Freitag, 25. Mai 2012

Tore, Tore, Tore


Bild von Kleinglattbach gegen Gündelbach.
Gündelbach (rechts) hat jetzt schon so viele Tore geschossen wie in der gesamten Saison 06/07.

Oben ins Eck, dem Torwart durch die Beine, ein Gewaltschuss aus 30 Metern oder ein Abstauber von der Fünfmeterlinie. Die Art und Weise, wie die Tore fallen, könnte unterschiedlicher nicht sein. Das eine hat das Zeug zum Tor des Monats, andere resultieren aus Fehlern von Torwart oder Abwehr. Eines haben die Tore aber immer zur Folge. Nach jedem Treffer reißen Spieler, Betreuer sowie Fans die Arme in die Höhe, um zu jubeln, und das Tolle ist, dass das in diesem Jahr alle viel häufiger tun können als noch in der vergangenen Saison.
In dieser Spielzeit zappelte der Ball bereits 328-mal im Netz, macht bei 70 Partien einen Schnitt von 4,7 Tore pro Spiel. In der Saison 2006/2007 schossen die Stürmer bis zum 10. Spieltag in 69 Spielen 298 Tore, was pro Spiel ungefähr 4,3 Treffer sind.
Doch woran liegt’s, dass in diesem Jahr so viele Kisten gemacht werden? Ein Grund ist auf jeden Fall der Tabellenführer FC Gündelbach. Ein Blick in die Statistik zeigt’s. Im vergangenen Jahr brauchten die Gündelbacher 26 Spieltage, um 59 Tore zu erzielen. Der Gündelbacher Trainer Markus Posch hätte sogar gedacht, dass es noch weniger waren. In dieser Saison benötigte der FC Gündelbach jedenfalls nur zehn Partien, um den gleichen Wert zu erreichen. Macht im Schnitt 5,9 Tore pro Spiel.
Von den 59 Gündelbacher Toren gehen rund 20 auf das Konto des ehemaligen Verbandsliga-Stürmers Andreas Bahmer, der vor dieser Saison zu seinem Heimatverein zurück wechselte. „Er ist einfach ein Riesenspieler“, sagt Posch. Nicht nur wegen seiner Trefferquote. „Durch ihn hat Michael Schmid viel mehr Freiräume. Der blüht richtig auf. Am Sonntag hat er zum Beispiel gegen Riet vier Kisten gemacht“, so Spielertrainer Posch. Wenn Gündelbach weiterhin pro Partie das Spielgerät 5,9-mal über die Linie drücken sollte, dann wären es am Ende der Saison 153 Tore. Nur zum Vergleich: In den letzten vier Jahren reichten zwischen 75 (Häfnerhaslach in der Saison 2003/2004) und 91 (Hohenhaslach in der Saison 2005/2006) Treffer, um Meister zu werden. Davon will Posch aber nichts wissen: „Wir haben erst November und wir haben noch nicht gegen unsere beiden eifrigsten Verfolger gespielt.“ Diese Vergleiche stehen in den nächsten zwei Wochen auf dem Programm. Am Sonntag (18. Nozember) trifft der FCG auf Iptingen und eine Woche später auf Enzweihingen.
Aber zurück zu den Toren: Erwähnenswert ist nämlich auch, dass der Gündelbacher Sturm zwar was für die Torbilanz in der Kreisliga B5 tut, die Abwehr dagegen den Schnitt deutlich senkt. Gerade einmal sechs Törchen wurden kassiert. Ob das wohl was mit dem zweiten Rückkehrer Reiner Kussmaul zu tun hat? Wahrscheinlich schon. Er ist der Libero und kommt ebenfalls aus der Verbandsliga.
„Wenn es zur Halbzeit mal 3:2 stehen würde, würden wir wahrscheinlich nicht immer so deutlich gewinnen. Aber in der B5 ist es leider so, dass sich eine Mannschaft, die zur Pause 0:3 hinten liegt, aufgibt“, erklärt Markus Posch die Erfolgsserie.
Auf jeden Fall dürfen die FCG-Fans mit dem bisherigen Abschneiden ihres Teams zufrieden sein. „Auch wenn wir nicht immer so berauschend gespielt haben. Aber wenn das mal der Fall war, hat uns unsere individuelle Klasse weitergeholfen“, sagt Posch. Er ist auch der Meinung, dass die viele Tore dem Besucherandrang gut tun. „In der vergangenen Saison waren oft nur 50 Leute auf dem Sportplatz. Dieses Jahr sind es über 100.“
Bei so viel Toren könnte man fast auf die Idee kommen, auf den Eintrittspreis von 2,50 Euro eine Vergnügungssteuer zu erheben. Bei FCG wird das aber strikt abgelehnt. „Seit der Saison, in der wir abgestiegen sind, mussten unsere Fans bluten“, so Posch. Jetzt gäbe es jeden Sonntag was zu sehen. Tore per Elfmeter, per Freistoß, mal ein Lupfer und ein Kopfball – immer anders, aber meist jubelt der FCG.


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