenrieth.


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