Freitag, 25. Mai 2012

Fußball-Vorschau


Goran Musura
VfB-Trainer Goran Musura. Foto: Bofinger

Vaihingen (ev) – Die guten alten Zeiten sind vorbei. Wirklich? Der Fußball-A-Ligist VfB Vaihingen scheint zu alter Stärke zurückgefunden zu haben. Seit vergangenem Sonntag ist die Elf von Goran Musura Tabellenführer. Vom Aufstieg will in der Enzstadt aber noch niemand sprechen.
Vor zehn Jahren begann der schleichende Abstieg des VfB Vaihingen. Nach der Saison 1997/1998 stieg der VfB aus der Bezirksliga ab und kehrte bis heute nicht mehr in diese Spielklasse zurück. Aber es kam noch schlimmer für den VfB. Denn in der Spielzeit 2003/2004 musste Vaihingen als Tabellenletzter erneut eine Liga runter. „Viele Spieler sind damals weg. Doch ein paar haben ihrem Verein trotz anderen Angeboten die Stange gehalten“, erzählt der heutige Trainer Goran Musura. Er spricht in diesem Zusammenhang von Heiko Christof, Giuseppe Carta, Christian Richter und Michael Pedraja.
Trotzdem wurden es immer weniger Spieler. „In dieser Zeit holten wir Spieler von der Straße, damit wir der Spielbetrieb aufrecht erhalten konnten“, erzählt Musura. Auf einmal reichte es nicht einmal mehr für eine zweite Mannschaft. Aber dann stießen Spieler wie Marcel Bielesch und Robert Stanic zur Mannschaft – es ging langsam aufwärts.
Seit der vergangegnen Saison gibt es wieder zwei Teams, das Vereinsheim wurde umgebaut und hat nun neue Pächter. Die Krönung war aber die Meisterschaft in der Kreisliga B5. Und der Aufsteiger gibt auch in der neuen Klasse den Ton an. Erst einmal verlor der VfB Vaihingen bisher in der Kreisliga A3. Spricht jetzt auch der Verein offiziell vom Durchmarsch in die Bezirksliga? „Nein“, betont Trainer Musura. „Wir wissen jetzt, wo wir stehen, und wollen im Kampf um die ersten sechs Plätze auf jeden Fall ein Wörtchen mitreden. Aber die anderen Mannschaften sind nicht zu unterschätzen und ich denke, dass es bis zum Schluss spannend bleibt.“ Immerhin habe es bis jetzt auch schon etliche Tabellenführer gegeben. Stimmt: An den bislang neun Spieltagen standen bereits sechs Mannschaften an der Spitze.
Trotzdem schaut er sich Musura am Montag in der Zeitung zuerst die Bezirksliga-Tabelle an: „Unsere Tabelle gucke ich schon am Sonntag im Internet an und in der Zeitung lese ich die Tabellenstände dann von oben nach unten“, erklärt Vaihingens Trainer mit einem leichten Schmunzeln.
Der VfB Vaihingen gibt als Ziel der ersten Mannschaft also nicht den Aufstieg aus – bei der zweiten Mannschaft sieht das ganz anders aus. „Wir brauchen doch einmal im Jahr ein Fest.“ Das Reserveteam ist momentan auf jeden Fall auf Kurs und mischt in der Kreisliga C6 vorn mit.
Zurück zur A-Liga. Dort genießen die Vaihinger in der Staffel 3 die Spitzenposition. Trotzdem machte sich Musura seine Gedanken: „Ich bin gespannt, wie sich das Team verhält, wenn es mal ein oder zwei Spiele verliert.“ Am Sonntag ist Vaihingen zu Gast in Gemmrigheim (Platz 12). „Das wird ein Charakterspiel“, sagt Musura.
 Er ist der Meinung, dass seine Mannschaft in den bisherigen Spielen auch nicht so überlegen war, wie es die Ergebnisse aussagen. Mal abgesehen von der Partie gegen Bönnigheim (empfängt am Sonntag Sersheim). „Die anderen Spiele hätten auch anders enden können und die richtig schweren Spiele kommen erst noch“, seufzt Musura. Zum Beispiel das heiß ersehnte Derby gegen Roßwag (25. November). Der FV Roßwag muss sich am Sonntag aber erst einmal mit Löchgau II messen.
Die Aktiven werden von
 der Jugend angefeuert
Die Angst vor Übermut und zu viel Lob sind aber auch schon Musuras einzige Sorgen. Was ist mit der Angst vor Verletzungen? „Die habe ich nicht. Wir haben einen relativ großen Kader, der ausgeglichen ist“, erklärt er und fügt hinzu, dass der VfB in dieser Saison auch schon ohne Robert Stanic und Flamur Gjinovic ausgekommen ist. Momentan gibt es ja auch einige Verletzte: Anastasiou Anastious (Leisten-OP), Marcel Bielesch (Zerrung im Beckenbereich), Mathias Lichtl (Oberschenkelzerrung), Vincenzo Barbera (Kreuzbandriss), Ali Salcin (Meniskus) und Giuseppe Carta (Zerrung).
Am Wochenende trifft auch Hohenhaslach auf Illingen und Nussdorf auf Großglattbach. „Ich tippe auf Nussdorf, denn am vergangenen Wochenende hatten die Großglattbacher die besseren Chancen gegen Kirchheim, aber sie haben verloren. Sie treffen das Tor nicht“, so Musura. Apropos Kirchheim: der Aufsteiger trifft am Sonntag auf Absteiger Sönmez Bietigheim und Wiernsheim auf Häfnerhaslach.
Die Euphorie beim VfB ist momentan jedenfalls sehr groß. „Jeden Sonntag kommen unsere Junioren zu unseren Spielen und sind ganz heiß darauf, selbst endlich für die aktive Vaihinger Mannschaft zu spielen“, erzählt Goran Musura. Und das sei nicht immer so gewesen.


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