Freitag, 25. Mai 2012

Vorschau in der Fußball-Kreisliga A3


Bild von der Partie Häfnerhaslach gegen Vaihingen.
Häfnerhaslach (links: Marcel Hirsch) steckt momentan in der Krise.

Häfnerhaslach (ev) – „Illusionen müssen wir uns keine machen. Ganz vorne werden wir nicht mehr mitspielen können“, sagt Häfnerhaslachs Trainer Erich Wirth nüchtern. Er scheint Recht zu haben. Obwohl die Mannschaft von vielen als Meisterschaftsfavorit gehandelt wurde, steht der TSV nur auf Rang 10. Da ist es naheliegend, nach den Gründen zu suchen.
Zum einen fehlen den Häfnerhaslachern gerade einige Stammspieler. Thorsten Dinkel und Hayri Ceylan sind noch für das Spiel gegen Roßwag gesperrt. Für Kim Rösinger ist die Vorrunde gelaufen. Er muss sich vermutlich einer Knöchel-OP unterziehen. Für Tim Djokic ist wahrscheinlich sogar die ganze Saison gelaufen. Er wird nächste Woche am Kreuzband operiert. Außerdem steht hinter dem Einsatz von Kai Rösinger noch ein Fragezeichen. Er hat im letzten Spiel einen Schlag aufs Knie bekommen. „Mit dem Knie hat er ja schon lange Probleme“, sagt sein Trainer. Deshalb wollte er Kai Rösinger eigentlich bis zur Rückrunde schonen und effektiv am Muskelaufbau arbeiten. Doch es kam anders.
„Kai ist sehr ehrgeizig und er konnte es nicht mehr mitansehen“, erzählt Erich Wirth. Und weil es so gar nicht laufen wollte, setzte Wirth Rösinger wieder ein. „Er ist ein unheimlich wichtiger Spieler für uns, da er mein verlängerter Arm ist“, erklärt Wirth. Er kenne das System, das der TSV Häfnerhaslach spiele, und steuere auch die anderen Spieler. „Das kann er auch, wenn er nicht zu 100 Prozent fit ist“, sagt Wirth.
Neben den Ausfällen durch Sperren und Verletzungen gibt es aber noch einen anderen Grund, weshalb Häfnerhaslach am unteren Tabellenende steht. „Wir treffen das Tor nicht“, sagt Wirth. Das scheint keine reine Floskel zu sein. „Wir sind oft mindestens gleichwertig wie unser Gegner, spielen uns viel mehr Chancen raus als noch in der vergangenen Saison, schießen aber entweder vorbei oder treffen Latte und Pfosten“, erzählt Wirth.
Und welche Konsequenzen hat das schlechte Abschneiden? Zum einen wurde das Ziel korrigiert. „Wir müssen schauen, dass wir in der Vorrunde so viele Punkte wie möglich sammeln. Oben mitspielen werden wir aber nicht mehr“, sagt der TSV-Trainer, der sich aber trotzdem sicher ist, dass sein Team zurückkommen wird: „Wir haben doch viel mehr Potenzial als es unser Tabellenplatz aussagt.“ Und der Trainer selbst? Der fühlt sich nach eigener Aussage sehr wohl beim TSV. „Seit ich hier bin, hatten wir meist Erfolg. Jetzt stecken wir in einer schwierigen Situation. Aber da ist es doch dann interessant, wie man rauskommt“, sagt Erich Wirth.
 Ambitionen, höher zu trainieren, hat der 56-Jährige jedenfalls nicht mehr. „In der Landesliga zum Beispiel steht man immer unter Druck. Hier habe ich dagegen ein super Verhältnis zum Vorstand und die Mannschaft darf auch mal verlieren, ohne dass sich gleich jemand einmischt“, sagt Erich Wirth.
Am Sonntag geht es nun gegen den Tabellenführer Roßwag. Oder etwa nicht? „Das kommt darauf an, wie viel es noch schneit. Wenn noch mehr runter kommen sollte, wird das Spiel wahrscheinlich ausfallen“, mein Wirth. Das wäre für den TSV allerdings sehr unvorteilhaft, denn die Nachholspiele sind im Februar und das traditionelle Trainingslager in der Türkei sei schon gebucht. Los geht es am 2. März. „Wenn wir davor schon spielen müssten, wäre das sehr unpraktisch“, sagt Wirth. Den offiziellen Rückrundenstart hat der TSV Häfnerhaslach bereits verlegt. Das Spiel gegen Großglattbach findet unter der Woche statt.
Diesmal empfängt Großglattbach Absteiger Sönmez und Löchgau II tritt gegen Kirchheim an (Beginn: 16.15 Uhr). Für Wirth ist die FVL-Zweite immer noch der Titelfavorit. Die Vaihinger, die momentan vor Löchgau II auf Platz 3 liegen, spielen am Sonntag gegen Wiernsheim. Da sich der Sportplatz des VfB Vaihingen momentan in keinem guten Zustand befindet, haben die VfB-Verantwortlichen reagiert und das Heimrecht mit dem TSV Wiernsheim getauscht. Somit tritt der VfB übermorgen in Wiernsheim an, wo bei ungünstigen Wetterbedingungen auf dem neuen Kunstrasenplatz gespielt werden könnte. Das Rückspiel im Mai 2008 findet dann entsprechend in Vaihingen statt.
Bleiben noch die Partien Nussdorf gegen Hohenhaslach, Illingen gegen Bönnigheim und Sersheim gegen Gemmrigheim. „Wenn der Andreas Rieger nicht dabei ist, gewinnt Sersheim“, tippt Wirth. Rieger hat seine Karriere eigentlich beendet, „aber ich glaube nicht, dass der seine Mannschaft absteigen lässt. Wenn ich sein Trainer wäre, hätte ich ihn schon lange wieder geholt“, so Wirth.
Erich Wirth hält die Liga in diesem Jahr übrigens für sehr gefährlich. „Es gibt kaum ein Mittelfeld. Entweder man ist vorne mit dabei oder steckt hinten drin.“ Besser wird die Lage aber wahrscheinlich erst einmal nicht werden. Denn in der Bezirksliga stecken in Germania Bietigheim, dem FSV 08 Bissingen II und dem TSV Phönix Lomersheim drei Mannschaft im Tabellenkeller, die alle in die Staffel 3 absteigen würden. Erich Wirth kann’s (noch) egal sein. Er sagt: „Damit befasse ich mich jetzt noch nicht.“
 


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